Unterstützung des Dispositif National zur Prävention und zum Management von Ernährungskrisen und Katastrophen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Dispositif National zur Prävention und zum Management von Ernährungskrisen und Katastrophen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Niger
Politischer Träger: Cabinet du Premier Ministre, Niger
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Ausgangssituation
Die Republik Niger ist seit Jahrzehnten von immer wiederkehrenden Naturkatastrophen und den Auswirkungen politischer Konflikte betroffen. Starke klimatische Schwankungen, begleitet von zunehmenden Dürreperioden und Überflutungen, aber auch Heuschreckeninvasionen und Schädlingsbefall schwächen die Landwirtschaft. Rückkehrer und Flüchtlinge aus den Nachbarländern müssen – oft in kürzester Zeit – versorgt werden. Häufige Nahrungsmittelkrisen sind die Folge. Die sich abzeichnende Klimaänderung wird die chronische Ernährungsunsicherheit in Niger zukünftig unter Umständen weiter verschärfen.

Um den akut auftretenden Ernährungskrisen zu begegnen, hat die nigrische Regierung bereits 1998 als Koordinierungsinstrument den Dispositif National de Prévention et de Gestion des Catastrophes et des Crises Alimentaires (Nationale Organisation zur Prävention und zum Management von Ernährungskrisen und Katastrophen) eingerichtet. Es wird inzwischen von 13 internationalen Gebern unterstützt.

Ziel
Die Funktionsfähigkeit der Nationalen Organisation zur Prävention und zum Management von Ernährungskrisen und Katastrophen ist auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene gestärkt.

Vorgehensweise
Die nigrische Regierung hat die Ernährungssicherung in der Verfassung verankert und nationale Strategien und Programme entwickelt. Zu den wesentlichen Aufgaben des Dispositif National gehören die systematische Beobachtung der Versorgungslage der nigrischen Bevölkerung, die Erarbeitung von Vorsorgeplänen, der Aufbau und das Management von Nahrungsmittelreserven sowie die Durchführung von ernährungssichernden Maßnahmen im Krisenfall. Die wichtigsten sind die Verteilung von Getreide, Getreideverkauf zu ermäßigten Preisen und Subventionierung von Saatgut und Viehfutter.

Das Vorhaben berät bei technischen, strategischen und politischen Fragen zum Thema Ernährungssicherung, einschließlich Monitoring und Evaluierung. Schwerpunkte der Beratung sind das Management der Organisation, Datenerhebung und -auswertung sowie die Dekonzentration der Aktivitäten auf regionaler und kommunaler Ebene. In den acht Regionen des Landes sowie in drei Pilotkommunen werden die zuständigen Fachleute der Regional- und Gemeindeverwaltungen, aber auch Vertreter der Zivilgesellschaft in die Aktivitäten des Dispositif National einbezogen. Die Dezentralisierungskomponente des Vorhabens wird von einem Consultingunternehmen durchgeführt.

Wirkungen
Die Bundesrepublik Deutschland hat seit 2009 rund neun Millionen Euro für den Ankauf von Getreide und Saatgut zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit verschärfter Nahrungsmittelkrisen haben sechs von zehn Haushalten Nahrungsmittelhilfe benötigt und sie aus dem gemeinschaftlichen Fonds des Dispositif National erhalten.

Reformen und strukturverbessernde Maßnahmen haben die Leistungsfähigkeit des Dispositif National signifikant erhöht. Ein verbessertes Monitoring sowie der Aufbau mehrerer Datenbanken ermöglichen es der nigrischen Regierung, Entscheidungen sachgerechter und zeitnah zu treffen. In den acht Regionen des Landes wurde eine dekonzentrierte Struktur des Dispositif aufgebaut. Sie ermöglicht es, genauere Daten zu erheben und anschließend besser an die spezifische Situation angepasste Maßnahmen zur Linderung der Ernährungskrisen durchzuführen.

Durch die erfolgreiche Arbeit des Dispositif ist bei nationalen und internationalen Partnern, aber auch in der Bevölkerung das Vertrauen in die Wirksamkeit der nationalen Ernährungssicherung gestiegen.

Kontakt

Peter Pieck
peter.pieck@giz.de