Das Programm zur Förderung der Zivilgesellschaft stärkt die Kapazitäten der palästinensischen zivilgesellschaftlichen Organisationen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Zivilgesellschaft in den Palästinensischen Gebieten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Palästinensische Gebiete
Politischer Träger: Unsere Partner sind zivilgesellschaftliche Organisationen. 
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Advocacy campaign against early marriage during a CSP training on advocacy

Vorgehensweise

Zivilgesellschaftlichen Organisationen (ZGO) kommt in Palästina eine tragende Rolle zu. Sie setzen sich für die Wahrung der Menschenrechte ein und schließen Lücken im Dienstleistungsangebot. Obwohl die palästinensische Zivilgesellschaft über gut verwurzelte Organisationen verfügt, hat sie zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen. Die palästinensischen Behörden im Westjordanland und im Gazastreifen agieren zunehmend autoritär und schränken die Möglichkeiten zur Einbindung der Zivilgesellschaft ein. Darüber hinaus sind die Organisationen damit konfrontiert, dass die israelischen Streitkräfte regelmäßig gegen palästinensische ZGO vorgehen. Dies stellt insbesondere in Ost-Jerusalem eine Herausforderung dar, da die Arbeit der Organisationen hier von den israelischen Behörden stark eingeschränkt wird. 

In einem derart komplexen sozio-politischen Umfeld kommt der Stärkung der Zivilgesellschaft eine entscheidende Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere für Organisationen, die mit gefährdeten Gruppen wie Frauen, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen arbeiten.

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Ziel

Im Einklang mit dem Umsetzungsprinzip der Agenda 2030 – „Niemanden zurückzulassen“ (Leave no one behind / LNOB) sind palästinensische zivilgesellschaftliche Organisationen besser aufgestellt, um die politische Partizipation der palästinensischen Öffentlichkeit zu stärken.

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Vorgehensweise

Das Programm unterstützt mehr als 20 zivilgesellschaftliche Organisationen und Zusammenschlüsse im Westjordanland, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen, die die Rechte von Jugendlichen, Frauen und Menschen mit Behinderungen vertreten und sich für sie einsetzen. Es zielt darauf ab, die politische Partizipation der Bevölkerung im Sinne des „Niemanden zurückzulassen“-Prinzips der Agenda 2030 zu verstärken. Zur Erreichung dieses Ziels ist das Vorhaben in den folgenden Schwerpunktbereichen aktiv:

Aufbau organisatorischer Kapazitäten
Das Projekt unterstützt die organisatorische Entwicklung der Partner in Bereichen wie Projektmanagement, Fundraising, Monitoring und Evaluierung, psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung sowie in Bezug auf die Vorsorge für und Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie. So trägt es dazu bei, die Effektivität und Resilienz dieser Partner zu verbessern. Die Partnerorganisationen ermitteln ihre Stärken und Entwicklungsbedürfnisse mit Hilfe des Instruments zur Selbstevaluierung von organisatorische Kapazitäten (Organisational Capacity Self-Assessment Tool (OCSAT). Auf dieser Grundlage erstellt das Vorhaben gemeinsam mit den Partnerorganisation einen Plan für die Organisationsentwicklung, um an den langfristigen Bedarfen der jeweiligen Organisation zu arbeiten. 

Digitalisierung
Das Programm unterstützt die Partnerorganisationen bei der Stärkung ihrer digitalen Kompetenzen durch die Entwicklung von inklusiven digitalen Tools und Methoden, um die Bedürfnisse benachteiligter Bevölkerungsgruppen stärker zu berücksichtigen und die Einbindung dieser Menschen zu fördern. Zudem werden Schulungen für Partnerorganisationen zu Themen wie digitale Rechte und digitale Sicherheit durchgeführt

Interessenvertretung
Das Vorhaben unterstützt auch die Ausarbeitung und Umsetzung von partizipativen Strategien für die Interessenvertretung auf nationaler und internationaler Ebene. Damit soll sichergestellt werden, dass die ZGO Strategien umsetzen, um die Interessen von stark benachteiligten Gruppen in Prozessen zu vertreten, die auf nationaler Ebene laufen.

Einbindung der Bürger in die lokale Planung
ZGO können die Belange benachteiligter Bevölkerungsgruppen besser in Planungsprozessen berücksichtigen, die auf subnationaler Ebene ablaufen. So soll sichergestellt werden, dass die Bedürfnisse dieser Gruppen in den strategischen Entwicklungs- und Investitionsplänen sowie in den jährlichen Kapitalinvestitionsplänen auf Stadt- und Dorfebene berücksichtigt werden. 

Niemanden zurücklassen
Neben der Arbeit mit palästinensischen ZGO ist das Projekt dafür verantwortlich, das Umsetzungsprinzip der Agenda 2030 – „Niemanden zurückzulassen“ (Leave no one behind / LNOB) in den Programmen zu verankern, die die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Palästina durchführt. Das Team berät und sensibilisiert die Mitarbeiter*innen der deutschen EZ sowie die der jeweiligen Partnerorganisationen.

Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie; psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung
Das Vorhaben soll sicherstellen, dass Menschen, die zurückgelassen wurden, in Vorsorge- und Folgenbewältigungsplänen sowie bei kommunalen Dienstleistungen berücksichtigt werden. Es trägt dazu bei, die Kapazitäten von ZGO zur Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen zu entwickeln, ihre Resilienz im Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu steigern und die digitalen Tools der Partner zur Erbringung dieser Dienstleistungen zu verbessern.

Stand: April 2021

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