Regionale Kooperation zur nachhaltigen Gestaltung des Bergbaus in den Andenländern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionale Kooperation zur nachhaltigen Gestaltung des Bergbaus in den Andenländern
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Peru
Regionaler Träger: UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

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Ausgangssituation

Der Bergbau kann einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in den Andenländern leisten. Die traditionell hohe wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaus,  seine Relevanz auf dem Beschäftigungsmarkt sowie signifikante Investitionen sind in diesem Zusammenhang besonders ausschlaggebend. Den Chancen stehen jedoch ebenfalls Risiken für einzelne Nachhaltigkeitsziele (SDG) und für die Umsetzungsprinzipien der Agenda 2030 gegenüber. Wichtige Herausforderungen sind: Umweltbelastungen, immense wirtschaftliche Aufwendungen und soziale Auswirkungen sowie soziale Konflikte.

Zunehmendes Umweltbewusstsein und steigende Erwartungen an verantwortungsvolle Rohstoffförderung und -nutzung bei Produzenten und Konsumenten erfordern eine transparentere, sozialverträgliche und partizipative Verwaltung des Bergbausektors.

Nach einer Phase niedriger Rohstoffpreise erwartet die Andenregion einen neuen Rohstoffboom. Dieser geht insbesondere auch auf die steigende Nachfrage nach Rohstoffen, wie Lithium, Kupfer, Gold und Silber zurück, die für die Energie- und Transportwende nötig sind. Die Etablierung nachhaltiger Lieferketten, eine vertiefte Ausrichtung des Sektors an der Agenda 2030 und damit sowohl umwelt- als auch sozialverträgliche Rohstoffproduktion sind zentrale Themen in der Region. Die Bedeutung der Andenländer in diesem Themenfeld spiegelt sich auch in Deutschlands Rohstoffpartnerschaften mit Peru und Chile wider.

Erste Schritte zu einer Orientierung des Bergbaus an Kriterien der Nachhaltigkeit liegen vor. Die strategische Diskussion über den möglichen Beitrag dieses Wirtschaftssektors zur Erfüllung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in den Andenländern steht jedoch noch am Anfang.

Ziel

Die Andenländer verfügen über konzeptionelle Voraussetzungen, um ihre Bergbauindustrie an ausgewählten Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu orientieren.

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Vorgehensweise

Das Programm unterstützt die Andenländer dabei, das Potenzial und die Risiken des Bergbausektors für die nachhaltige Entwicklung im Sinne der Agenda 2030 zu identifizieren. Es unterstützt Maßnahmen, die die regionale Kooperation und den Austausch zwischen den Andenländern im Themenbereich des Bergbaus mit dem Ziel stärken, positive Beiträge zur Agenda 2030 zu fördern und Risiken zu reduzieren.

Gemeinsam mit einem Vorhaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) arbeitet die GIZ mit dem regionalen Träger, der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) der Vereinten Nationen, in drei Themen zusammen:

  • Politik- und Strategien
  • Gute Regierungsführung der beteiligten Interessensgruppen aus Staat, Privatsektor und Zivilgesellschaft- Stakeholdergovernance
  • Technologietransfer und Innovation

Das Programm arbeitet exemplarisch in einzelnen Ländern, um den regionalen Austausch zu bestimmten Themen anzuregen. Der Austausch basiert sowohl auf aufbereiteten Erfahrungen der Andenländer sowie internationalen Erfahrungen. Das Programm verfolgt als wesentliches Element den Multistakeholder-Ansatz. Das heißt, es arbeitet mit staatlichen Akteuren, zivilgesellschaftlichen Organisationen und  Unternehmen zusammen. Durch die enge Kooperation von GIZ und BGR können zentrale Themen des Bergbaus fachlich und entwicklungspolitisch umfassend bearbeitet werden.

Wirkungen

Mit Unterstützung des Vorhabens konnte das Thema nachhaltige Gestaltung des Bergbaus regional verankert werden. In Netzwerken unterschiedlicher Akteure zu Nachhaltigkeitsthemen im Bergbau diskutieren mehr als 800 Personen.

Über 150 Personen wurden zu unterschiedlichen Nachhaltigkeitsthemen im Bergbau fortgebildet (z.B. EITI-Umsetzung, Bekämpfung von Steuervermeidung und Steuerhinterziehung, Altlastenmanagement).

Über Entwicklungspartnerschaften mit der Privatwirtschaft konnte die Entwicklung innovativer Technologien für den Bergbau gefördert werden.

Die Ressourcen zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie regionaler und nationaler Netzwerke für Analysen und zur Vernetzung sind gestärkt.