Ein Wissenschaftsnetzwerk für Afrikas Entwicklung: die Panafrikanische Universität

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Panafrikanischen Universität (PAU) und Einrichtung des Instituts für Wasser, Energie und Klimawandel (PAUWES)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afrika (überregional); Algerien
Politischer Träger: Department of Human Resources, Science and Technology (HRST); African Union Commission (AUC), Rektorat der Panafrikanischen Universität
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2018

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Ausgangssituation

Für die nachhaltige Entwicklung Afrikas sind Wasser, Energie und Klimawandel besonders relevante Themen. Um die damit verbundenen Herausforderungen zu bewältigen, braucht der Kontinent hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte, anwendungsorientierte Forschung sowie Innovations- und Technologietransfer.

Bislang fehlen im Hochschulbildungssektor jedoch hochwertige, nach internationalen Standards anerkannte Graduierten- und Doktorandenprogramme sowie praxisorientierte Forschung zu den für Afrika relevanten Themen. Das Personal ist häufig nicht ausreichend qualifiziert und afrikanische Wissenschaftler können komplexe Zukunftsfragen nicht umfassend erforschen. Da wenig Wissenstransfer stattfindet und sich der afrikanische Hochschulsektor nur bedingt in die internationale Wissenschaftslandschaft einbringen kann, arbeiten viele Nachwuchswissenschaftler sowie Fach- und Führungskräfte außerhalb des Kontinents.

Die Kommission der Afrikanischen Union (AUK) gründete 2008 deshalb die Panafrikanische Universität (PAU), die mit ihrem Exzellenzanspruch Modellcharakter haben soll. Zur PAU gehören fünf thematisch ausgerichtete Institute in Nord-, West-, Ost-, Süd- und Zentralafrika sowie das Rektorat, das zukünftig in Yaoundé, Kamerun, angesiedelt sein wird.

Ziel

Das Panafrikanische Institut für Wasser, Energie und Klimawandel (PAUWES) in Algerien trägt, als Teil der Panafrikanischen Universität (PAU), zur nachhaltigen Entwicklung Afrikas bei. Die Panafrikanische Universität wirkt als Modell für Qualität, Relevanz und die panafrikanische sowie internationale Ausrichtung des Wissenschaftssektors in Afrika.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt die Afrikanische Union und das PAU-Rektorat beim Aufbau der Panafrikanischen Universität und bei der Einrichtung des Panafrikanischen Instituts für Wasser, Energie und Klimawandel (PAUWES) in Tlemcen, Algerien.

  • Stärkung der Kommission der Afrikanischen Union (AUK) und Beratung beim Aufbau des PAU-Rektorats
    Seit Juni 2011 berät die GIZ die AU-Kommission beim Aufbau des PAU-Rektorats sowie bei der internationalen Vernetzung und der Sicherung der akademischen Unabhängigkeit. Die Planungs- und Umsetzungskompetenz der PAU und ihres Rektorats fördert die GIZ durch Organisations-, Netzwerk- und Prozessberatung. Auch die Gewinnung von zusätzlichen internationalen Gebern und die Sicherung der finanziellen Nachhaltigkeit werden unterstützt.

  • Unterstützung des institutionellen Aufbaus von PAUWES
    Mit Unterstützung der GIZ entwickelt PAUWES Verwaltungs- und Hochschulmanagementstrukturen sowie Prozesse zur akademischen Qualitätssicherung. PAUWES plant, afrikanischen Studierenden internationale, praxis- und forschungsorientierte Master- und Doktorandenprogrammen anzubieten. Zu den Themengebieten Wasser, erneuerbare Energien und Klimawandel vernetzt sich das Institut mit Wissenschaftseinrichtungen auf dem gesamten Kontinent und kooperiert mit internationalen Wissenschaftspartnern. So fördert PAUWES angewandte, am afrikanischen Bedarf orientierte Forschung. Die GIZ berät PAUWES zudem bei der Ausrichtung von Studiengängen und Forschung auf Beschäftigung und Relevanz für afrikanische Entwicklung. Sie unterstützt und fördert die Kooperation mit dem öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Sektor. Die Hochschule ist in Praxis- und Wissensnetzwerke eingebunden und kann so an Lösungen für aktuelle Herausforderungen mitwirken.
    Die GIZ unterstützt PAUWES in bei der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und interkulturellem Austausch am Institut.
    Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist in das Programm eingebunden und unterstützt die Vernetzung mit deutschen Hochschulen. Ein Konsortium deutscher Hochschulen, bestehend aus dem ITT der Fachhochschule Köln, der United Nations University Bonn und dem Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn, kooperiert mit dem PAUWES in Lehre und Forschung und trägt zur Qualität der Programme bei.
    Die KfW Entwicklungsbank finanziert Stipendien für Studierende, Personalkosten für Lehrende sowie Ausstattung und Infrastruktur von PAUWES.

Wirkung

Sowohl für die Panafrikanische Universität (PAU) als auch für das Panafrikanische Institut für Wasser, Energie und Klimawandel (PAUWES) wurde eine Steuerungsstruktur geschaffen – beispielsweise der Hochschulrat oder regelmäßige Planungssitzungen mit Gebern und Partnern –, die Entscheidungsfindung, Zusammenarbeit und Kommunikation fördern.

Die strukturellen und administrativen Voraussetzungen für die Aufnahme des Studienbetriebs wurden geschaffen, sodass bereits zwei Studierendenkohorten am PAUWES studieren.

Zusammen mit den Partnern und internationalen Vertretern aus Wissenschaft und Praxis wurden Curricula und Studienpläne entwickelt, die sich an den Bedarfen Afrikas orientieren. PAUWES wurde gegründet und hat seinen Betrieb im Oktober 2014 aufgenommen. Es bietet jeweils einen ingenieurwissenschaftlichen und einen Policy-Masterstudiengang für Energie und Wasser an. Internationale Kommissionen wählen dafür Studierende aus ganz Afrika aus. Die mittlerweile 74 Studierenden werden von afrikanischen und internationalen Dozenten betreut. Im Rahmen der wissenschaftlichen Vernetzung hat PAUWES eine erste Kooperation mit einem deutschen Hochschulkonsortium geschlossen. Erste Schritte zur Entwicklung der Forschungsagenda und zur Vorbereitung der Doktorandenprogramme wurden eingeleitet.

Regionale Integration durch Bildung: Am Institut für Wasser und Energie der Panafrikanischen Universität in Algerien lernen Studierende aus ganz Afrika gemeinsam. (Bild: C. Tomaschewski) © GIZ