Förderung von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zur Verbesserung der Effizienz im Wasser- und Energiesektor (Phase II)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zur Verbesserung der Effizienz im jordanischen Wasser- und Energiesektor (Phase II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanisches Arbeitsministerium
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

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Ausgangssituation

In Jordanien ist der Wasser- und Energiebedarf so stark gestiegen, dass er durch die begrenzten Ressourcen des Landes nicht mehr gedeckt werden kann. Außerdem nimmt zurzeit die Arbeitslosigkeit zu – gleichzeitig herrscht ein ausgeprägter Fachkräftemangel. Von der Arbeitslosigkeit sind vor allem junge Menschen betroffen. So sind mehr als ein Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Beschäftigung.

Ziel

Den jordanischen Unternehmen stehen qualifizierte Fachkräfte in den Bereichen Wasser- und Energieeffizienz zur Verfügung.

Vorgehensweise

Gegenstand des Vorhabens ist die Wasser- und Energieeffizienz, speziell das Missverhältnis zwischen dem Angebot an und der Nachfrage nach technisch entsprechend qualifizierten Fachkräften. Um diese Diskrepanz zu verringern, verbessert das Vorhaben den Kapazitäts- und Kompetenzaufbau (Capacity Building) und die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Beschäftigten. Zugleich erhalten Einrichtungen der beruflichen Bildung Hilfestellung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.

Im Rahmen eines Multi-Stakeholder-Ansatzes werden jordanische Unternehmen dabei unterstützt, so viele bedarfsgerecht ausgebildete Fachkräfte einzustellen, dass sie eine effiziente Wasser- und Energieversorgung gewährleisten können. Das Vorhaben stärkt die Leistungsfähigkeit wichtiger Akteure des Berufsbildungssystems und des Wasser- und Energiesektors. Auf diese Weise entsteht ein auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abgestimmtes Ausbildungssystem.  Zudem nutzt das Vorhaben Kooperationsmechanismen, um die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt durch Privatsektorbeteiligung an ihrer Ausbildung zu unterstützen. Die Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Anbietern beruflicher Bildung wird im Rahmen des Vorhabens vor allem auf zwei Wegen gestärkt: durch die Einrichtung des National Sector Skills Council (NSSC) und durch den bedeutenden Beitrag der Privatwirtschaft zum Betrieb des jordanisch-deutschen Exzellenzzentrums für Solarenergie in Mafraq, das in Zusammenarbeit mit der National Employment and Training Company errichtet wurde.

Wirkungen

Zur Stärkung der Kapazitäten im Wasser- und Energiesektor führt das Vorhaben auf unterschiedlichen Niveaus Schulungen für Fachkräfte, gering qualifizierte Arbeitskräfte und Handwerker durch. Auch Schulabgänger sollen die Qualifikationen erwerben, die der Arbeitsmarkt von ihnen verlangt, um ihre Beschäftigungsaussichten zu erhöhen. Diese Verbesserungen der beruflichen und unternehmerischen Kompetenzen Erwachsener und Jugendlicher wirken sich auch auf das Ansehen von Arbeitsplätzen für Arbeiter positiv aus.

Begleitet wird die Zusammenarbeit vom Ministerium für Arbeit. Um die angestrebten Verbesserungen zu erzielen, werden auch die Lehrpläne der jordanischen Vocational Training Corporation und anderer Ausbildungsanbieter überarbeitet.

Außerdem kooperiert das Vorhaben mit der Gewerkschaft Jordan Construction Contractors Association, die den Arbeitsmarkt vertritt, und dem Centre of Accreditation and Quality Assurance, das die Qualität und Glaubwürdigkeit der Ausbildungsgänge gewährleistet. Durch die Einbindung der Privatwirtschaft wird ein Gefühl von Eigenverantwortung (Ownership) erzeugt, was wiederum die Schaffung echter Arbeitsplätze fördert.

Durch die Zusammenarbeit von NSSC und Vorhaben konnten fünf Programme für Kurz- und Langzeit-Trainings erarbeitet werden. In diesem Rahmen haben bislang 650 Absolventen ihre Beschäftigungsfähigkeit verbessert: entweder in mehreren Durchgängen von Kurzzeit-Schulungen für Techniker, Ingenieure und Supervisoren für die Instandhaltung von Wasserleitungsnetzen sowie die Installation und Instandhaltung von Photovoltaik-Anlagen und elektrischen Leitungsnetzen in Wohnhäusern, oder in Langzeit-Ausbildungen in den Bereichen Sanitärinstallation und Solarheizungen. Darüber hinaus haben sich 120 Ausbilder in Trainings mit Ausbilderkollegen fortgebildet. In die oben genannten technischen Ausbildungen waren zusätzlich didaktische Trainingseinheiten eingebettet.

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