Ukrainische Bevölkerung besser vor HIV/AIDS schützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: HIV/AIDS-Beratung und Institutionenförderung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ukraine
Politischer Träger: Ministerium für Gesundheit der Ukraine
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2018

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Ausgangssituation

Die Ausbreitung des menschliches Immunschwäche-Virus, besser bekannt als HIV (Human Immundefi-ciency Virus), ist eine ernste Gefahr für die Ukraine. Es ist das Land mit der höchsten HIV-Neuinfektionsrate Europas. Mehr als 241.000 Menschen leben mit dem HI-Virus, das sind 0,98 Prozent der Menschen zwischen 15 und 49 Jahren. Rund 63,6 Prozent der HIV-Neuinfektionen im Jahr 2017 wa-ren auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zurückzuführen. Der HI-Virus ist die Ursache für die Immun-schwächekrankheit Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome). HIV und AIDS sind in der Ukraine ein drängendes gesellschaftliches Problem, das durch den militärischen Konflikt im Ostteil des Landes und die große Zahl von Binnenvertriebenen verschärft wird.

Ziel

Menschen in der gesamten Ukraine sind besser über die Gefahren von HIV informiert und können sich besser schützen. Die Toleranz gegenüber Menschen, die mit dem HI-Virus leben, ist erhöht.

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Vorgehensweise

Seit 2007 besteht die Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und dem ukrainischen Gesundheitsministerium. 2009 wurde die „Don´t Give AIDS a Chan-ce“-Kampagne ukraineweit ins Leben gerufen. Sie orientiert sich an der „Gib AIDS keine Chance“-Kampagne der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. 

Die ukrainische Kampagne setzt sowohl auf Massenmedien, als auch auf persönliche Kommunikation.  Wandplakate, Informationsmaterial, Großveranstaltungen und Fernsehwerbung informieren die Bevölke-rung über die HIV-Epidemie und risikominderndes Verhalten. Seit 2009 wurden über 22.000 Werbetafeln und City-Light-Poster realisiert. Darüber hinaus ist eine interaktive Online-Plattform entstanden.
 
Um die Öffentlichkeit für das HIV/AIDS-Problem zu sensibilisieren, finden jährlich Großveranstaltungen mit Konzerten und kostenlosen, vertraulichen HIV-Tests statt. Eine weitere Maßnahme ist die Weiterbildung von Hausärzten zu den Themen „Beratung und Testung mit HIV-Schnelltests“ sowie „HIV-Prävention am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen“. Über das „Fair Play“-Fußballprogramm und den Peer-to-Peer-Ansatz des „Mitmach-Parcours“ wird das Bewusstsein der Jugendlichen für eine gesunde Lebensführung und für HIV-Prävention geschärft. Präventive Bildungs-instrumente wie der „Mitmach-Parcours“ und „Fair Play“ sind für Kinder von 12 bis 18 Jahre gedacht und fördern das Bewusstsein für HIV, HIV-Tests, dem Leben mit HIV, Sexualkrankheiten, Verhütungsmittel, reproduktive Gesundheit und Toleranz. Außerdem unterstützt das Projekt das Gesundheitsministerium der Ukraine bei der Umsetzung von präventiven Maßnahmen und Informationskampagnen.

Mittlerweile werden die Aktivitäten sowohl in den Schwerpunktregionen des Projekts Dnipropetrowsk und Saporischschja, als auch im Rest der Ukraine durchgeführt.

 

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Wirkungen

Seit Projektbeginn und der Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium, dem Fußballverband der Ukraine und Freiwillige der Vereinten Nationen, wurden mehr als 153.000 Kinder aus der ganzen Ukraine für das Thema „HIV/AIDS und HIV-Prävention“ sensibilisiert. Außerdem nahmen 10.830 Lehrer an Schu-lungen zum Thema „HIV-Prävention am Arbeitsplatz“ und 1073 Eltern am „Mitmach-Parcours“ teil. Viele andere Regionen können ihre Arbeit auch ohne weitere Unterstützung fortführen.

Von 2014 bis 2018 arbeitete das Projekt in den Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja mit 1030 Bildungseinrichtungen zusammen. Diese Zahl ist um 171 Prozent höher als ursprünglich geplant.

Während der Laufzeit des Programms wurden 2383 Hausärzte, davon rund 100 Ärzte aus den Gebieten Luhansk und Donezk, zum Thema „Beratung und Testung mit HIV-Schnelltests“ informiert.