Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Politischer Träger: Ministerium für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Sport Land: Mongolei
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2019

Ausgangssituation

Die Mongolei verfügt über eines der weltweit größten Rohstoffvorkommen, besonders bei Kohle, Kupfer, Gold, Fluorspar und Wolfram. Aufgrund der hohen globalen Nachfrage erlebt die Mongolei momentan eine anhaltende Phase wirtschaftlichen Wachstums von jährlich durchschnittlich 15 Prozent. Doch die noch immer erheblichen Wachstumspotenziale im Rohstoffsektor können noch nicht umfassend für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung genutzt werden. Eine Wertschöpfung im Land, auf Basis der vorhandenen Rohstoffe, findet nur begrenzt statt. Ein zentrales Hindernis ist der eklatante Mangel an hochqualifizierten technischen Fach- und Führungskräften.

Der Hochschulsektor in der Mongolei verfügt noch nicht über die fachlichen und organisatorischen Ressourcen und das Know-how, um dem Bedarf von Industrie und Gesellschaft an qualitativ hochwertig ausgebildeten Ingenieuren und Technologieexperten zu entsprechen. Defizite im mongolischen Hochschulsektor sind unter anderem mangelnde Praxisausrichtung sowie das Fehlen internationaler Qualitätsstandards. Unternehmen und Fachministerien haben festgestellt, dass die berufspraktischen Inhalte in der Hochschulausbildung nicht ausreichen. So verfügen die Absolventen der Ingenieur- und Technikwissenschaften nicht über die für den Berufseinstieg erforderlichen Fach-, Sprach- und Sozialkompetenzen. Darüber hinaus ist die Kooperation zwischen Hochschulen und Wirtschaft unzureichend und die Wissenschaftler sind international wenig vernetzt.

Die deutsche und die mongolische Regierung sowie Unternehmen beider Länder sind sich des Reformbedarfs bewusst und beschlossen deshalb die Gründung der Deutsch-Mongolischen Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT). Der Gründung voraus ging eine Vereinbarung zwischen Bundeskanzlerin Merkel und dem mongolischen Präsidenten Tsakhiagiin Elbegdorj über eine enge Zusammenarbeit bei den Themen Rohmaterialien, Industrie und Technologie.

Ziel

Die Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT) trägt dazu bei, den Fachkräftebedarf im Rohstoffsektor zu decken und die Wertschöpfung in der Mongolei zu erhöhen. Mongolische Hochschulen profitieren von der Vermittlung internationaler Expertise und Standards, was wiederum dem nachhaltigen Wirtschaftswachstum zugutekommt.

Vorgehensweise

Die DMHT steht als staatliche Hochschule für wissenschaftliche Lehre und Forschung Modell für die Reform des Hochschulbildungssektors in der Mongolei. Sie geht eine enge Partnerschaft mit einem Konsortium renommierter deutscher Technischer Hochschulen ein. In Koordination mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützen die TU Bergakademie Freiberg, die RWTH Aachen, die TU Darmstadt und die TFH Georg Agricola Bochum die Entwicklung ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge. Darüber hinaus werden Lehrkräfte dieser und weiterer deutscher Hochschulen als Dozenten an der DMHT tätig sein.

Durch eine arbeitsmarktorientierte Ausbildung, die ein fundiertes theoretisches Studium mit praktischen Erfahrungen kombiniert, werden Studierende auf den mongolischen Arbeitsmarkt vorbereitet. Die Hochschule richtet sich an der Praxis und am Bedarf der Wirtschaft aus. Zahlreiche Unternehmen, darunter auch das größte mongolische Bergbauunternehmen Oyu Tolgoi, unterstützen die DMHT in vielfältiger Weise. Sie stellen unter anderem Praktikumsplätze bereit, leisten Beiträge zu Lehre und Programmentwicklung und vergeben Stipendien. Studierende bekommen dadurch die Möglichkeit, umfassende Praxiserfahrungen zu sammeln und ihre künftigen Arbeitgeber bereits während des Studiums kennenzulernen.

Wirkungen

Die Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT) antwortet auf die Nachfrage nach hochqualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Technologieexpertinnen und -experten im mongolischen Rohstoffsektor sowie in den nachgelagerten Industrien. Eine in der Prüfungsphase des Vorhabens durchgeführte Umfrage bei mehr als 80 Unternehmen bestätigte diesen Bedarf und dient als Richtschnur für die Programmentwicklung an der DMHT.

Im September 2013 nahm die Hochschule ihren Studienbetrieb mit knapp 40 Studierenden in einem einjährigen Ingenieurvorbereitungsprogramm auf. Seit September 2014 werden außerdem drei Bachelorprogramme in den Fächern Rohstoffingenieurwesen, Maschinenbau und Umweltingenieurwesen angeboten.

Durch die von Anfang an enge Zusammenarbeit mit deutschen Partnerhochschulen holt die DMHT internationale wissenschaftliche Expertise und moderne akademische Standards in die Mongolei. Gleichzeitig gibt die Hochschule durch ihre praxisorientierte Ingenieursausbildung einen Impuls, den Bildungssektor und die Wirtschaft besser miteinander zu verzahnen. So trägt sie dazu bei, den Fachkräftebedarf im Rohstoffsektor der Mongolei zu decken, die Wertschöpfung im Land zu erhöhen und die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Auch in organisatorischer Hinsicht dient die DMHT als Vorbild für das mongolische Hochschulsystem, indem sie beispielsweise in ihrer Steuerungsstruktur nach Grundsätzen modernen Hochschulmanagements und institutioneller Autonomie agiert.

Durch die Entwicklung eines angewandten Forschungsprofils sowie berufsbegleitender akademischer Weiterbildungsangebote für Ingenieure und Techniker wird sich die DMHT mittelfristig noch stärker als Partner für die Unternehmen im mongolischen Rohstoffsektor und den nachgelagerten Industrien profilieren.