Verbesserung der Grundbildung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Grundbildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Malawi
Politischer Träger: Ministry of Education, Science and Technology (MoEST)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

Malawi © GIZ

Ausgangssituation

Deutschland unterstützt seit Mitte der 1990er-Jahre den Bildungssektor in Malawi. Seit Einführung der unentgeltlichen Grundbildung für alle (1994) sind die Schülerzahlen sprunghaft gestiegen. Infolge des Bevölkerungswachstums von fast 3 Prozent erhöhen sie sich seitdem stetig. Die Qualität des Bildungsangebotes hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Die Raten der Wiederholer und Schulabbrecher bleiben unverändert hoch: Weiterhin erreicht nur etwa ein Drittel der eingeschulten Kinder das achte Schuljahr in der vorgesehenen Zeit und nur etwa jeder zweite Grundschüler erhält überhaupt einen Abschluss.

Nationale und regionale Lernleistungsstudien der letzten 10 Jahre zeigen zudem ein äußerst niedriges Lernniveau. Qualifizierte Lehrkräfte stehen nicht ausreichend zur Verfügung. Die Erstausbildung für Lehrer ist stark verbesserungsbedürftig. Das aktuelle Curriculum ist überladen, sehr theoretisch und zu stark am Examen ausgerichtet. Das Studium bereitet die Lehramtsstudierenden unzureichend auf die Unterrichtsbedingungen in den Schulen vor. Besonders in ländlichen Regionen sind Klassengrößen von bis zu 200 Schülerinnen und Schülern keine Seltenheit. Vor allem Kinder mit Lernschwierigkeiten werden so nicht angemessen gefördert.

Ziel

Die Voraussetzungen zur Steigerung der Unterrichtsqualität an Grundschulen sind verbessert.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben orientiert sich an den Schwerpunkten des malawischen Bildungssektorplans. Es umfasst drei Handlungsfelder:

  1. Verbesserung der Rahmenbedingungen für Lehrkräfte an Grundschulen und in Lehrerausbildungseinrichtungen
    Das Vorhaben berät das Bildungsministerium bei der Aktualisierung des Stellenplans, als Voraussetzung für eine bessere Verteilung der einzustellenden Lehrkräfte innerhalb der Distrikte und in den Schulen. Ferner wird die Erarbeitung eines Fahrplanes zur Umsetzung des Dekonzentrationsprozesses unterstützt. Um die Anerkennung des Lehrerberufs und die öffentliche Diskussion über die Bildungsqualität zu stärken, werden eine interaktive Radiosendung und andere Maßnahmen durchgeführt, beispielsweise eine Initiative für herausragende Lehrkräfte und Trainings für Journalisten.

  2. Stärkung der praxisorientierten Lehrerausbildung
    An allen öffentlichen Lehrerausbildungseinrichtungen beraten Entwicklungshelfer zur Verbesserung der Ausbildungsqualität. Das Vorhaben begleitet eine Überarbeitung des Curriculums für die zweijährige Lehrererstausbildung beratend. Ziel ist es, ein verständliches, praxisorientiertes und auf die unterschiedlichen Lerngruppen ausgerichtetes Curriculum sowie die dazugehörenden Lehr- und Lernmaterialien zu erstellen.

    Das Vorhaben unterstützt den Partner zudem darin, die seit 2015 geltenden Bildungsstandards für die Grundschulen als Orientierungsrahmen in die Lehrerausbildung zu übersetzen. Kriterien für gute Lehre und guten Unterricht werden so erstmals verbindlich gemacht.
     
  3. Entwicklung von Ansätzen zur inklusiven Förderung von Grundschulkindern mit Lernschwierigkeiten
    Um praxiserprobte Ansätze zur Förderung lernschwacher Kinder in einem inklusiven Umfeld umzusetzen, unterstützt das Vorhaben Pilotschulen im städtischen Umfeld Lilongwes. Des Weiteren unterstützt das Vorhaben, in Zusammenarbeit mit GOPA Consulting Group, die Abteilung für Sonderpädagogik des Bildungsministeriums bei der Entwicklung eines modularen, IKT-gestützten Zertifikatskurs, der ausgewählte Lehrkräfte für die Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten ausbildet.

Wirkungen

Das Grundbildungsvorhaben war maßgeblich an der landesweiten Veröffentlichung der Richtlinie zur Dezentralisierung von Bildungsfunktionen auf Distriktebene beteiligt und berät das Bildungsministerium fortlaufend bei der Umsetzung des Dezentralisierungskurses.
Durch die Beratung zur Verbesserung der zweijährigen Lehrerausbildung wurde für das zweite an Schulen durchgeführte Praxisjahr ein strukturiertes Ausbildungsprogramm entwickelt und eingeführt. Dazu gehören begleitendes Material und ein Unterstützungssystem durch Mentoren in den Schulen. Etwa 12.000 Lehramtsstudierende konnten ihre Ausbildung in dem neuen Programm bereits erfolgreich abschließen.

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Für Inklusion mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnik wurde ein umfassendes Konzept für Unterstützungsmaßnahmen für Kinder mit Lernschwierigkeiten in den Klassen 1-4 städtischer Grundschulen entwickelt.