Integriertes Wasserressourcenmanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integriertes Wasserressourcenmanagement in Marokko
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Marokko
Politischer Träger: Ministère de l'Energie, des Mines, de l'Eau et de l'Environnement (MEMEE)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2018

Kläranlage in Rabat.

Ausgangssituation

Die marokkanischen Wasserressourcen sind regional sehr ungleich verteilt und stark von klimatischen Schwankungen abhängig. Die Verschmutzung durch Haushalte, Industrie und Landwirtschaft stellt eine immer größere Bedrohung dar. Steigende Nachfrage nach Trinkwasser durch Tourismus, Industrie und vor allem Landwirtschaft hat zu einer Übernutzung der Wasserressourcen geführt, was die sozioökonomische Entwicklung des Landes erheblich beeinflusst. Um dieser Situation zu begegnen, unterstützt die deutsch-marokkanische technische Zusammenarbeit die Umsetzung der neuen Nationalen Wasserstrategie.

Ziel

Die Kompetenzen der Wassersektorinstitutionen sind verbessert, sodass sie eine integrierte, nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen sicherstellen können.

Vorgehensweise

Das Programm zur Unterstützung eines integrierten Wasserressourcenmanagements (Appui à la gestion intégrée de ressources en eau – AGIRE) ist eine Partnerschaft zwischen dem marokkanischen Staatssekretariat für Wasser und Umwelt (Secrétariat d'Etat chargé de l'Eau et de l'Environnement – SEEE), den regionalen Wasserwirtschaftsämtern (Agence de Bassin Hydraulique – ABH) Tensift, Souss-Massa-Drâa und Oum Er-Rbia sowie der GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Das Vorhaben setzt sich aus drei Komponenten zusammen (2008-2011):

  • Verbesserung der institutionellen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen im Wassersektor
  • Stärkung der Kompetenzen der Wasserwirtschaftsagenturen und des Staatssekretariats für Wasser
  • Verbesserung der Kommunikation, des Informationsmanagements und des Dialogs zwischen den Akteuren im Wassersektor
  • Hierbei konzentriert sich das Vorhaben inhaltlich auf vier Themen:
  • Verbesserung der Monitoring -und Kontrollsysteme in der wasserwirtschaftlichen Planung
  • Schutz der Grundwasserressourcen
  • Förderung der Abwasserwiederverwendung
  • Stärkung der Partizipation der verschiedenen Akteure für eine bessere Planung und Bewirtschaftung der Wasserressourcen

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Zur Unterstützung der wasserwirtschaftlichen Entscheidungen der Wasserwirtschaftsagenturen (ABH) wurde ein Programm zur Modellierung von Grund- und Oberflächenwassersystemen eingeführt. Die Maßnahme erfolgt in enger Kooperation mit einem Regionalvorhaben in Syrien der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Thematische Studien wurden zu unterschiedlichen Themen durchgeführt oder unterstützt, beispielsweise zur Nutzung der Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten deutsch-marokkanischen Forschungsprojektes IMPETUS, zum Thema Abwasserrecycling oder zur steuerlichen Situation der Wasserwirtschaftsagenturen.

Das anlaufende 3-Jahresprogramms zur Fortbildung der Mitarbeiter des Staatssekretariats für Wasser und Umwelt (SEEE) und der ABH wurde analysiert und wird unterstützt. Erste Aktion des Fortbildungsprogramms war ein einwöchiges Seminar zum Thema Abwassersammlung, -reinigung und -verwertung für rund 130 Fachkräfte im Dezember 2009 in Agadir.

Für die Kommunikationsbeauftragten des Staatssekretariats und der Wasserwirtschaftsagenturen wurde eine Ausbildungssequenz begonnen, die auch die Erstellung von Kommunikationsplänen umfasst.

Zur Umsetzung der Verträge für den Schutz und die Entwicklung der Wasserressourcen in der Region Souss-Massa wurde eine Studie erarbeitet und ein Aktions- und Wirkungsmonitoring vorbereitet.

Zum Thema Abwasserrecycling wurden verschiedene Pilotmaßnahmen vorbereitet und durchgeführt, wie der Bau von urinseparierenden Trockentoiletten, Biogasanlagen und Pflanzenkläranlagen, als Beispiele ökologischer Sanitärversorgung mit Verwertung der Abwässer und Fäkalien als Bewässerungswasser, Dünger oder zur Energiegewinnung, oder die Rehabilitierung und Nutzung der Abwässer der Kläranlage der Kleinstadt Oulad Ayad. Die Pilotmaßnahmen stoßen bei den Behörden auf großes Interesse, um die nationale Politik des Abwasserrecyclings auch dezentral im ländlichen Raum umzusetzen und das Thema Abwassermanagement mit der Erzeugung erneuerbarer Energien zu verknüpfen.

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