Stärkung des Gesundheitssystems mit dem Fokus auf reproduktiver Gesundheit

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung des Gesundheitssystems mit dem Fokus auf reproduktiver Gesundheit
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Malawi
Politischer Träger: Ministry of Health (MoH)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2016

Malawi. Midwifery students at Nkhoma College of Nursing use the skills laboratory to improve child-birthing skills. © GIZ

Ausgangssituation

Trotz einer grundsätzlich positiven Entwicklung steht Malawi weiterhin erheblichen Herausforderungen im Gesundheitssektor gegenüber. Laut dem Gesundheitsministerium (Oktber 2014) sind die Müttersterblichkeitsrate mit 574 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten und die Kindersterblichkeitsrate mit 29 Todesfällen pro 1000 Lebensgeburten im internationalen Vergleich weiterhin sehr hoch. Einer der Hauptgründe dafür ist der unzureichende Zugang zu essenziellen Gesundheitsdiensten von angemessener Qualität.

Ziel

Das malawische Gesundheitsministerium stellt gemeinsam mit anderen nichtstaatlichen Akteuren eine effektive und effiziente Gesundheitsversorgung in angemessener Qualität unter besonderer Berücksichtigung der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen sicher.

Malawi. An outpatient waiting room at a typical Malawian health centre. The women are seeking medical care. © GIZ

Vorgehensweise

Das Gesundheitsvorhaben (Malawi German Health Programme, MGHP) ist am nationalen strategischen Plan für Gesundheit (2011 – 2016) ausgerichtet und umfasst die Arbeitsbereiche:

  1. Zugang zu qualitativ angemessenen Gesundheitsdienstleistungen
  2. Personalmanagement und -Entwicklung
  3. Partnerschaften mit nichtstaatlichen Akteuren

Die GIZ arbeitet hierzu eng mit nicht- und parastaatlichen Organisationen, privaten Trägern, privatwirtschaftlichen Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen zusammen.

Im ersten Handlungsfeld unterstützt die GIZ in Zusammenarbeit mit EPOS Health Management auf nationaler Ebene das Gesundheitsministerium dabei, ein Sekretariat zur landesweiten Steuerung von Qualitätssicherungsmaßnahmen einzurichten. Auf dezentraler Ebene werden ausgewählte Distriktkrankenhäuser und Gesundheitszentren beraten. Sie sollen durch ein verbessertes Qualitätsmanagement gewährleisten, dass Gesundheitsleistungen den nationalen Standards für reproduktive Gesundheit und Infektionsprävention entsprechen.

Im Rahmen des zweiten Handlungsfeldes wird in enger Zusammenarbeit mit der nationalen Abteilung für reproduktive Gesundheit ein Mentorenprogramm für Hebammen, Krankenschwestern und Clinical Officers aufgebaut. Zusätzlich wird an der medizinischen Fakultät der Universität von Malawi (College of Medicine) die fachärztliche Weiterbildung von 70 Clinical Officers gefördert.
Durch die Einrichtung einer PPP-Einheit im Gesundheitsministerium werden rechtlich verbindliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit staatlicher und privatwirtschaftlicher Akteure geschaffen. Hier ist ein wesentliches Kriterium, dass der Privatsektor als Partner direkt als Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen in diese Partnerschaft eingebunden wird.

Wirkungen

Seit der Einführung eines sektorweiten Ansatzes (SWAp) im Gesundheitssektor von Malawi 2004 und der daraus resultierenden koordinierten Umsetzung der abgestimmten Gesundheitsstrategie wurden landesweit wichtige Fortschritte erzielt. 89 Prozent aller Frauen entbinden in Gesundheitseinrichtungen und 96 Prozent der Frauen nehmen an der Schwangerenvorsorge teil. Aufgrund der Ausrichtung des Vorhabens am nationalen strategischen Plan für Gesundheit (2011 – 2016) leistet es zudem einen Beitrag zur Zielerreichung in den Querschnittsthemen HIV/AIDS und Gleichberechtigung der Geschlechter.

Auf nationaler Ebene wurden mithilfe der GIZ Strategien zur Institutionalisierung eines Sekretariats für Qualitätsmanagement, zum Gesundheitsinformationsmanagement, zur Akkreditierung von Gesundheitseinrichtungen und zum Abschluss sowie zur Umsetzung von öffentlich-privaten Partnerschaften entwickelt. In sechs primären, tertiären und sekundären Gesundheitseinrichtungen werden Akkreditierungspläne umgesetzt. Durch ein öffentlich-privates Partnerschaftsabkommen mit der Firma Illovo Sugar ltd. konnte die Qualität der Gesundheitsversorgung, der Zugang zu sicherem Trinkwasser sowie die Gesundheitserziehung im Süden des Landes unter Einbindung diverser Akteure auf Distriktebene, des Privatsektors, der Regierung sowie traditioneller Autoritäten verbessert werden.

Malawi. Symon Mtambo coordinates Baylor's Teen Clubs in Malawi. Before the psychosocial activities begin, the children form a big circle to welcome new members. © GIZ

Die Gesundheitsverwaltungen der vier Zieldistrikte Balaka, Dedza, Mchinji und Ntcheu setzen zudem zusammen mit dem Management der jeweiligen Distriktkrankenhäuser Aktionspläne zur Verbesserung des Qualitäts- und Gesundheitsinformationsmanagement um. In Zusammenarbeit mit dem Mentorenprogramm für Hebammen und Krankenschwestern wird die Qualität von klinischen Dienstleistungen im Bereich der Mütter- und Kindergesundheit kontinuierlich gesteigert.