Anpassung an den Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Anpassung an den Klimawandel
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mosambik
Politischer Träger: Nationale Direktion für Wasserressourcenmanagement (DNGRH), Nationales Institut für das Katastrophenmanagement (INGC)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2018

Ausgangssituation
Mosambik zählt weltweit zu den Ländern, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Weitverbreitete Armut, schwache Institutionen und häufige, extreme Wetterereignisse machen das Land besonders verwundbar.

Dürren, Überschwemmungen und Zyklone treten in Mosambik immer häufiger auf und haben verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Infrastruktur. Besonders betroffen sind die grenzüberschreitenden Flussgebiete. In deren Oberläufen kommt es aufgrund der zunehmenden Extremwetterereignisse – verbunden mit unkontrollierter Abholzung, Brandrohdung und Kleinbergbau – zu Bodenabtrag und Erosion, wodurch die Grundwasserneubildung, die Rückhaltefähigkeit der Böden und die Oberflächenwasserqualität beeinträchtigt werden. Die ausgedehnten Flussebenen der Unterläufe sind immer häufiger von schweren Überschwemmungen betroffen, die nicht selten Menschenleben kosten und den Verlust der Lebengrundlagen vor allem der ärmsten Bevölkerungsgruppen bedeuten. Sowohl Dürren als auch Überschwemmung führen meist zu Ernteausfälle und nachfolgenden Hungersnöten.

Ziel
Nationale Rahmenbedingungen und Maßnahmen der maßgeblichen Akteure im Einzugsgebiet des Rio Búzi sind besser an die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen angepasst.

Vorgehensweise
In mehreren Projekten zur Katastrophenvorsorge wurden bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt, vor allem zum Aufbau von Frühwarnsystemen mit Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Das aktuelle Vorhaben konzentriert sich auf die gesetzliche Absicherung und institutionelle Einbindung des Frühwarnsystems sowie auf die Ursachenbekämpfung durch ein verbessertes Einzugsgebietsmanagement.

Die GIZ berät und unterstützt das Nationale Institut für das Katastrophenmanagement (INGC) bei der Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzepts und der Ausarbeitung von Ausführungsbestimmungen für das nationale Frühwarnsystem. Gemeinsam mit der Nationaldirektion für Wasserressourcenmanagement (DNGRH) unterstützt die GIZ die dezentralen Fachbehörden, das Einzugsgebietskomitee und die beteiligten Regierungsdistrikte. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure auf den verschiedenen Ebenen ist zentral für den Erfolg des Projekts und wird deshalb intensiv gefördert.

Ein Schwerpunkt des Projektes ist die Integration von Anpassungsmaßnahmen in das Management des Wassereinzugsgebiets. Mosambik wird von Flüssen und Mündungen dominiert, deren Einzugsgebiete es sich überwiegend mit den angrenzenden Ländern teilt. Vor dem Hintergrund der genannten negativen Auswirkungen von Dürre und Überschwemmungen haben der Schutz der Einzugsgebiete und die verbesserte Bewirtschaftung der verfügbaren Wasserressourcen außerordentliche Bedeutung. Vertreter der großen Wassernutzer, wie Agrarwirtschaft, Gemeinden, Wasserversorger und Energiewirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Umweltgruppen des Einzugsgebiets haben sich in einem Komitee zusammengeschlossen. Gemeinsam mit ihnen werden vorrangige, einzugsgebietsspezifische Anpassungsmaßnahmen ermittelt, die die Verletzbarkeit des Einzugsgebiets und seiner Bevölkerung gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels verringert oder die Widerstandsfähigkeit, vor allem der ländlichen Bevölkerung, verbessert. Ausgewählte Maßnahmen sollen von den beteiligten Akteuren umgesetzt werden.

Wirkungen
Die lang anhaltende Dürre 2016 erforderte zahlreiche Nothilfemaßnahmen des Nationalen Instituts für das Katastrophenmanagement (INGC), in die ein Großteil der Mitarbeiter eingebunden war. Sie standen deshalb nur sporadisch für die Zusammenarbeit zur Verfügung. Nach gemeinsamer Ausarbeitung der Vergabebedingungen und einer Unterbrechung des Wettbewerbs konnte dennoch eine landesweite Studie zur Nachhaltigkeit der rund 1.000 lokalen Komitees für Katastrophenmanagement im November 2016 beauftragt werden. Mit der Fertigstellung der Studie wird Mitte 2017 gerechnet. Die Studie ist die Voraussetzung für das Projektziel: ein Modell zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit des Frühwarnsystems und der lokalen Frühwarnkomitees. Parallel werden zurzeit die Ausführungsbestimmungen für das Frühwarnsystem ausgearbeitet.

23 Mitarbeiter maßgeblicher Behörden, das heißt von Distriktverwaltungen und der regionalen Wasserbehörde ARA-Centro, sowie Mitglieder des Einzugsgebietskomitees wurden in einem sechsmonatigen Kurs geschult: Auf 5 einwöchige Seminare folgten jeweils Phasen, in denen die Teilnehmenden themenspezifische Hausarbeiten anfertigten. Der Kurs bereitet auf die zukünftigen Aufgaben im integrierten Wasserressourcenmanagement und bei der Anpassung an den Klimawandel im Einzugsgebiet des Rio Búzi vor. Die Ergebnisse der Hausarbeiten werden zur Auswahl prioritärer Anpassungsmaßnahmen herangezogen.

Eine Managementeinheit der Wasserbehörde ARA-Centro mit 3 Mitarbeitern wurde eigens für das Einzugsgebiet Rio Búzi eingerichtet und ist betriebsbereit.

Kontakt

Gereon Hunger
gereon.hunger@giz.de