Entwicklung des städtischen Wasser- und Sanitärsektors

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Entwicklung des städtischen Wasser- und Sanitärsektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)
Land: Südsudan
Politischer Träger: Ministry of Water Resources and Irrigation (früher: Ministry of Electricity, Dams, Irrigation and Water Resources)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Ausgangssituation

Die Wasserinfrastruktur im Südsudan unterentwickelt, in erster Linie wegen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs und wegen mangelnder Investitionen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und noch weniger haben Zugang zu angemessener Sanitärversorgung. Der jüngste Konflikt (seit Juli 2016) verschärfte die Situation für die Bevölkerung zusätzlich, vor allem für intern Vertriebene und die Aufnahmegemeinden.

Zudem fehlen im Wasser- und Sanitärsektor die institutionellen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Entwicklung. Es herrscht gravierender Mangel an qualifiziertem Personal und Know-how auf allen Ebenen, von den Wasserbetrieben bis zu den verantwortlichen Verwaltungen und zuständigen Ministerien. Die Bevölkerung ist sehr arm und größtenteils auf die Nutzung von unbehandeltem Wasser aus Flüssen, Brunnen und Quellen angewiesen. Verstärkt werden die Herausforderungen durch starke Binnenwanderung; vor allem rückkehrende Flüchtlinge und auch Binnenvertriebene ziehen in die städtischen Zentren.

Ziel

Die Trinkwasser- und Sanitärversorgung der armen städtischen Bevölkerung ist verbessert.

Vorgehensweise

Die GIZ kooperiert auf allen Ebenen mit den Hauptakteuren des Wassersektors und unterstützt sie dabei, ihre Funktion auszuüben. So hat sie in der ersten Phase das Wasserministerium dabei beraten, ein Wassergesetz zu entwickeln, das einen umfassenden rechtlichen Rahmen zur institutionellen Reform des Wassersektors formuliert, sowie eine Investitionsplanung aufzustellen. Darüber hinaus wurden Partnerinstitutionen dabei unterstützt, erste Regulierungsinstrumente zu erarbeiten. Das Programm hatte bis Dezember 2014 eine Kombifinanzierung der Agence Francaise de Developpement (AFD).

Mit Unterstützung der GFA Consulting Group und in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Gebietskörperschaften unterstützt das Programm derzeit in drei Städten die Schaffung von Voraussetzungen für oder den Betrieb von Investitionen der KfW Entwicklungsbank in Wasser- und Sanitärinfrastruktur, wie Wasserkioske und öffentliche Sanitäreinrichtungen.

Auch der nachhaltige Betrieb der Wasser- und Sanitärinfrastruktur wird finanziell und technisch unterstützt. In Kooperation mit dem Vorhaben „Stärkung von Kompetenz und Resilienz lokaler Regierungen“ wurden die Erfahrungen bei der Verbesserung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung im Sektor verbreitet. Zudem werden Voraussetzungen für den krisenresilienten Betrieb der Wasserversorgungsbetriebe in den Städten geschaffen.

Wie schon nach dem Beginn des Konflikts Ende 2013 wurden, aufgrund des jüngsten Konflikts im Juli 2016 und der wiederkehrenden Ausbreitung der Cholera, die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung besonders der Trinkwasserversorgung intensiviert und erweitert. Im Fokus steht der sichere Wasserkonsum für Haushalte.

Vom Vorhaben gegründete und unterstützte Wasserversorger verkaufen mehrheitlich über Wasserkioske sauberes Wasser an Haushalte. Während des Transportes oder im Haushalt selbst wird es häufig verunreinigt. Ausgebildete Frauen, die sogenannten Safe Water Champions, verbessern Wissen und Handhabung von Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH). Mit Unterstützung der Nichtregierungsorganisation AMREF werden derzeit 560 Frauen als Multiplikatorinnen ausgewählt und trainiert. Sie erreichen in den drei Partnerstädten Yei, Torit und Yambio bis zu 11.200 Haushalte. Unterstützend erhalten die Haushalte dazu Wasserkanister, Seife und Chlortabletten. Gesundheitszentren werden beim Monitoring von Durchfallerkrankungen und Cholera unterstützt.

Wirkungen

Die städtische Bevölkerung ist für Hygienemaßnahmen und den Umgang mit Trinkwasser sensibilisiert. Seit Beginn der Konflikte (Ende 2013) wurden 15.000 Schüler und mehr als 1.000 Haushalte mit Hygienemaßnahmen erreicht. Etwa 4.000 Personen haben Zugang zu verbesserter Sanitärversorgung in Juba und Yei. Mindestens 30.000 Personen profitieren vom Zugang zu sicherem Trinkwasser.

Drei Wasserversorger wurden gegründet und in Betrieb und Instandhaltung geschult. Voraussetzungen für Investitionen der KfW Entwicklungsbank liegen in drei Städten vor. Das von der GIZ eingeführte Betreibermodell wird vom Wasserministerium als Reformmodell anerkannt.

Ein Wassergesetz zur Ratifizierung liegt vor. Eine Strategie zur städtischen Wasser- und Sanitärversorgung und ein Investitionsplan für den Sektor wurden veröffentlicht. Damit sind wichtige Schritte zur institutionellen Reform des Wassersektors getan.