Kosten-Nutzen-optimierte Förderung erneuerbarer Energien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kosten-Nutzen optimierte Förderung Erneuerbarer Energien (LCORE)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Indonesien
Politischer Träger: Direktorat Jenderal Energi Baru, Terbarukan dan Konservasi Energi (DJ EBTKE)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2017/2018

Indonesien. Biogasanlage © GIZ

Ausgangssituation

Trotz ihres hohen Potenzials, haben erneuerbare Energien bis jetzt nur eine kleine Rolle in der indonesischen Energieversorgung gespielt Das Potenzial blieb bisher unerschlossen, da Erneuerbare Energien als zu teuer galten, der politische Wille sowie umsetzungsorientierte Politiken fehlten und fossile Brennstoffe stark subventioniert werden. Jedoch haben steigende Kosten zur Erzeugung und Verteilung von Strom in abgelegenen Gebieten, wie Inseln außerhalb des Java-Bali-Netzes, zusammen mit freiwilligen Verpflichtungen zum Klimaschutz – wie beispielsweise das Pariser Klimaschutzabkommen – erneuerbare Energien ins Rampenlicht gerückt.

Langfristig setzt sich das Land die Ziele, die Nachfrage nach Energie garantiert bedienen zu können, die Elektrifizierung der nicht an das Stromnetz angebundenen Gemeinden zu vervollständigen und die Nutzung von erneuerbaren Energien zu erhöhen. So sollen die nationalen Klimawandel-Ziele erreicht werden.

Ziel

Das Generaldirektorat für Neue und Erneuerbare Energien (NREEC) ist gestärkt. Es sind wirtschaftliche Lösungen entwickelt und getestet, um fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien zu ersetzen.

Effiziente Technologien sind durch Kooperationen mit deutschen Unternehmen eingeführt.

Indonesien. Besuch bei Canadian Solar © GIZ

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt das Generaldirektorat für Neue und Erneuerbare Energien (NREEC) durch gemeinsame Aktivitäten schrittweise dabei, bestehende Richtlinien und Förderprogramme zu analysieren und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Nutzung des Potenzials an erneuerbaren Energien effizienter zu erschließen. Dazu wollen die Partner private Unternehmen für Investitionen in Anlagen zur Erzeugung erneuerbare Energien und ihren Betrieb einbinden.

Das Projektteam und das Generaldirektorat konzentrieren sich auf folgende Anwendungsfelder: Nutzung von Biomasseabfällen aus der Agrarindustrie, Ersatz von Diesel durch netzgekoppelte erneuerbare Energien - insbesondere Solarenergie, innovative Geschäftsmodelle zur netzfernen Elektrifizierung mittels erneuerbarer Energie. Mit dem Generaldirektorat entwickelt das Projekt Strategien für erneuerbare Energien sowie politische Instrumente und berücksichtigt dabei das finanzielle Umfeld.

Um erneuerbare Energien erfolgreich zu verbreiten, agiert das Projekt in verschiedenen Bereichen: Das Generaldirektorat und das Ministerium berät es zur politischen Gestaltung und Gesetzgebung sowie marktgerechten Finanzierungspolitiken und -mechanismen für erneuerbare Energien. Es unterstützt Institutionen, damit sie den neuen Aufgaben gewachsen sind. Darüber hinaus erhebt es mit seinem Partner die erforderlichen Daten, um Strom aus erneuerbaren Energien in das Netz zu integrieren. Konkret heißt das:

  • Studien in drei ausgewählten Anwendungsbereichen stellen eine realistische Überprüfung des technischen und ökonomischen Potenzials der erneuerbaren Energien sowie des damit verbundenen CO2-Minderungspotenzials bereit. Sie demonstrieren Möglichkeiten zur weiteren Vergrößerung dieser Potenziale.
  • Pilotprojekte in drei ausgewählten Bereichen demonstrieren die Machbarkeit der angewandten Technologien und Geschäftsmodelle.
  • In Seminaren und Schulungen werden die öffentlichen und privaten Entscheidungsträger und weitere Beteiligte über die Resultate der Studien und Pilotprojekte informiert, mit erneuerbaren Energietechnologien vertraut gemacht und können dadurch ihre Potenziale identifizieren.
  • Laufende Aktivitäten wertet das Projektteam ständig aus und bringt die Erfahrungen daraus in die Politikgestaltung mit ein.
  • Aktionspläne, Richtlinien und Handreichungen für optimale Verfahren der Weiterverbreitung der demonstrierten Technologien und Businessmodelle werden in Kooperation mit öffentlichen und privaten Akteuren entwickelt.

Wirkungen

Das Projekt hat die Potenziale zur energetischen Nutzung in der Agrarindustrie sowie zur netzgekoppelten Solarenergienutzung präzise quantifiziert und in Studien veröffentlicht. Es hat seinen Partner bei der Formulierung von Regularien unterstützt: Die wirtschaftlichen Eckdaten des Bioenergie-Einspeisegesetzes wurden gemeinsam erarbeitet, transparente Genehmigungsverfahren für Investoren in erneuerbare Energien wurden erstellt und die technischen Richtlinien für Solarstromanlagen ausgearbeitet.

Exemplarisch wurden mit privaten Projektentwicklern Kooperationsverträge abgeschlossen. Gemeinsam konnten Pilotmaßnahmen zur Nutzung von Biogas und Biomasse aus Abfällen von Palmöl- und Tapiokastärkemühlen sowie zur Solarenergienutzung im Tourismussektor und in der Fischerei entwickelt werden. Mithilfe privatwirtschaftlicher Investitionen werden sie umgesetzt. Den Strom verbrauchen die Unternehmen entweder in einem eigenen Netz oder speisen ihn in das Netz des staatlichen Energieversorgers ein, um damit den wirtschaftlichen Aufbau und den Betrieb der Anlagen zu finanzieren.

Mit deutschen und indonesischen Firmen wurde ein Pilotprojekt zur Solarenergie im Tourismussektor entwickelt. Durch die Einsparungen von Dieselkraftstoff werden sich für den Betreiber eines Tauchclubs die Investition in die Solarhybridanlage nach etwa acht Jahren amortisieren.

Im Biogassektor sind Benchmarks entwickelt, die existierende Anlagen in ihrer Management- und Energieeffizienz steigern und damit Kosten reduzieren und Gewinne erhöhen. Sicherheitsrichtlinien für Biogasanlagen sind für lokale Betreiber in Indonesisch zugänglich.

Indonesien. Biogasanlage © GIZ