Verbesserung der Grundbildung in Malawi

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Grundbildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Malawi
Politischer Träger: Ministry of Education, Science and Technology (MoEST)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

Malawi © GIZ

Ausgangssituation

1994 führte Malawi die allgemeine Grundschulpflicht ein, damit alle Kinder Zugang zu einer kostenlosen Grundbildung haben. Durch den starken Anstieg der Schülerzahlen sind die Grundschulen des Landes mit ihren begrenzten fachlichen Kapazitäten und der unzureichend entwickelten Infrastruktur jedoch stark unter Druck geraten. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums steigen die Schülerzahlen nach wie vor stetig an. Allerdings haben nicht alle Kinder gleichermaßen Zugang zur Grundbildung, so dass Angehörige gefährdeter Minderheiten auf der Strecke zu bleiben drohen.

Darüber hinaus bestehen weiterhin Herausforderungen bei der Verbesserung der Bildungsqualität. So liegen die malawischen Schüler*innen beim Lernerfolg im unteren Bereich der Länder aus dieser Weltregion. Besonders alarmierend ist, dass 22,7 Prozent der Schüler*innen eine Klasse wiederholen müssen und dass 58 Prozent die Grundschule nicht abschließen (Zahlen für 2019). Die enormen Klassengrößen von durchschnittlich 120 Schüler*innen pro Klasse und die Tatsache, dass auf 64 Schüler*innen nur eine qualifizierte Lehrkraft entfällt, wirken sich negativ auf die Qualität der Grundschulbildung aus. Nach wie vor besteht ein großes Problem darin, dass die Lehrkräfte nicht zum Unterricht gehen, weil ihre Arbeitsmotivation gering ist.

Die Verantwortlichen im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie (MoEST) sind sich der Tatsache bewusst, dass ein effizientes Bildungssystem für alle Kinder die Grundlage für gesellschaftlichen Fortschritt bildet. Vor diesem Hintergrund hat das MoEST Maßnahmen zur Verbesserung der Grundbildung eingeleitet. Das Ziel: Die Schüler*innen sollen die Chance haben, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und dadurch zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes beizutragen.

Ziel

Die malawische Regierung hat ein qualitativ hochwertiges, nachhaltiges und effizientes System für die Ausbildung von Grundschullehrern aufgebaut, das den Bedürfnissen aller Grundschüler*innen gerecht wird.

Malawi © GIZ

Vorgehensweise

Deutschland unterstützt den Bildungssektor Malawis seit Mitte der 1990er Jahre. Der aktuelle Schwerpunkt des Grundbildungsprogramms (BEP) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH liegt auf einer gut funktionierenden Lehrerausbildung, die zu nachhaltigen Qualitätsverbesserungen im Bildungssektor beitragen soll.

Das BEP bemüht sich auf mehreren Ebenen um eine Verbesserung der Organisation und Qualität der Grundschullehrerausbildung. Dazu arbeitet das Programm einerseits eng mit den jeweiligen Referaten in der Hauptstadt Lilongwe und den nachgeordneten Behörden zusammen und andererseits mit den dezentralen Lehrerausbildungseinrichtungen in den übrigen Landesteilen.

Zur Erreichung des angestrebten Ziels unterstützt BEP den Bereich Monitoring und Evaluierung in der Lehrerausbildung und stärkt die entsprechenden Kapazitäten. BEP und seine Partner richten sich mit ihren Maßnahmen nach dem malawischen Plan für den Bildungssektor (NESP) und den entsprechenden Durchführungsplänen (ESIP II und demnächst ESIP III).

Besonderes Augenmerk gilt der Inklusion von benachteiligten Kindern, wie beispielsweise Mädchen oder Kindern mit Lernschwierigkeiten.

Das Projekt gliedert sich in vier Handlungsfelder:
1. Entwicklung von internen und externen Evaluierungssystemen zur Erreichung der nationalen Standards in der Lehrerausbildung in allen acht öffentlichen Lehrerausbildungseinrichtungen.
2. Erhöhung der Kapazitäten zur Einführung des überarbeiteten Lehrplans für die Grundschullehrerausbildung in allen acht öffentlichen Lehrerausbildungseinrichtungen.
3. Erhöhung der Kapazitäten, um Lehramtsstudierende, die ein Lehrpraktikum an einer Schule absolvieren, durch Mentoring und andere Maßnahmen besser fördern zu können; dabei geht es unter anderem um die Stärkung der Resilienz in den überschwemmungsgefährdeten Gebieten im Süden Malawis.
4. Einführung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) als Instrumente für das Lehren und Lernen in den Lehrerausbildungseinrichtungen. Die Maßnahmen sind mit dem Vorhaben „Unlocking Talent“ (Potenziale nutzen) verknüpft.

Wirkungen

Das Vorhaben baut auf den Ergebnissen und Wirkungen früherer Projektphasen auf. So ist es Malawi mithilfe der Unterstützung durch BEP gelungen, nationale Standards für die Lehrerausbildung einzuführen. Ein weiteres Ergebnis ist der überarbeitete Lehrplan für die Grundschullehrerausbildung. Dieser ist jetzt modular aufgebaut und legt den Fokus auf die Vermittlung von pädagogischen und didaktischen Fertigkeiten sowie eine ausgeprägte Praxisorientierung.

Zur Förderung der Inklusion hat BEP das MoEST bei der Entwicklung und Umsetzung des Blended Learning Course on Inclusive Education (BLINC) unterstützt. Dabei handelt es sich um eine einjährige Lehrerfortbildung, die mit einem Zertifikat abschließt, und bei der die Teilnehmer*innen lernen, Kinder mit Lernschwierigkeiten früh zu erkennen und gezielt zu fördern. Bei der Fortbildung werden gezielt Informations- und Kommunikationstechnologien eingesetzt. 2018 haben 177 Lehrkräfte den BLINC-Kurs erfolgreich abgeschlossen; die Teilnehmer*innen von BLINC II werden 2021 ihren Abschluss machen. Dies ist ein großer Erfolg und wird dazu beitragen, dass Kinder, die ansonsten zurückzubleiben drohen, eine gezielte Förderung erhalten.

Um das Ansehen des Lehrerberufs zu heben, und besonders gute Grundschullehrer*innen zu würdigen, hat BEP im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit MoEST und der UNESCO den Weltlehrertag durchgeführt. Mittlerweise findet die Veranstaltung jedes Jahr statt. Sie wird hauptsächlich von MoEST organisiert und wirkt sich positiv auf den Ruf der malawischen Lehrer*innen aus.

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