Förderung der beruflichen Bildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der beruflichen Bildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Partner: Namibia Training Authority
Politischer Träger: namibisches Ministerium für Hochschulbildung, Ausbildung und Innovation (MHETI), Namibia Training Authority (NTA)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

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Ausgangssituation

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind in Namibia weit verbreitet. Die Arbeitslosenquote liegt bei 34 Prozent; bei den 15- bis 34-Jährigen sind es sogar 43,4 Prozent (Labour Force Survey 2016). Namibia gilt als Land mit mittlerem Einkommen, ist jedoch nach wie vor von einem großen Einkommensgefälle geprägt. Angesichts der steigenden Jugendarbeitslosigkeit hat die namibische Regierung ihren Handlungsbedarf erkannt. In den letzten Jahren wurden deutliche Fortschritte bei der Entwicklung eines modernen Berufsbildungssystems erzielt.

Trotz dieser Fortschritte ist das namibische Berufsbildungssystem noch nicht ausreichend auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abgestimmt. Die namibische Regierung hat in ihren Entwicklungsstrategien die Bedeutung der beruflichen Bildung für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes betont. Sowohl im fünften nationalen Entwicklungsplan (National Development Plan, NDP 5) als auch im Harambee-Prosperity-Plan der Regierung wurden klare Prioritäten im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems definiert. Die wichtigsten Branchen der Privatwirtschaft suchen Fachkräfte.

Ziel

Das namibische Berufsbildungssystem ist besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet

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Vorgehensweise

Im ersten Handlungsfeld sollen die Kapazitäten für neue oder modernisierte Bildungsangebote bei ausgewählten staatlichen und privaten Berufsbildungsanbietern ausgebaut werden. Außerdem werden die Anbieter bei der Verbesserung der Infrastruktur und der Beschaffung von notwendigem Material unterstützt, um die Durchführung von Berufsbildungsmaßnahmen zu ermöglichen. Durch internationale und regionale Partnerschaften werden Ausbilder*innen in den geförderten technischen dazu Berufen befähigt, eine qualitativ verbesserte Bildung zu vermitteln, so wie sie im nationalen Qualifikationsrahmen beschrieben wird.

Im zweiten Handlungsfeld erfolgt eine Beratung wichtiger Akteure zur Verbesserung von zentralen Elementen des namibischen Berufsbildungssystems, wobei die Beratungsleistungen dem Strategiepapier der Berufsbildungsbehörde Namibia Training Authority (NTA) sowie den übergeordneten nationalen Strategien entsprechen. Im Mittelpunkt stehen dabei (1) die Schaffung eines zukunftsfähigen Systems zur Schulung von Ausbilder*innen, (2) die Zusammenarbeit mit der namibischen Hochschule für Natur- und Technikwissenschaften (Namibia University of Science and Technology) bei Forschungsprojekten zur beruflichen Bildung in Namibia sowie (3) die technische Unterstützung des Ministeriums für Hochschulbildung, Ausbildung und Innovation (Ministry of Higher Education, Training and Innovation, MHETI) bei der Evaluierung der Berufsbildungspolitik. In diesem Handlungsfeld werden zudem Synergien zwischen dem Projekt „Förderung von beruflicher Bildung“ und dem Schwesterprojekt „Förderung von Unternehmens- und Finanzdienstleistungen“ herausgearbeitet. Dazu fördert das Projekt (4) die Einführung von Lehrgängen zur Vermittlung von unternehmerischer und finanzieller Kompetenz in ausgewählten Berufsbildungseinrichtungen und (5) trägt zur Ermittlung der Anforderungen bei, die an Arbeitskräfte bzw. Qualifikationen in ausgewählten Wertschöpfungsketten gestellt werden.

Gegenstand des dritten Handlungsfelds ist die Schaffung eines Berufsbildungsforums (Training Hub), das seit Juli 2016 in Betrieb ist und von der Europäischen Union mit 7.600.000 Euro gefördert wird. An dem Pilotprojekt sind drei bestehende Berufsbildungszentren im Norden Namibias (Nakayale, Eenhana und Valombola) beteiligt, die sich in einer dicht besiedelten, von Armut und einer hohen Jugendarbeitslosigkeit geprägten Region befinden. Ziel ist es, jungen Menschen den Zugang zu beruflicher Bildung zu erleichtern und die Qualität der Berufsbildung in den ausgewählten Einrichtungen zu verbessern. Durch die gemeinsame Planung und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen können in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft spezialisierte und vielfältigere Bildungsangebote auf höheren Ebenen des nationalen Qualifikationsrahmens entwickelt werden.

Wirkung

  • Nach der erfolgreichen Pilotphase absolvieren inzwischen mehr als 280 Auszubildende duale Aus-bildungsgänge, die an 14 Berufsschulen angeboten werden.
  • Mit Unterstützung durch das Projekt haben Fachleute bei der Überarbeitung von Berufsqualifikati-onen mitgewirkt, insbesondere in den Bereichen Solartechnologie, Industriebetriebe und Landwirt-schaft.
  • Die NTA wurde im Zeitraum 2015 bis 2017 bei der Entwicklung und Durchführung einer Studie über den weiteren Werdegang von Absolventinnen und Absolventen unterstützt.
  • Seit April 2018 wurden im Rahmen eines ein Jahr dauernden Programms mehr als 70 Ausbil-der*innen in den Bereichen Elektrotechnik, Sanitär und Kfz in regionalen und internationalen Ein-richtungen ausgebildet.
  • Die Bauarbeiten in den Berufsbildungszentren Nakayale, Valombola und Gobabis haben begon-nen.
  • Die E-Learning-Plattform des Berufsbildungsforums wurde erfolgreich in Betrieb genommen.
  • Es wurde eine umfangreiche Imagekampagne erarbeitet, um die oft negative Wahrnehmung der beruflichen Bildung zu verbessern.

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