Stärkung der palästinensischen Zivilgesellschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Zivilgesellschaft in den Palästinensischen Gebieten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Palästinensische Gebiete
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

Mitglieder von Selbstvertretungsorganisationen planen ihre Aktivitäten; Foto: Qader for Community Development

Ausgangssituation

Die Zivilgesellschaft in den Palästinensischen Gebieten muss sich vielfältigen Herausforderungen stellen. Der Handlungsspielraum der palästinensischen Zivilgesellschaft wird zunehmend beschränkt. Dazu tragen Einschränkungen durch die israelische Militärverwaltung und durch die palästinensischen Behörden bei. Hinzu kommen zunehmende Beschränkungen durch die Auflagen internationaler Geber. Dennoch leistet die Zivilgesellschaft wichtige soziale und politische Beiträge, vor allem für benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Diese haben wenig Einfluss innerhalb der palästinensischen Gesellschaft und erleben Ausgrenzung und Diskriminierung sowie Barrieren. Die gesellschaftliche Teilhabe ist erschwert. Besonders stark davon betroffen sind Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen sowie Frauen und Mädchen.

Ziel

Im Sinne der Forderung „Niemanden zurücklassen“ der Agenda 2030 verfügen zivilgesellschaftliche Organisationen über verbesserte Fähigkeiten, um zur politischen Teilhabe der Bevölkerung beizutragen.

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Vorgehensweise

Das Zivilgesellschaftsprogramm unterstützt die Verbesserung der Leistungs- und Gestaltungsfähigkeit lokaler Organisationen und ergänzt die Projekt- und Programmfinanzierung anderer Geber. Es berät und begleitet die Partner bei organisatorischen Prozessen und trägt so zum systematischen Wissensaufbau bei. Anhand einer ganzheitlichen Analyse der bisherigen Stärken der Partner, wird ein Organisationsentwicklungsplan vereinbart, in dem die Unterstützung durch das Programm festgelegt wird. Diese Arbeit übernehmen Entwicklungshelfer*innen, einheimische Fachkräfte und externe Gutachter*innen. Darüber hinaus gibt es weitere Trainings und Beratungen. Es werden Strategien entwickelt und umgesetzt, Fachwissen aufgebaut und neue Praktiken eingeführt.

Menschen mit Behinderungen werden besonders gravierend ausgegrenzt und diskriminiert. Deshalb unterstützt das Vorhaben Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen und fördert Inklusion in weiteren Projekten.

Wirkungen

  • Die Wirkung der Angebote von zivilgesellschaftlichen Organisationen ist verbessert. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen wurden Entwicklungspläne erstellt und umgesetzt. Um diesen Prozess zu erleichtern, ist zunächst das Bewertungs-Werkzeug „Organisational Capacity Self Assessment Tool“ entstanden. Beispielsweise konnte die 2014 gegründete Partnerorganisation „Nawa for Culture and Arts Foundation“ in Deir Al Balah (Gazastreifen) ihre Angebote weiterentwickeln. Die Organisation bietet pädagogische Begleitung und psychosoziale Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im Gazastreifen. Sie erreicht nun wesentlich mehr Kinder und Jugendliche, die unter der permanenten Krisensituation leiden.
  • Die Rolle von Selbstvertreter*innen von Menschen mit Behinderungen ist in den palästinensischen Gebieten gestärkt. Sie sind in den Monitoringprozess zur Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen nun stärker eingebunden. Dafür hat das Projekt Fortbildungen durchgeführt. Vor allem Menschen mit Lernschwierigkeiten werden nun verstärkt als gleichwertige Partner*innen innerhalb der Selbstvertretungsbewegung von Menschen mit Behinderungen wahrgenommen.
  • Im Ergebnis ist unter anderem eine informelle Koalition aus Selbstvertretungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Organisationen entstanden. Sie tritt in den Dialog mit Vertreter*innen von Ministerien, lokalen Behörden und der Privatwirtschaft, um sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die Verbesserung ihrer Lebenssituation einzusetzen.
  • Die Partnerorganisation „Qader for Community Development“ in Betlehem hat die erste arabischsprachige Version der UN-Behindertenrechtskonvention in leichter Sprache erstellt.