Förderung der afrikanischen Reis-Wertschöpfungskette (CARI II)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der afrikanischen Reis-Wertschöpfungskette (CARI II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mehrere afrikanische Länder; Sitz: Nigeria
Politischer Träger: Landwirtschaftsministerien in Nigeria, Ghana, Burkina Faso, Tansania
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

CARI Phase II ist das Folgeprojekt zu CARI I, das im Dezember 2013 vom BMZ in Auftrag gegeben und im Juni 2018 abgeschlossen wurde. Die zweite Projektphase wird von der GIZ in Zusammenarbeit mit Kilimo Trust und der John A. Kufuor Foundation durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf vier Outputs: Ein verbesserter Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren der Reis-Wertschöpfungskette; nachhaltig verbesserte inklusive Geschäftsbeziehungen; ein verbesserter Zugang zu Finanzdienstleistungen für Akteure der Reis-Wertschöpfungskette sowie verbesserte politische Rahmenbedingungen in der Reis-Wertschöpfungskette. Partnerländer sind Nigeria, Ghana, Tansania und Burkina Faso. Zur Förderung des institutionellen Austauschs und der Koordination von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit wie der Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) wird das Programm von der Bill and Melinda Gates Foundation (BMGF) kofinanziert. Das Vorhaben wird durch ein regionales Koordinationsbüro mit Sitz in der nigerianischen Hauptstadt Abuja gesteuert.

Ziel

In Projektphase II sind 48.000 Reisbauern mit geringem Einkommen in Nigeria, Ghana, Burkina Faso und Tansania wettbewerbsfähiger geworden und haben einen besseren Marktzugang erhalten. Die Einkommen sind deutlich gestiegen.

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Vorgehensweise

Zur Unterstützung der Reisbauern fördert das Vorhaben eine nachhaltige Intensivierung des kleinbäuerlichen Reisanbaus und die Entwicklung inklusiver Geschäftsmodelle. Letztere erleichtern den Zugang zu Betriebsmitteln und Dienstleistungen und führen zu einem stabileren Absatzmarkt. Die Abnehmer profitieren so von einem effizienteren Einkauf und höherer Reisqualität. Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Geschäftsmodelle angewandt, um eine breite Einkommenswirkung zu erzielen. Zentrale Human-Capacity-Development-Instrumente von CARI sind außerdem die Vermittlung von erprobten landwirtschaftlichen Praktiken und die Durchführung von Sustainable-Rice-Platform-Schulungen für Bauern.

Darüber hinaus werden zur Unterstützung der Bauern innovative Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) entwickelt.

Wirkungen

CARI II arbeitet eng mit verschiedenen Stakeholdern aus dem öffentlichen und privaten Sektor, der Wissenschaft sowie mit nationalen und internationalen Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit zusammen. Diese Kooperation fördert Cross-Learning, die gemeinsame Realisierung von Maßnahmen sowie den Wissens- und Erfahrungsaustausch auf der nationalen und regionalen politischen Ebene, wovon alle Akteure der Wertschöpfungskette profitieren. Auch die regionale Integration sowie Synergien im Hinblick auf die Produktivitäts- und Rentabilitätsziele werden auf diese Weise gefördert. Dabei ist neben der Breitenwirkung des Projekts ist auch seine Nachhaltigkeit sichergestellt. So können mithilfe des  Programms eine soliden Grundlage für gemeinsame politische Maßnahmen gelegt und redundante oder fragmentierte Maßnahmen vermieden werden.

Das Hauptinstrument des Programms ist der Matching Fund zur Förderung von privaten und staatlichen Investitionen lokaler Unternehmen und Organisationen. Außerdem werden die Reisverarbeiter durch Schulungen zu den Themen Produktvermarktung, Vertragsanbau, Finanzierung und effiziente Verarbeitung unterstützt. Dies führt steigenden Ernten und einer höheren Reisqualität.

Zur Erreichung seiner Ziele setzt das Projekt unter anderem auf Multi-Akteurs-Partnerschaften (MAP). Dadurch können regionale Initiativen und politischen Maßnahmen harmonisiert und gleichzeitig die Koordination zwischen Akteuren der Reis-Wertschöpfungskette in verschiedenen Ländern verstärkt werden. Mit der AGRA wurde bereits eine Absichtserklärung über eine Zusammenarbeit im Bereich Matching Funds unterzeichnet, um inklusive Geschäftsmodelle zu fördern und eine entsprechende Breitenwirkung zu erzielen. Die BMGF kofinanziert CARI und fördert so den institutionellen Austausch sowie eine bessere Abstimmung. Zu den weiteren Projektpartnern zählen unter anderem NEPAD, CAADP, GrowAfrica, die AfEB, das Africa Rice Centre, EAC, ECOWAS und JICA.

CARI I war ein fundamentaler Erfolg. Das Programm hat in den vier Ländern 143.903 Bauern mit niedrigem Einkommen erreicht. Damit wurden 750.348 Personen direkt oder indirekt begünstigt, denn ihre Einkommen und ihre Ernährungssicherheit haben sich verbessert. 173.663 Kleinbauern wurden in bewährten landwirtschaftlichen Methoden geschult und 137.281 erhielten Zugang zu Farmer Business Schools. Nach den Schulungen wurde eine erhebliche Steigerung des Hektarertrags festgestellt  um bis zu 136 Prozent auf Feldern mit zusätzlicher Bewässerung und 185 Prozent auf Feldern ohne zusätzliche Bewässerung. Das Programm verfolgt eine gendersensible Schulungsstrategie. Mehr als 42.000 Frauen wurden in Ernährungsfragen aufgeklärt und 30.000 in Parboiling-Techniken geschult. 

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