Biodiversitätsmanagement und Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Biodiversitätsmanagement und Klimawandel in Namibia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministry of Environment and Tourism (MET)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Namibia. Eine Einheimische präsentiert stolz ihre hart erarbeitete Marula-Ernte. Die Frauen im Hintergrund entfernen die Samen aus der Samenkammer, um an das Öl zu gelangen. © GIZ

Ausgangssituation

Die natürlichen Ressourcen und die Biodiversität von Namibia bieten ein erhebliches Potenzial für die sozioökonomische Entwicklung des Landes. Allerdings werden Umwelt und Artenvielfalt durch nicht nachhaltige Praktiken wie Überweidung, Entwaldung oder ineffiziente Wassernutzung zunehmend bedroht oder beeinträchtigt. Experten erwarten außerdem, dass der Klimawandel die bereits jetzt ausgeprägte Vulnerabilität des Landes gegenüber Dürren noch verstärkt. Zwar hat Namibia eine vorbildliche, dynamische Umweltpolitik entwickelt, doch mangelt es noch an der vollständigen Umsetzung der neuen Rahmenbedingungen.

Ziel

Namibia setzt aufeinander abgestimmte, für Biodiversität und Klimawandel relevante politische Maßnahmen, Strategien und Praktiken um. Es trägt dadurch verstärkt zur Sicherung diversifizierter Lebensgrundlagen für die von den natürlichen Ressourcen abhängige einheimische Bevölkerung bei.

Vorgehensweise

Das Projekt wird gemeinsam vom namibischen Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) und der GIZ in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und nicht staatlichen Akteuren auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene durchgeführt. Zur Erreichung der Projektziele konzentriert sich das Projekt auf drei Schwerpunkte:

  • Entwicklung und Umsetzung umweltpolitischer Strategien

    Auf nationaler Ebene arbeiten das Projekt und das MET an der Einführung mehrere Maßnahmen nach Maßgabe des Umweltmanagementgesetzes Nr. 7 von 2007. Eine dieser Maßnahmen sieht strategische Umweltbewertungen vor; sie gelten als das effektivste Mittel, um Risiken und Chancen für die Umwelt in den Richtlinien, Plänen und Programmen anderer Sektoren zu berücksichtigen. Ferner unterstützt das Projekt die Verabschiedung von Rechtsvorschriften zur Regulierung des Zugangs zu genetischen Ressourcen sowie zur Förderung einer gerechten Verteilung der daraus resultierenden Gewinne. Auf regionaler und lokaler Ebene stärkt das Projekt die Leistungsfähigkeit des MET, damit es die vor kurzem verabschiedete Richtlinie für eine gemeindebasierte Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien vollständig umsetzen kann. Dadurch sollen die lokalen Gemeinden ermutigt werden, Strategien einer integrierten Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen zu nutzen.

  • Gemeindebasierte Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen vor dem Hintergrund des Klimawandels

    Zur Konsolidierung der Erfolge, die durch die gemeindebasierte Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen erzielt wurden, und zur Abstimmung dieser Herangehensweisen mit den bestehenden Naturschutzstrategien kooperiert das Projekt mit verschiedenen kommunalen Naturschutzbehörden und kommunalen Forsteinrichtungen in den Regionen Ost-Kavango und Ohangwena. Dabei fördert das Projekt die kommerzielle Nutzung von Produkten, die auf der Biodiversität beruhen (Handel mit ökologisch hergestellten Erzeugnissen), die Anpassung an den Klimawandel auf Grundlage des Ökosystems sowie die Verbesserung der Governance zur Unterstützung dieser Entwicklungsprozesse.

  • Sektorübergreifendes Mainstreaming von Umweltschutzkonzepten

    Das Projekt fördert die Integration von sektorübergreifenden Umweltschutzkonzepten in die Entwicklungsplanung anderer Ministerien. Zu diesen Konzepten gehören beispielsweise ein Biodiversitätsmanagement, die Anpassung an den Klimawandel oder Konzepte für eine ökologische Wirtschaft. Außerdem prüft das Projekt die Möglichkeit, politische Instrumente einzuführen, um Anreize für den Schutz von natürlichen Ressourcen und Ökosystemdienstleistungen zu setzen – dem natürlichen Kapital einer ökologischen Wirtschaft. Zu diesen Instrumenten zählen insbesondere eine umweltschutzorientierte Steuerreform sowie die Bezahlung für Umweltdienstleistungen. Das Projekt arbeitet deshalb mit sektorübergreifenden Gremien wie dem Rat für nachhaltige Entwicklung zusammen und unterstützt die Umsetzung der aktualisierten landesweiten Strategie für Biodiversität sowie des zugehörigen Maßnahmenplans.