Hochwasserschutz und Entwässerung mittelgroßer Küstenstädte zur Anpassung an den Klimawandel

Projektbeschreibung

Bezeichnung: Hochwasserschutz und Entwässerung mittelgroßer Küstenstädte Vietnams zur Anpassung an den Klimawandel
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sozialistische Republik Vietnam
Politischer Träger: Ministry of Construction (MoC)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2017

Ausgangssituation

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) hat Vietnam als eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder identifiziert. Vietnamesische Küstenstädte sind durch Extremwetterereignisse, steigende Meeresspiegel und hohe Grundwasserstände besonders bedroht. In den gefährdeten Gebieten leben insbesondere arme Bevölkerungsschichten, die von den Folgen besonders betroffen sind. Zunehmende Starkregenfälle und die daraus resultierenden Überschwemmungen führen zu einer Schädigung und zum Ausfall der lokalen Infrastruktur. Zugleich verursacht der hohe Wasserpegel eine Fließrichtungsumkehr in der Kanalisation und bedingt den Austritt von unbehandelten Abwässern, die Menschen und Umwelt gefährden. Während in Großstädten bereits internationale Projekte zur Anpassung an den Klimawandel vorhanden sind, wurden mittelgroße Städte bislang vernachlässigt. Weder in der nationalen Gesetzgebung noch in der Stadt- und Raumplanung der verantwortlichen Kommunal-, Provinz- und Nationalbehörden wird den veränderten hydrologischen und meteorologischen Bedingungen Rechnung getragen. Maßnahmen zur Anpassung der Infrastruktur an den Klimawandel fanden bislang nicht statt.

Ziel

Im Hinblick auf Anpassung an häufigere und stärkere städtische Überflutungen im Zuge des Klimawandels sind Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit staatlicher Behörden und der Bevölkerung verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt die Berücksichtigung der Klimawandelauswirkungen in der städtischen Entwässerungsplanung sowie die Katastrophenvorsorge und den Katastrophenschutz.

Die Regierung wird hinsichtlich der Verbesserung der Sektorpolitik zur städtischen Entwässerung beraten, in enger Abstimmung mit dem Bauministerium. Die systematische Berücksichtigung zukünftiger Klimaveränderungen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Das Projekt leistet Politikberatung in den fünf Provinzen Phu Yen, Binh Dinh, Khanh Hoa, Quang Ngai und Soc Trang. Beim Mainstreaming von Klimawandelanpassung in die städtische Entwässerungsplanung arbeitet es mit den Provinzen Phu Yen, Binh Dinh und Soc Trang eng zusammen. Dabei werden Lücken in der Gesetzgebung aufgezeigt, was der Arbeit auf nationaler Ebene und den anderen Provinzen zugutekommt.

Für die Verbesserung des Katastrophenschutzes legt das Projekt den Schwerpunkt auf die Provinzen Phu Yen und Binh Dinh. Dort fördert es die Einrichtung und die Verbesserung von Frühwarnsystemen. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Vietnamesischen Roten Kreuz erreicht das Projekt die Bevölkerung in besonders gefährdeten Gebieten der Provinzhauptstädte direkt. Durch Trainings zur Katastrophenvorsorge und zum Verhalten im Katastrophenfall lernt die Bevölkerung, mit Hochwasserereignissen besser umzugehen. Außerdem werden die organisatorischen Abläufe bei der Notfallplanung gemeinsam mit den zuständigen Behörden überprüft und verbessert.

Trainings und Politikdialoge in den fünf Provinzen und auf nationaler Ebene runden die gemeinsame Arbeit ab. Dabei soll auch die Kommunikation zwischen den nationalen Behörden und den Behörden in den Provinzen gestärkt werden.

Wirkung

Bei den Behörden in den Projektprovinzen ist das Bewusstsein dafür gestiegen, dass eine Beschränkung auf traditionelle Infrastrukturlösungen für die Anpassung an den Klimawandel nicht zielführend ist. Die Projektpartner arbeiten deshalb an nachhaltigen Konzepten, beispielsweise für eine Verringerung der Flächenversiegelung oder die Einrichtung von Parks und Grünflächen, die auch als Wasserrückhaltebecken dienen.

In Tuy Hoa und Quy Nhon entwickeln Arbeitsgruppen Leitfäden zum Katastrophenschutz für die zuständigen Behörden. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit von Frühwarnsystemen.

In der Gesetzgebung für die Stadtentwässerung und zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels wurden Lücken identifiziert, die nun vom Bauministerium bearbeitet werden.

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