Reform des Wassersektors

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm für die Reform des Wassersektors in Sambia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sambia
Politischer Träger: Ministerium für Kommunalverwaltung und Wohnungsbau und Ministerium für Energie und Wasserressourcen der Republik Sambia
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Wasserzapfen an einem Wasserkiosk in Sambia © GIZ

Ausgangssituation

Das dünn besiedelte Sambia ist reich an Bodenschätzen und verfügt über die größten Wasserressourcen aller Länder des südlichen Afrikas. Trotz dieses Reichtums ist das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung für große Teile der Bevölkerung nicht gesichert. Ein Fünftel der städtischen und zwei Fünftel der ländlichen Bevölkerung haben keinen Zugang zu Trinkwasser. Drei Fünftel der ländlichen und annähernd die Hälfte der städtischen Bevölkerung sind von angemessenen Sanitärdienstleistungen ausgeschlossen. Prekäre halbstädtische Wohngebiete, in denen 60 Prozent der Einwohner der großen Städte leben, sind von dieser Mangelsituation besonders betroffen.

Die Wasserressourcen werden nicht fachgerecht bewirtschaftet, um Trinkwasserbereitstellung, Bewässerung, Energiegewinnung sowie die Bewahrung der Ökosysteme zu gewährleisten. Negative Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit werden bisher kaum berücksichtigt. Die finanzielle und personelle Ausstattung aller Institutionen des Wassersektors entspricht nicht den Anforderungen. Institutionelle und organisatorische Reformen konnten bislang nicht wirkungsvoll umgesetzt werden.

Ziel

Die sambische Verwaltung setzt institutionelle und organisatorische Reformen im Wassersektor wirkungsvoll um.

Vorgehensweise

Seit vielen Jahren begleitet die GIZ den Reformprozess des Wassersektors. Das aktuelle Vorhaben berät die Regierung, wie nationale Programme zur städtischen sowie ländlichen Wasser- und Sanitärversorgung umgesetzt und ein klimagerechtes Wasserressourcenmanagement aufgebaut werden können.

Im Bereich Wasser- und Sanitärversorgung arbeitet das Vorhaben mit dem Ministerium für Kommunalverwaltung und Wohnungsbau zusammen. Durchführungspartner sind die kommerziellen Wasser- und Abwasserunternehmen in den drei Schwerpunktprovinzen des Vorhabens.

Im Bereich Wasserressourcenmanagement arbeitet das Vorhaben mit dem Ministerium für Energie und Wasserressourcen zusammen. Durchführungspartner ist hier die WARMA, eine dem Ministerium zugeordnete Behörde für Wasserressourcenmanagement, die auch Regulierungsfunktionen hat. Weitere Durchführungsorganisationen innerhalb des Ministeriums sind die Regulierungsbehörde NWASCO und die Abteilung für Wasserressourcen, die für Politikformulierung, Koordination sowie Monitoring und Evaluierung für Wasserressourcen und internationale Gewässer verantwortlich ist. Partner auf regionaler Ebene sind die für die jeweiligen Wassereinzugsgebiete verantwortlichen Organisationen, deren Aufbau das Vorhaben unterstützt.

Die Consultingfirmen GFA und GOPA Infra unterstützen die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkungen

Mit Unterstützung des Programms hat das Ministerium für Kommunalverwaltung und Wohnungsbau zwei wegweisende nationale Strategien zur Weiterentwicklung der Wasser- und Sanitärversorgung sowie zur urbanen Sanitärversorgung erarbeitet und im Dezember 2015 offiziell verabschiedet. Damit wurden die Grundlagen für eine effizientere und einheitlichere Erbringung von Dienstleistungen geschaffen.

Mit Unterstützung durch das Vorhaben saniert die WARMA zurzeit das landesweite hydrologische Messnetzwerk und setzt das Gesetz zum Wasserressourcenmanagement von 2011 um. Dazu gehören der Aufbau von dezentralen Strukturen und Wassernutzergruppen, die Festlegung einer neuen Preisstrategie für die kommerzielle Wassernutzung und der Aufbau eines funktionierenden Verwaltungssystems für Wasserrechte. Durch die Reformen wird die Wassersicherheit in Sambia erhöht und somit eine wichtige Grundlage für weiteres sozioökonomisches Wachstum geschaffen.

Mit Unterstützung durch das Vorhaben erarbeiten die Regulierungsbehörde NWASCO und die Wasserversorger Kommunikationsmaßnahmen und Arbeitsplatzprogramme zu den Themen HIV/AIDS und Gendergerechtigkeit. Zusammen mit dem verbesserten Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung sollen die Programme zur Verhaltensänderung in den Bereichen Gesundheit und Hygiene dafür sorgen, dass sich HIV langsamer verbreitet und die Zahl der AIDS-Toten sinkt.