Höhere Erträge und gesteigerte Einkommen durch Kleinbewässerung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm ländliche Entwicklung und produktive Landwirtschaft - Förderung der produktiven Landwirtschaft (PROMAP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Niger
Politischer Träger: Ministère du Plan, de l’Aménagement du Territoire et du Développement Communautaire
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Niger. Weizen- und Zwiebelanbau am Südrand der Sahara. © GIZ

Ausgangssituation

Trotz widriger Bedingungen mit Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius im Schatten und geringen, noch dazu schwankenden Niederschlagsmengen sowie armen, stark erosionsgefährdeten Böden ist der Großteil der nigrischen Bevölkerung abhängig von Einkünften aus dem Regenfeldbau. Es könnten mindestens 270.000 Hektar Ackerland für den bewässerten Gemüsebau genutzt werden, doch bislang geschieht dies nur bei rund 40 Prozent.

Die Entwicklung der Kleinbewässerung in Niger ist dadurch behindert, dass die kleinbäuerlichen Familien nicht genügend Geld für notwendige Investitionen in den Ausbau von Bewässerungsflächen haben. Vielen von ihnen fehlt darüber hinaus das Wissen, diese anzulegen. Auch der Zugang zu Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutzmittel ist für viele Familien nicht gegeben. Selbst Bauern und Bäuerinnen, die bereits in der Kleinbewässerung arbeiten, wenden häufig ökologisch nicht nachhaltige Techniken an.

Das Beratungsangebot zur Kleinbewässerungslandwirtschaft ist gering. Die Betriebe kennen sich mit Anbautechniken, der Unterhaltung von Bewässerungsanlagen, ihrer ökologischen Verträglichkeit, dem Fruchtwechsel, betriebswirtschaftlichem Handeln und Marktbeobachtung nicht aus. Obwohl immer mehr Bauern und Bäuerinnen die Vorteile der Kleinbewässerung erkennen, bleibt die bodenrechtliche Absicherung ihrer Betriebe schwach. Dies betrifft insbesondere Frauen und junge Menschen.

Es gibt kaum bäuerliche Organisationen, die die Wassernutzung gemeinschaftlich regeln oder sich für einen effizienten Zugang zu Betriebsmitteln und für gemeinschaftliche Vermarktung zusammenschließen.

Auf kommunaler Ebene werden die Themen nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und Anpassung an den Klimawandel meist zugunsten sozioökonomischer Infrastrukturmaßnahmen als zweitrangig betrachtet und tauchen in den Entwicklungsplanungen selten auf. Dies verstärkt die unzureichende Koordination der staatlichen Investitionen und Interventionen im Sektor.

Ziel

Das wirtschaftliche Potenzial der Kleinbewässerung in der Landwirtschaft Nigers wird genutzt.

Niger. Berater und Bauern kommentieren Sortenversuche zu Kartoffeln. © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät das Landwirtschaftsministerium Nigers bei der Entwicklung und Umsetzung einer angepassten Politik für die Kleinbewässerung.

Die Entwicklung von spezifischen Fortbildungsmodulen und die Durchführung von Schulungen für private und öffentliche Agrardienstleister machen diese fit, die Bauern und Bäuerinnen fachgerecht zu beraten. Bei den Schulungen geht es um Techniken zur Bodenbearbeitung, Fruchtfolgen, um die Auswahl des richtigen Saatguts, Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Arbeitssicherheit und vieles mehr. Hierbei werden Consultingleistungen durch ARGE ECO-AFC erbracht.

Interessierte Bauern und Bäuerinnen erhalten durch die so weitergebildeten Agrardienstleister, aber auch direkt durch das Projektteam, Unterstützung bei der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Betriebe oder Genossenschaften.

Das Vorhaben arbeitet eng mit der von der KfW Entwicklungsbank bereitgestellten Investitionskomponente zusammen.

Wirkungen

Die neu formulierte nationale Politik zur Kleinbewässerung ist verabschiedet, der dazugehörige Aktionsplan wurde Ende 2015 fertiggestellt. Dieser politische Rahmen strukturiert die zur Erschließung neuer Bewässerungsflächen nötigen Investitionen. Gleichzeitig wird gemeinsam mit anderen Gebern das Bewässerungspotenzial der einzelnen Regionen des Landes neu erfasst. Hierbei hat das Vorgängerprogramm die Regierung Nigers beraten.

Lokale Landrechtskommissionen dokumentieren die vorliegenden Landrechtsverhältnisse. Eine wachsende Anzahl an Landwirtinnen und Landwirten bemüht sich um die administrative Absicherung ihrer Besitzverhältnisse.

Inhalte und Methoden zur Aus- und Fortbildung von Dienstleistern und Beratern zum Thema Kleinbewässerung sind erarbeitet. Sie werden schrittweise in die Praxis eingeführt.

Mehr als 30.000 Landwirtinnen und Landwirte haben regelmäßigen Zugang zu der auf die jeweiligen agrarökologischen Anforderungen abgestimmten Beratung durch öffentliche und private Dienstleistungsanbieter. Sie berücksichtigen sowohl anbautechnische als auch betriebswirtschaftliche und organisatorische Aspekte und passen ihre Beratung dem Bedarf der Betriebe an. So steigt das Einkommen der Bauern und Bäuerinnen und sie bauen vielfältigere Nahrungsmittel an.