Förderung der Zivilgesellschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Zivilgesellschaft in den Palästinensischen Gebieten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Palästinensische Gebiete
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Palästinensische Gebiete. Playback-Theater im Jerusalem Center for Women. © GIZ

Ausgangssituation

Die Zivilgesellschaft in den Palästinensischen Gebieten muss sich vielfältigen Herausforderungen stellen: andauernde Besatzung, politische Teilung, Einschränkungen durch die israelische Militärverwaltung, eine dauerhafte humanitäre Krise und wiederkehrende bewaffnete Konflikte. Dennoch leistet sie wichtige soziale und politische Beiträge, vor allem für marginalisierte Bevölkerungsgruppen wie Frauen, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen.

Die palästinensische Zivilgesellschaft ist älter als die Autonomiebehörde und übernimmt dort wichtige Funktionen, wo die Autonomiebehörde nicht aktiv ist oder keine Befugnisse hat, wie in Ostjerusalem oder in den C-Gebieten, das sind 62 Prozent des Westjordanlands unter israelischer Kontrolle und Verwaltung. In vielen Fällen hat die Zivilgesellschaft alternative Visionen und Pläne für Entwicklung. Vereine und Verbände sind eine der wenigen Formen, in denen sich die Bevölkerung, in Ermangelung von Wahlen, bei Mandatsträgern Gehör verschaffen kann.

Ziel

Ausgewählte Partnerorganisationen der palästinensischen Zivilgesellschaft üben ihr Mandat zunehmend effektiv aus.

Vorgehensweise

Das Zivilgesellschaftsprogramm unterstützt die Verbesserung der Leistungs- und Gestaltungsfähigkeit lokaler Vereine und Verbände und ergänzt die Projekt- und Programmfinanzierung anderer Geber. Es berät die Partner bei der Organisationsentwicklung, begleitet ihre Prozesse und trägt so zum systematischen Wissensaufbau bei. Anhand einer ganzheitlichen Analyse der bisherigen Stärken der Partner wird ein Organisationsentwicklungsplan vereinbart, in dem die Unterstützung durch das Programm festgelegt wird. Diese Unterstützung leisten Entwicklungshelfer, einheimische Fachkräfte und externe Gutachter, flankiert von Trainings und Beratungen. Es werden Strategien entwickelt und umgesetzt, Fachwissen aufgebaut und neue Praktiken eingeführt.

Das Zivilgesellschaftsprogramm kann auf alle Bedarfe der Partner reagieren und setzt zusätzlich eigene Schwerpunkte bei Interessenvertretung und Verbandsarbeit. Da Menschen mit Behinderungen besonders gravierender Ausgrenzung und Diskriminierung ausgesetzt sind, unterstützt das Programm Selbstvertretungsorganisationen und fördert Inklusion in weiteren Projekten, die die GIZ in den Palästinensischen Gebieten durchführt.

Wirkung

Mehrere Verbände, zum Beispiel das Disability Representative Bodies Network im Gazastreifen, wurden erfolgreich bei ihren Koordinations- und Repräsentationsfunktionen unterstützt. Sie haben ihren politischen Sektor analysiert, Strategien für die Interessenvertretung entwickelt oder Positionspapiere zu Jugend, Beschäftigung und Emigration herausgeben. Durch Trainings zu Steuerung und Risikomanagement wurden interne Systeme der Rechenschaftslegung verbessert. Die Verbände können so transparenter arbeiten und ihre Mitglieder mobilisieren. Mit 10 Partnern wurden Organisationsentwicklungspläne entwickelt, die nun umgesetzt werden.

Weitere Partnerorganisationen wurden zum Thema Inklusion fortgebildet. Die Society of Women Graduates (SWG) kann nun Universitätsabsolventinnen mit Behinderung gezielt bei der beruflichen Integration unterstützen. Der zivilgesellschaftliche Verband WESSAL arbeitet verstärkt mit Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderung zusammen und setzt die Trainingsinhalte in seiner Öffentlichkeitsarbeit für die Inklusion von Menschen mit Behinderung erfolgreich um.

Palästinensische Gebiete. Partnerorganisation Al Mortaqa Women Organization (MWO). MWO bietet unter anderem Nähkurse an. © GIZ

Aktivitäten zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung wurden vom Programm unterstützt, damit die Anliegen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Vereine und Verbände wurden in der Mittelakquise unterstützt sowie bei ihren Methoden zur Datenerhebung und Evaluierung und in der Anwendung neuer Methoden für Personalmanagement und Wirkungsorientierung. Die Maßnahmen verbessern die Leistung der Partner bei ihrer Mandatsausübung und in der Projektarbeit.