Biodiversitätsmanagement und Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Biodiversitätsmanagement und Klimawandel (BMCC) in Namibia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministry of Environment and Tourism (MET)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

2 - Ralf Baecker - Marula - BMCC

Ausgangssituation

Die natürlichen Ressourcen und biologische Vielfalt von Namibia haben ein hohes Potenzial für die nachhaltige Entwicklung des Landes. Einzigartige Landschaften, eine reiche Tier- und Pflanzenwelt und mineralische Rohstoffe bieten vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Allerdings werden Umwelt und Artenvielfalt durch nicht nachhaltige Praktiken wie Überweidung und Entwaldung bedroht. Experten erwarten außerdem, dass der Klimawandel die bereits jetzt ausgeprägte Verwundbarkeit des Landes gegenüber Dürren noch verstärken wird. Namibia hat eine vorbildliche Umweltpolitik entwickelt, häufig mangelt es aber noch an ihrer vollständigen Umsetzung.

Ziel

Namibia setzt aufeinander abgestimmte, für Biodiversität und Klimawandel relevante politische Maßnahmen, Strategien und Praktiken um. Dafür werden die Fähigkeit des Ministeriums für Umwelt und Tourismus (MET) zur Gestaltung und Steuerung der Umsetzung verbessert. Dies sichert die Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung, die von den natürlichen Ressourcen abhängig ist.

4 - Ralf Baecker - Community Consultation - BMCC

Vorgehensweise

Das Projekt wird gemeinsam vom namibischen Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (GIZ) GmbH durchgeführt. Es arbeitet in vier Handlungsfeldern zusammen mit weiteren Ministerien und nicht staatlichen Organisationen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene.

  • Integration der umweltrelevanten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs der Agenda 2030) in die nationale Entwicklungsplanung

Viele der international vereinbarten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und ihre Unterziele haben umweltpolitische Relevanz für Namibia. Das Vorhaben unterstützt die Partner, die globalen Ziele auf nationale Ebene herunterzubrechen und geeignete Indikatoren zur Messung der Zielerreichung festzulegen. Dafür analysiert das Projekt Potenziale wie Hemmnisse und erarbeitet Handlungsempfehlungen für den nationalen Nachhaltigkeitsrat (Sustainable Development Advisory Council). Dies beinhaltet auch einen Erfahrungsaustausch mit dem deutschen Rat für nachhaltige Entwicklung.

  • Stärkung der Umweltfolgenabschätzung (Strategische Umweltprüfung und Umweltverträglichkeitsprüfung)

Das Projekt arbeitet mit dem namibischen Umweltministerium an einer effizienteren Umsetzung des Gesetzes zu Umweltmanagement (Environmental Management Act). Dazu erarbeitet das Vorhaben Regularien und Leitlinien, um Qualität und Effizienz von Umweltverträglichkeitsprüfungen zu verbessern. Außerdem setzt sich das Vorhaben für mehr Umweltbewusstsein in der Öffentlichkeit und bei Unternehmen ein (zum Beispiel in den Bereichen Bergbau, Infrastruktur, Tourismus).

  • Schaffung eines regulativen Rahmens für den Zugang zu genetischen Ressourcen und ihre gerechte Nutzung (Access and Benefit Sharing, ABS)

Biologische Ressourcen, wie zum Bespiel Marula-Öl, haben Potenziale als Arzneimittel, Kosmetikprodukte oder Nahrungsergänzungsstoffe. Das Projekt unterstützt das Umweltministerium bei der Entwicklung eines regulativen und institutionellen Rahmens. Dieser soll eine faire und nachhaltige Nutzung dieser Ressourcen gewährleisten, von der auch indigene Völker und die lokale Bevölkerung profitieren. Ferner analysiert das Vorhaben Marktpotenziale biologischer Ressourcen, um neue Wertschöpfungsketten zu entwickeln und damit Einkommensquellen für die ländliche Bevölkerung zu erschließen.

  • Gemeinsame Umsetzung der drei „Rio-Konventionen

Namibia ist Unterzeichner der drei internationalen Umweltabkommen zu Klimawandel, Erhalt der biologischen Vielfalt und zur Verhinderung der Wüstenbildung („Rio-Konventionen“). Das Umweltministerium koordiniert die Umsetzung der Abkommen. Dies erfordert konzertierte Aktionen über Sektorgrenzen hinweg. Das Projekt unterstützt die Entwicklung sektorübergreifender Investitionsprogramme, um zum Beispiel die Landwirtschaft oder Infrastrukturentwicklung klima- und umweltfreundlicher zu gestalten und die Vorgaben der internationalen Vereinbarungen einzuhalten. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit erhöht das Bewusstsein in der Bevölkerung für Umweltbelange.

19 - Klemens Riha - Giraffe - BMCC

Wirkungen

Das Projekt trägt zur Sicherung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung bei. Die effizientere Anwendung der Umweltgesetze, mehr Transparenz im Umweltmanagement und eine gerechtere Nutzung biologischer Ressourcen erhalten die Ökosysteme. Durch das Projekt profitieren beispielsweise Produzenten biologischer Ressourcen (wie Marula-Öl oder dem Anti-Rheumamittel Teufelskralle) sowie indirekt etwa 14.000 Erntearbeiter, die stärker an den Gewinnen aus der Nutzung teilhaben. 2017 wurde ein eigenes Gesetz über den gerechten Vorteilsausgleich bei der Nutzung biologischer Ressourcen verabschiedet, das unter anderem die Selbstbestimmung der indigenen Gemeinschaften sicherstellt und sie in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezieht.