EU-Integration Südosteuropa

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: EU-Integration Südosteuropa
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Rumänien, Serbien, Ukraine
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2014 

EU-Integration Südosteuropa. Fachseminar „Regionales Marketing“ – der Spreewald als Beispiel für eine regionale Dachmarke zur integrierten Entwicklung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche. © GIZ

Ausgangssituation

Zentrales politisches Ziel für Südosteuropa ist – aus Sicht der dortigen Länder wie der Europäischen Union (EU) – die enge Anbindung an die EU beziehungsweise der EU-Beitritt. Dieser Schritt ist wichtig, um die Rahmenbedingungen für politische, wirtschaftliche und rechtliche Stabilität sowie innere Reformen und grenzübergreifende Kooperationen zwischen den Ländern zu schaffen.

Ziel

Die Verwaltungs- und Managementkompetenzen und -ressourcen der Länder Südosteuropas auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene sowie die länderübergreifende Zusammenarbeit sind gestärkt.

Vorgehensweise

Das Programm nutzt verschiedene Formate zur Kompetenzentwicklung. Bedarfsorientierte Maßnahmen zur Weiterbildung, Training und Netzwerkbildung, Dialogplattformen sowie „Capacity to build Capacity“-Ansätze zur Qualifizierung von Trainingsinstitutionen werden basierend auf einer partizipativen Planung umgesetzt. Im Zentrum steht die Handlungskompetenz der Akteure, damit sie Veränderungsprozesse eigenständig und nachhaltig gestalten können.

Das Vorhaben konzentriert sich auf die Kompetenzstärkung in drei Komponenten:

  1. Heranführung der öffentlichen Zentralverwaltungen an die EU
    Neben den politischen Führungen sind die öffentlichen Verwaltungen Hauptgestalterinnen der Reform- und Anpassungsprozesse. Sie sind für die Umsetzung der Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) und für das Management des EU-Heranführungshilfeinstrumentes (IPA) verantwortlich. In Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien werden Strukturen unterstützt, die eine eigenständige Planung, Durchführung und Evaluierung von IPA-Projekten und den Zugang zu IPA-Mitteln ermöglichen. Multiplikatoren erwerben die nötige Fach- und Methodenkompetenz. Entscheidungsträger der zentralen Verwaltungen werden zur Übernahme des gemeinschaftlichen Rechtsbestandes der EU (Acquis Communautaire) und zur Umsetzung der Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) qualifiziert.
  2. EU-Integration ländlicher Wirtschaftsräume
    Die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume ist Voraussetzung für die innere Stabilität der Region und ihre Integration in die EU. Das Vorhaben unterstützt die integrierte ländliche Regionalentwicklung in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit dieser Länder. Die Aus- und Weiterbildungsangebote für lokale und regionale Akteure verbinden partizipative Regionalentwicklung mit lokaler und regionaler Wirtschaftsförderung sowie den relevanten EU-Förderprogrammen. Zur nachhaltigen Erschließung des Entwicklungspotenzials des ländlichen Raumes lernen die Akteure, regionale Entwicklungsprozesse zu initiieren, zu steuern und umzusetzen.
  3. EU-Annäherung der Wirtschafts- und Arbeitsmärkte durch Berufsbildung
    In Bulgarien, der Republik Moldau, Rumänien und der Ukraine unterstützt das Vorhaben die Entwicklung von Qualifikations- und Credit-Systemen, die Bildungsabschlüsse und -angebote transparenter und EU-weit vergleichbar machen. Um die Wirtschaft stärker in die Umgestaltung der Berufsbildungssysteme zu integrieren, werden Unternehmen und Weiterbildungseinrichtungen darin unterstützt, bedarfsgerechte Ausbildungsprogramme zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren. Betriebliches Personal soll so beschäftigungsorientiert qualifiziert werden.

Wirkung

Die regionale Gestaltung der Maßnahmen führt zu Lerneffekten zwischen den Partnerländern und zur Bildung länderübergreifender Netzwerke.

Experten aus Ministerien, Nichtregierungsorganisationen und dem Bildungssektor haben Know-how zur Akquise und Durchführung von EU-Projekten erworben sowie die notwendigen Fähigkeiten, um dieses Wissen in ihrem Arbeitsumfeld weiterzugeben.

Lokale und regionale Akteure in den Pilotregionen können EU-konforme Strukturen für eine integrierte ländliche Regionalentwicklung in ihren Ländern etablieren.

Partnerinstitutionen im Bildungssektor entwickeln kompetenzbasierte berufliche Standards und setzen sie um.

EU-Integration Südosteuropa. Projektplanung im Trainingskurs „Managing and Leading Regional Rural Governance“, Internationales Bildungszentrum der GIZ in Leipzig-Zschortau. © GIZ

Regionalkonferenzen fördern Fachaustausch und Politikdialog. Beim jährlich stattfindenden Agrarpolitischen Forum Südosteuropa diskutieren Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft Strategien zur Schaffung politischer Rahmenbedingungen für eine EU-konforme Entwicklung ländlicher Räume.

Länderübergreifende Netzwerke stärken den regionalen Wissens- und Kompetenztransfer.

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