Unterstützung der Landreform

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Landreform
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministerium für Landreform
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

1. Informal settlement in Swakopmund

Ausgangssituation

Wie in vielen anderen Ländern der Welt, ist auch in Namibia eine rapide Urbanisierung zu beobachten: Zwischen 2001 und 2011 ist der Anteil der Stadtbevölkerung von 32 Prozent auf 43 Prozent gestiegen. Trotz einer geringen Einwohnerdichte von 2,9 Personen pro Quadratkilometer herrscht Wohnraumknappheit. Landesweit leben schätzungsweise 600.000 Menschen in über 230 informellen Siedlungen. Das entspricht 30 Prozent der Bevölkerung. Die Lebensumstände sind prekär: Die Bewohnerschaft der Siedlungen gehört zu den untersten Einkommensschichten und ist häufig arbeitslos. Die Regierung bemüht sich, in den informellen Siedlungen eine Grundinfrastruktur zu schaffen. Die Siedlungen wachsen jedoch ungebremst. Die Menschen leben dort ohne gesicherte Landrechte. Landlosen Haushalten – insbesondere Frauen und Jugendliche – steht in Städten und im ländlichen Raum nicht ausreichend  Land zur Verfügung.

Ziel

Die namibische Regierung sichert für landlose Haushalte – und insbesondere für Frauen und Jugendliche – den gerechten Zugang zu Land. 

2. Savings Group Meeting Gobabis 2016

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt das namibische Ministerium für Landreform, lokale Gemeinden und weitere relevante Akteure darin den Zugang zu Land für landlose Haushalte in städtischen und ländlichen Räumen zu sichern. Frauen und Jugendliche werden besonders berücksichtigt. Dies geschieht durch die Regelung der Grundbesitzverhältnisse durch einen flexiblen Landrechteansatz, dem sogenannten Flexible Land Tenure System (FLTS).

Um den Zugang zu Land zu sichern, arbeitet das Vorhaben in drei Handlungsfeldern:

  • Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Landreform werden verbessert. Dafür wird das Ministerium für Landreform zu strategischen Fragen beraten und der Politikdialog mit Stakeholdern gefördert. Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung werden geschult.
  • Der flexible Landrechteansatz wird eingeführt. Damit werden Landrechte für informelle oder landlose arme städtische Haushalte gesichert. Dies umfasst Prozessberatung und die Stärkung der Kapazitäten von informellen Siedlungsgemeinschaften, lokaler Gemeinden und von Mitarbeitern der Ministerien für Land Reform und für Städtische und Ländliche Entwicklung.
  • Regionalräte steigern ihre Kapazitäten bei der Planung und Umsetzung von integrierten regionalen Landnutzungsplänen. Das Vorhaben berät die Regionalräte, die komplexen Vorgaben der Landnutzungspläne zu analysieren und in konkrete Handlungsanleitungen zu übersetzen und zu implementieren.

Wirkung

Mit der Verabschiedung des Flexible Land Tenure Gesetzes wurde 2012 der grundlegende rechtliche Rahmen für die Einführung alternativer Landrechte geschaffen. Seitdem wurde die entsprechende Durchführungsverordnung entwickelt, ein Umsetzungsplan vereinbart und erste Kapazitäten zum Registrierungsprozess im Ministerium für Landreform und den Pilotgemeinden gebildet.