Kosten-Nutzen-optimierte Förderung erneuerbarer Energien (LCORE-INDO)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kosten-Nutzen-optimierte Förderung erneuerbarer Energien (LCORE-INDO)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Indonesien
Politischer Träger: Generaldirektorat für Neue und Erneuerbare Energien (NREEC)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2016

GIZ-Berater untersuchen in einer Palmölmühle das Potential, aus Prozessabfällen Strom zu gewinnen. © GIZ
Ausgangssituation
Trotz ihres enormen Potenzials spielten erneuerbare Energien (EE) bislang nur eine geringe Rolle in der Energieversorgung Indonesiens. Das Fehlen umsetzungsorientierter Regularien und die starke Subventionierung fossiler Brennstoffe haben den Ausbau behindert. Stark steigende Kosten der Stromerzeugung und -verteilung, vor allem in abgelegenen Gebieten auf den rund 5.000 bewohnten Inseln, führen zu einem laufend anwachsenden Subventionsbedarf des staatlichen Energieversorgers Perusahaan Listrik Negara (PLN).

Indonesien ist zu einem Netto-Importeur von Diesel geworden und die Energiesubventionen sind abhängig von schwankenden Ölpreisen. Langfristig will das Land Versorgungssicherheit und die vollständige Elektrifizierung auch netzferner Dörfer gewährleisten sowie seine Klimaschutzziele erreichen. Durch wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von erneuerbaren Energien schließt das Projekt LCORE-INDO (Promotion of Least Cost Renewables in Indonesia) die Lücke zwischen wachsendem Energiebedarf und reduzierter Nutzung fossiler Energiequellen.

Strom aus Biomasseabfällen sowie Biogas aus der Agroindustrie, beispielsweise aus Palmöl- oder Reismühlen, werden ins Stromnetz eingespeist und führen zu erheblichen Einsparungen von Dieselkraftstoff. Des Weiteren gibt es in Indonesien zahlreiche kleine Dieselnetze zur Versorgung ländlicher Dörfer sowie Gebiete fernab des PLN-Netzes. LCORE-INDO erarbeitet zusammen mit beteiligten Ministerien und Unternehmen Geschäftsmodelle zur langfristig kostengünstigen Versorgung dieser Gebiete mittels Solarenergie.

Ziel
Das Generaldirektorat für Neue und Erneuerbare Energien (NREEC) ist als übergeordnete Behörde für alle Belange der erneuerbaren Energien etabliert. Es entwickelt Richtlinien und Förderprogramme zur beschleunigten Nutzung des EE-Potenzials und trägt zur nationalen Klimastrategie bei, einschließlich der Entwicklung und Umsetzung von strukturellen Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen.

Eine Delegation des Projektpartners NREEC besucht das städtische Klärwerk München. © GIZ
Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt das Generaldirektorat für Neue und Erneuerbare Energien (NREEC) durch gemeinsame Aktivitäten schrittweise dabei, bestehende Richtlinien und Förderprogramme zu analysieren und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Nutzung des EE-Potenzials effizienter zu erschließen. Die Einbindung des Privatsektors für Investitionen in EE-Anlagen und ihren Betrieb hat dabei eine Schlüsselfunktion.

Die Aktivitäten mit dem Partner NREEC konzentrieren sich auf drei Anwendungsfelder:

  1. Nutzung von Biomasseabfällen aus der Agroindustrie
  2. Ersatz von Diesel durch netzgekoppelte erneuerbare Energien, insbesondere Solarenergie
  3. Innovative Geschäftsmodelle zur netzfernen Elektrifizierung mittels erneuerbarer Energien
Wirkung
Das Projekt hat die Potenziale zur energetischen Nutzung in der Agroindustrie sowie zur netzgekoppelten Solarenergienutzung präzise quantifiziert und in Studien veröffentlicht. Der Partner wurde bei der Formulierung von Regularien unterstützt: Die wirtschaftlichen Eckdaten des Bioenergie-Einspeisegesetzes wurden gemeinsam erarbeitet, transparente Genehmigungsprozeduren für Investoren in erneuerbare Energien wurden erstellt und die technischen Richtlinien für Solarstromanlagen ausgearbeitet.

Exemplarisch wurden mit privaten Projektentwicklern Kooperationsverträge abgeschlossen. Gemeinsam konnten Pilotmaßnahmen zur Nutzung von Biogas und Biomasse aus Abfällen von Palmöl- und Tapiokastärkemühlen sowie zur Solarenergienutzung im Tourismussektor und in der Fischerei entwickelt werden. Mithilfe privatwirtschaftlicher Investitionen werden sie umgesetzt. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den so gewonnenen Strom im eigenen Netz zu verbrauchen oder ins Netz der PLN einzuspeisen, um damit den wirtschaftlichen Aufbau und den Betrieb der Anlagen zu finanzieren.

Mit deutschen und indonesischen Firmen wurde ein Pilotprojekt zur Solarenergie im Tourismussektor entwickelt. Durch die Einsparungen von Dieselkraftstoff werden sich für den Betreiber eines Tauchclubs die Investition in die Solarhybridanlage nach etwa acht Jahren amortisieren.
Fischer auf Sumbawa laden Eisblöcke auf ihren Kutter. Das Eis soll in Zukunft mittels Solarenergie hergestellt werden. © GIZ

Kontakt

Rafael Wiese
rafael.wiese@giz.de