Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie (Phase 3)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie (Phase 3) 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mongolei
Politischer Träger: Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bildung und Sport / Ministry for Science, Education, Culture and Sports (MECSS)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Ausgangssituation

Mongolische Unternehmen und andere potenzielle Arbeitgeber*innen beklagen, dass die fachlichen Qualifikationen, Arbeitseinstellungen und Anwendungskompetenzen von Absolvent*innen der mongolischen Hochschulen nicht ausreichend an ihre Bedarfe angepasst sind. Die Hochschulen bereiten die jungen Menschen nur unzureichend auf die Anforderungen der Praxis vor. 

In der nationalen Strategie zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele von 2016 ist unter anderem der Aufbau einer international wettbewerbsfähigen Hochschulbildung vorgesehen. Dies soll durch die wechselseitige Stärkung von Lehre, Forschung und Industriekooperation erreicht werden. Weiterhin hat die mongolische Regierung seit 2012 Reformen im akademischen und institutionellen Bereich angestoßen, um Lehre, Forschung und Unternehmenskooperation anwendungsbezogen zu gestalten.  

Die Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT) ist dabei das bedeutendste Modellprojekt und zugleich Leuchtturmprojekt der mongolisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die mongolische Regierung erwartet, dass die DMHT als leistungsfähiger Partner für wirtschaftliche Entwicklung Strahlkraft für den gesamten Hochschulbereich hat. 

Ziel

Die personellen und sachlichen Ressourcen der Deutsch-Mongolischen Hochschule für Rohstoffe und Technologie zur Ausbildung von qualifizierten Fachkräften sind gestärkt. 

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Weiterentwicklung von praxisorientierten Studiengängen, leistet Beratung zum Hochschulaufbau und berät zu Qualitätsmanagement und Qualifizierung in Lehre und Methodik. . Dadurch unterstützt es die DMHT dabei, sich als Hochschule langfristig in der mongolischen Hochschullandschaft zu verankern und das Leistungsangebot auszuweiten. Das Lehrpersonal erhält Qualifizierungen und Trainings in der Hochschulverwaltung. 

Das Vorhaben unterstützt darüber hinaus die DMHT bei der Einführung eines Geschäftsmodells, welches die Hochschule finanziell tragfähig ausrichtet. Darüber hinaus erhält die DMHT Beratung bei der Weiterentwicklung des Leistungsangebots in Forschung und Lehre. Außerdem werden Lehrbetrieb, Campusmanagement und das Qualitätssystem der DMHT weiterentwickelt, um die Umsetzung von entwickelten Studienangeboten sicherzustellen. Das Vorhaben möchte besonders einkommensschwachen Gruppen den Zugang zur Hochschule sichern. 

Zudem ist vorgesehen, ein Hochschulnetzwerk für die Qualitätsentwicklung aufzubauen. Im Rahmen dieses Netzwerkes werden internationale Hochschulkooperationen gefördert sowie die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen im Bereich der angewandten Forschung gestärkt. Gleichzeitig ist die Bereitstellung von Forschungsleistungen für Unternehmen ein wichtiges Instrument, um diese auch bei der Akquise von Drittmitteln zu binden.

Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein wichtiges Nebenziel des Vorhabens, das in sämtlichen Aktivitäten Berücksichtigung findet. So wird die DMHT beraten, den Zugang zu sowie die Durchführung von Studiengängen inklusiv und gendersensibel zu gestalten. Frauen, Männer sowie behinderte Menschen sollen gleichermaßen förderliche Lernbedingungen vorfinden. 

Um die Digitalisierung an der DMHT voranzutreiben, arbeitet das Vorhaben eng mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik sowie dem MECSS zusammen. Der Plan sieht vor, eine digitale Plattform umzusetzen, mit welcher die Authenzität von Hochschulabschlusszeugnissen überprüft werden kann. 

Wirkungen

Als Leuchtturmprojekt für angewandte Hochschulbildung nach dem deutschen Fachhochschulmodell ist insbesondere das Qualitätsmanagementsystem der DMHT ein positives Beispiel für andere Hochschulen in der Mongolei. In der Folge hat das mongolische Bildungsministerium angekündigt, Hochschulen die staatliche Akkreditierung zu entziehen, die qualitativen Mindestanforderungen nicht genügen. Bedarfsgerechte Forschungsleistungen für die mongolische Wirtschaft können in der Zukunft nur von Hochschulen erbracht werden, die über ein wirksames Qualitätsmanagementsystem verfügen.

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