Energie für Entwicklung (EnDev)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energising Development EnDev Bolivien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Land: Bolivien
Politischer Träger: Ministry for Hydrocarbons and Energy (MHE); Vice Ministry for Electricity and Renewable Energy (VMEEA)
Projektlaufzeit: 2013 bis 2016

Ausgangssituation

Trotz verstärktem staatlichen Netzausbau in den vergangenen Jahren haben in Bolivien rund 40 Prozent der ländlichen Haushalte keinen Zugang zu Elektrizität. Ein großer Teil der Bevölkerung ist zur Befriedigung des täglichen Energiebedarfs deshalb auf traditionelle Energieformen angewiesen, wie Beleuchtung durch Kerosinlampen und Kerzen. In den ländlichen Gebieten verwenden 70 Prozent der Haushalte Biomasse zum Kochen.

Auch viele öffentliche Einrichtungen, Schulen, Krankenstationen und soziale Einrichtungen, verfügen nicht über moderne Energie. Gleichzeitig erschwert fehlende Technologie die Entwicklung des Produktionssektors.

Ziel

Die Bedingungen im Energiesektor Boliviens haben sich verbessert. Einkommensschwache Haushalte, soziale Einrichtungen sowie kleine und mittelgroße Betriebe haben nachhaltigen Zugang zu modernen Energietechnologien und -versorgungsleistungen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist Teil der globalen Multi-Geber-Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev), einer globalen Initiative, die von der GIZ durchgeführt und von den Niederlanden, Deutschland, Australien, Großbritannien, Norwegen und der Schweiz finanziert wird.

Im Projekt werden Strategien entwickelt, um Sozialeinrichtungen und private Haushalte in ländlichen Gebieten sowie Kleinbauern kostengünstig und nachhaltig mit Energie zu versorgen, vor allem für grundlegende Dinge wie Beleuchtung, Kochen oder das Erhitzen von Wasser. Die bessere Energieversorgung soll auch die Produktivität von Kleinunternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben erhöhen.

Das Projekt verfolgt das Konzept, Hilfsgelder zu reduzieren und stattdessen, Bündnisse zu schaffen und örtliche Ressourcen zu mobilisieren, die aus Anträgen und Bedarf der Bevölkerung heraus entstehen.

Viele Dörfer liegen zwar in der Nähe von Stromleitungen, die Bewohner können jedoch die Anschlusskosten nicht finanzieren. Gemeinsam mit den Stromversorgungsunternehmen hat EnDev Finanzierungsmodelle entwickelt: Kosten werden geteilt und die Haushalte zahlen einen Betrag, den sie sich leisten können. Durch den Stromanschluss müssen sie weniger für Energie ausgeben und sparen das Geld für Batterien, Kerosin und Kerzen.

Hunderttausende Familien auf dem Land kochen auf sogenannten Drei-Steine-Feuern. Diese Methode verbraucht sehr viel Feuerholz und produziert giftigen Rauch, der Gesundheitsprobleme verursachen kann. Um Abhilfe zu schaffen, bildet das Projekt Herdproduzenten und lokale Techniker im Bau effizienter Herde aus und organisiert Informationskampagnen in den Dörfern.

Viele Schulen und Gesundheitsstationen sind ohne Licht, Heizung und Kochgelegenheiten. Mit effizienten Herden und Solaranlagen können Schulen Warmwasser zum Duschen aufbereiten und Schulessen zubereiten. Vor allem in der kalten Andenregion ist warmes Wasser für die Hygiene wichtig. Die Duschen werden auch von den Eltern der Kinder genutzt. Heißes Wasser ist in Gesundheitsstationen unentbehrlich, etwa zum Desinfizieren.

Die überwiegende Mehrheit der ländlichen Bevölkerung verdient ihren Unterhalt in der Landwirtschaft. Familien erzielen auf ihren Feldern meist aber nur geringe Erträge. Häufig bedrohen ausbleibende Regenfälle ihre Ernten. Ein weiteres Problem ist die fehlende Möglichkeit der Konservierung und Weiterverarbeitung der Produkte. So müssen die Produzenten ihre Produkte sofort nach der Ernte verkaufen und erzielen nur geringe Preise. Um die Lage der Menschen und ihre Produktionsweise zu verbessern, finanziert EnDev Bolivia unterschiedliche Maßnahmen: beispielsweise diesel- oder solarbetriebene Motorpumpen, damit Landwirte ihre Felder regelmäßig bewässern können, bis Jungpflanzen robust genug sind. Außerdem benötigen die Dorfbewohner Maschinen, etwa Mühlen oder Trockner, mit denen sie ihre Produkte, Mais, Reis, Erdnüsse oder Chilis, trocknen oder mahlen können.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Bis Dezember 2013 erhielten 700.000 Menschen Zugang zu moderner Energie. Mehr als 4.000 Schulen, Gesundheitszentren und Gemeinschaftszentren wurden technisch ausgerüstet und erhielten moderne elektrische Anschlüsse, energieeffizienten Herden oder Solarthermieanlagen. In über 20.000 kleinen und mittelgroßen Betrieben wurde die technische Ausstattung zur Produktion und Weiterverarbeitung von Agrarprodukten verbessert.