Ernährungssicherheit durch verbesserte landwirtschaftliche Produktivität im Westen Kenias

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ernährungssicherheit durch verbesserte landwirtschaftliche Produktivität im Westen Kenias
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft, Viehwirtschaft und Fischerei
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2018

Ausgangssituation

Kenias Landwirtschaft ist durch kleinbäuerliche Produktionssysteme geprägt. Sie erzeugen etwa 75 Prozent der nationalen Nahrungsmittelproduktion – überwiegend für den Eigenbedarf der bäuerlichen Haushalte. Die schnell wachsende Bevölkerung, besonders in den Städten, die Auswirkungen des Klimawandels sowie Boden- und Wasserknappheit führen zu Raubbau an den natürlichen Ressourcen und sind große Herausforderungen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Die politische Institutionenlandschaft hat sich im Zuge der seit 2013 umgesetzten Dezentralisierung stark verändert. Die Ministerien für Landwirtschaft, Viehwirtschaft und Fischerei wurden in einem nationalen Ministerium zusammengeführt. Zuständig für landwirtschaftliche Dienstleistungen sind neu geschaffene Bezirksregierungen; dies betrifft vor allem landwirtschaftliche Beratung sowie Aus- und Fortbildung. Die Zusammenarbeit zwischen den Behörden auf nationaler und Bezirksebene ist noch nicht funktional, vor allem die Neuordnung von Mandaten und Verantwortlichkeiten. Auch die neue Rolle der nationalen Ebene, die Weiterentwicklung von Ressourcen und Kompetenzen der Landwirtschaftsdienste in den Bezirken sicherzustellen, ist noch nicht gefestigt.

Ziel

Schlüsselinstitutionen für landwirtschaftliche Entwicklung, vor allem auf der nationalen Ebene und in den Bezirken Westkenias, fördern eine nachhaltige Landwirtschaft, die zur Ernährungssicherheit beiträgt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in den Bezirken Bungoma, Kakamega, und Siaya im Westen Kenias. Das Projektteam berät das nationale Landwirtschaftsministerium dabei, die neuen dezentralisierten technischen Strukturen in die Praxis umzusetzen. Das Ministerium wird besonders dabei unterstützt, die Bezirke für landwirtschaftliche Beratungen zu stärken und weiterzuentwickeln sowie andere Dienstleistungsmodelle, mit Beteiligung der Privatwirtschaft und von Nichtregierungsorganisationen, zu erproben. Des Weiteren wird das nationale Landwirtschaftsministerium bedarfsgerecht zu Sektorkoordination und Politikgestaltung beraten, beispielsweise zur Anpassung nationaler Strategien und Politiken an die Dezentralisierung und ihre Umsetzung.

Für eine funktionale Zusammenarbeit der Behörden auf nationaler und auf Bezirksebene moderiert das Vorhaben politische Aushandlungsprozesse. Themen sind dabei auch Investitionsplanung und Umsetzung nationaler Standards auf Bezirksebene.

Das Projektteam unterstützt Entscheidungsträger in den ausgewählten Bezirken dabei, eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung, unter Berücksichtigung von Ernährungsfragen, durch effektive Beratungssysteme zu planen und umzusetzen. Neue Ansätze werden getestet und gefördert, wie der Privatsektor wirksam in ein kombiniertes öffentlich-privates Beratungssystem eingebunden werden kann. In den drei Bezirken werden, in Zusammenarbeit mit den politischen Partnern, Forschungs- und Lehrinstitutionen sowie dem Privatsektor, Maßnahmen erarbeitet, um das Thema Ernährung in den landwirtschaftlichen Beratungsdiensten und Curricula stärker zu berücksichtigen. Auf diese Weise wird eine nachhaltige,  ernährungssensible Landwirtschaft auf mehreren Ebenen gefördert.

Das Projekt setzt begonnene Prozesse und erprobte Praktiken aus dem Vorgängervorhaben fort und entwickelt sie weiter. Die nationalen politischen Partner erhalten weiterhin Unterstützung bei der Formulierung nationaler Politiken, wie der übergreifenden Landwirtschaftspolitik oder der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bewässerungspolitik. Das Projektteam organisiert Konsultationsforen, in denen Verantwortliche der nationalen Regierung und Verantwortliche aus den Bezirken zusammentreffen. Dies wirkt sich positiv auf die Koordination und Kommunikation zwischen beiden Ebenen aus. Das Vorhaben stellt die erfolgreiche Einbindung anderer Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Sektor sicher.