Förderung von Hochschulbildung, Innovationstransfer und Unternehmertum

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Panafrikanischen Universität und Einrichtung des Instituts für Wasser und Energie (inklusive Klimawandel)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afrika (überregional); Algerien; Kamerun
Politischer Träger: Abteilung für Humanressourcen, Wissenschaft und Technologie (HRST) der Kommission der Afrikanischen Union (AUK), Panafrikanische Universität Rektorat
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2020

Abschlussfeier des zweiten Jahrgangs bei PAUWES im Jahr 2017.

Ausgangssituation

Im afrikanischen Hochschulbildungssektor fehlt es an hochwertigen Graduierten- und Doktorandenprogrammen, die Abschlüsse gemäß internationaler Standards bieten. Außerdem mangelt es an anwendungsorientierter Forschung. Die Weitergabe von Wissen ist ausbaufähig. Afrikanische Wissenschaftler*innen schließen nur bedingt an Diskurse der internationalen Wissenschaftslandschaft an. Darüber hinaus ist der Einstieg in die Arbeitswelt für Absolvent*innen oft erschwert. Zu wenig fördern die Universitäten eine Vernetzung zu Arbeitsgebern oder Interessengruppen in den großen Wirtschaftszweigen. Talentierte Absolvent*innen verfolgen daher meist eine Karriere außerhalb Afrikas. So gehen ihre Innovationsfähigkeit und Arbeitskraft der afrikanischen Wirtschaft größtenteils verloren. Dabei könnten die Universitäten zur Lösung von regionalen und globalen Herausforderung beitragen.

Hier knüpft seit 2008 die Panafrikanische Universität (PAU) an. Sie wurde auf Beschluss der Kommission der Afrikanischen Union gegründet. Die Universität soll als eine führende Einrichtung in Lehre und Forschung zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas beitragen. Das Rektorat der PAU ist in Yaoundé (Kamerun) angesiedelt. Die fünf Institute mit Sitz in Nord-, West-, Ost-, Süd- und Zentralafrika sowie die Pan African Virtual e-University (PAVEU) zielen darauf ab, eine qualitativ hochwertige Ausbildung anzubieten.

Ziel

Die PAU fungiert als Modell für die Qualität, Relevanz sowie überregionale und internationale Ausrichtung der Hochschulbildung und Wissenschaft in Afrika. Die Universität fördert das Unternehmertum und die Beschäftigung ihrer Absolvent*innen durch ein enges Netzwerk mit privaten und öffentlichen Akteuren sowie politischen Entscheidungsträgern.

Hier tauschen sich drei Wissenschaftler der PAU über Entwicklungsfragen in Afrika aus.

Vorgehensweise

Insgesamt soll die PAU zur positiven Entwicklung der afrikanischen Länder betragen indem sie Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit bei den Absolvent*innen fördert. Zudem sollen die Institute zu angewandter Forschung in Schlüsselbereichen der Entwicklung beitragen. Um dies zu erreichen, unterstützt das Projekt die Afrikanische Union, das Rektorat der PAU sowie das Institut für Wasser, Energie, und Klimawandel (PAUWES) in Algerien.

Das Vorhaben unterstützt das Rektorat der PAU in der institutionellen Entwicklung der Steuerungs- und Managementstrukturen. Das beinhaltet Planungsprozesse zu Strategie und Finanzen sowie Personalentwicklung und weitere regulatorische Rahmenbedingungen. Ein PAU Entrepreneurship Hub soll entstehen, das Unternehmertum und Vernetzungsaktivitäten fördert. Außerdem möchte das Vorhaben die Aktivitäten von und mit internationalen Gebern besser koordinieren.

Im Bereich des PAUWES Instituts sollen vor allem Qualität und Relevanz der Master-Studiengänge in den Feldern Energie und Wasser verbessert werden. Das Projekt unterstützt die Entwicklung eines neuen Studienprogramms im Bereich Klimawandel. Partnerschaften und Netzwerke mit anderen afrikanischen Universitäten sollen entstehen und ausgebaut werden. Institutsstrukturen erfahren eine Stärkung und werden bei der Umsetzung ihres Strategieplans unterstützt. Das Vorhaben berät in den Bereichen Hochschulmanagement und -verwaltung. Darüber hinaus sind Partnerschaften mit der Privatwirtschaft zur Förderung von gemeinsamen Entwicklungen und Innovation geplant. Auf diesem Weg stärkt das Projekt Karriereangebote sowie Aktivitäten im Bereich Unternehmertum. Eine bedarfsorientierte Personalstruktur wurde bereits entwickelt, die im Rahmen der Strategieimplementierung umgesetzt wird.
 

Wirkungen

  • Seit der Gründung der PAU haben insgesamt 744 junge Afrikaner*innen aus über 30 Ländern ein Studium im einzigartigen panafrikanischen Studienumfeld der PAU absolviert.
  • Seit 2014 sind die Bewerberzahlen jährlich stark gestiegen. Im Jahr 2018 haben sich bei PAUWES 20 Bewerber*innen auf einen Platz beworben.
  • 154 Absolvent*innen haben seit der Gründung des PAUWES Instituts im Oktober 2014 ihr Studium abgeschlossen.
  • PAUWES setzt sich stark für die Gleichstellung der Geschlechter ein - im Jahr 2018 waren 50 Prozent der neueingeschriebenen Studierenden Frauen.
  • Die vier Masterstudiengänge in den Bereichen Energie und Wasser entsprechen internationalen Standards und haben eine starke Praxisorientierung. Um die Relevanz der Studiengänge sicherzustellen, wurden sie in enger Zusammenarbeit mit afrikanischen und internationalen Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen entwickelt.
  • Der Prozess der Entwicklung der Lehrinhalte, die Forschungsagenda sowie die Auswahl von Studierenden am PAUWES Institut dienen als Modell für andere PAU-Institute.
  • Ein Strategieplan 2020 bis 2024 ist entstanden. Die Grundfinanzierung durch die African Union wurde erhöht. Die PAU kann dadurch langfristig finanziell planen und eine bedarfsorientierte Personalstruktur entwickeln.