Unterstützung der Umsetzung der multisektoralen HIV/Aids-Strategie

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Umsetzung der multisektoralen HIV/Aids-Strategie
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Madagaskar
Politischer Träger: Exekutiv-Sekretariat des nationalen Aids-Koordinierungsrates
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2012

Ausgangssituation

Mit 0,3 Prozent an HIV erkrankten Menschen (2007) gehört Madagaskar zu den am wenigsten von Aids betroffenen afrikanischen Ländern. Jedoch hat sich diese Rate seit 1999 bereits versiebenfacht. Begünstigt wird die Verbreitung durch die Armut der Bevölkerung, durch zu geringe oder fehlende Bildung und Aufklärung und somit fehlendem Zugang zu effektiven Schutzmaßnahmen gegen HIV. Fehlende Zukunftsaussichten führen besonders bei Jugendlichen zu größerer Risikobereitschaft und, zum Beispiel durch Prostitution, zu erhöhter Ansteckungsgefahr.

Seit 1988 ist die HIV/Aids-Bekämpfung ein innenpolitischer Schwerpunkt der madagassischen Regierung. Für die landesweite Umsetzung fehlt es aber an konzeptionellen und technischen Kompetenzen und Leistungsfähigkeit.

Ziel

Die HIV-Infektionsrate in hoch gefährdeten Gebieten und bei den besonders gefährdeten Zielgruppen, wie Jugendlichen, Sexarbeiterinnen und ihren Kunden sowie Wanderarbeitern, ist stabilisiert.

Vorgehensweise

Die GIZ berät im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bei Konzeption, Management und Umsetzung nationaler Prioritäten in der Aids-Bekämpfung. Sie arbeitet in Boeny und Analamanga zugunsten hoch gefährdeter Gruppen, wie Sexarbeiterinnen und am Rande der Gesellschaft stehende Jugendliche mit sexuell übertragbaren Krankheiten in gefährdeten Gemeinden und Stadtbezirken.

Die Erfahrungen vor Ort werden in die nationale Politikberatung weitergegeben.

Um die unterschiedlichen Zielgruppen zu erreichen, wurden verschiedene Institutionen wie der Öffentliche Dienst, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen sowie andere Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und deren Mitarbeiter als Mittler für HIV-Bekämpfungsmaßnahmen in unterschiedlichen Zielgruppen gewonnen. Da die HIV-Verbreitung niedrig, der Risikofaktor jedoch hoch ist, steht breit angelegte Präventionsarbeit im Mittelpunkt. Sie umfasst neben Aufklärung auch Angebote wie Kondome, HIV-Tests, Beratungsdienste sowie Behandlung von Geschlechtskrankheiten, Aids-Begleitinfektionen und Aids. Zum Angebot gehört auch die berufliche Reintegration und Ausbildung von Risikogruppen und HIV-infizierten Jugendlichen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die HIV-Infektionsrate bei der Gesamtbevölkerung und ausgewählten Zielgruppen konnte unter einem Prozent gehalten werden.

Neue Instrumente wurden entwickelt, mit denen die Maßnahmen zur Prävention und Behandlung verfolgt und evaluiert werden können, sowie eine Kartografie der hoch gefährdeten Zonen erstellt werden kann.

Vereine der Zivilgesellschaft nutzen die technische und logistische Hilfe zur verbesserten psychologischen Betreuung für Menschen mit HIV/Aids. Die Vereine haben dazu beigetragen, dass Betroffene weniger diskriminiert und sozial rehabilitiert werden.

Mehr als vierzig große Privatunternehmen haben eigene Pläne zur Bekämpfung von HIV/Aids entwickelt und setzen sie auch um. Die Beschäftigten verhalten sich verantwortungsbewusster, risikoreiche Praktiken sind rückläufig.

Madagaskar. Besuch und Sensibilisierung der Sexarbeiter in der Region Boeny mit den Abgeordneten des Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im November 2010 © GIZ

Besonders gefährdete Kommunen setzen ihre Bekämpfungspläne um. Neu infizierte Personen können zuverlässiger ermittelt werden.

Über 600 Personen aus den Risikogruppen sind bei der beruflichen Wiedereingliederung unterstützt worden.