Förderung der afrikanischen Reis-Wertschöpfungskette

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der afrikanischen Reis-Wertschöpfungskette (CARI)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afrika, länderübergreifend; Sitz: Nigeria
Politischer Träger: Landwirtschaftsministerien in Nigeria, Ghana, Burkina Faso, Tansania
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Ausgangssituation

Reis ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel in Afrika. Während die Nachfrage in den vergangenen Jahren deutlich stieg, profitieren lokale Produzentinnen und Produzenten nur bedingt: Ein Großteil des Konsums wird über günstigere Importe abgedeckt, anstatt den steigenden Bedarf durch heimischen Reisanbau und -absatz zu bedienen.

Das Potenzial zur Steigerung der Erträge ist vorhanden, die Produktion wird jedoch extensiv betrieben und erwirtschaftet nur geringe Einkommen für die Reisbauern und -bäuerinnen. Auch auf Bewässerungsflächen bleibt die Produktivität niedrig. Der Einsatz von Betriebsmitteln ist gering und die Anbautechnik unzureichend. Weitere Herausforderungen sind Verluste durch beschränkte Lagerkapazitäten und mangelhafte Verarbeitungstechnik. Ein großer Teil der Reisproduktion wird zudem zu teuer erzeugt, hat Qualitätsmängel und ist auf den wachsenden städtischen Märkten gegenüber Importware nicht wettbewerbsfähig. Eine mit den privaten Akteuren abgestimmte Förderung wirtschaftlich tragfähiger Geschäftsmodelle bleibt bisher aus.

Alle reisproduzierenden Länder der Region haben sich das Ziel gesetzt, die einheimische Reisproduktion zu erhöhen, um langfristig von Importen unabhängig zu werden. Allein mit öffentlichen Investitionen ist dies aber nicht zu erreichen. In Ländern, in denen umfangreichere staatliche Mittel vorhanden sind, wie insbesondere in Nigeria, wurden sie bisher nicht systematisch zur Entwicklung und Unterstützung der Reisproduktion eingesetzt. Der größte Teil der ländlichen Bevölkerung in den Reisanbaugebieten lebt nahe oder unter der Armutsgrenze von 2 US-Dollar pro Tag. Die Wertschöpfungskette von Reis ist wenig leistungsfähig und entwickelt sich nur sehr punktuell; die Agrarwirtschaft weist dadurch insgesamt nur eine schwache Entwicklung auf.

Ziel

Wettbewerbsfähigkeit und Marktanbindung von 120.000 einkommensschwachen Reisbauern und -bäuerinnen in Nigeria, Ghana, Burkina Faso und Tansania – davon mindestens 30 Prozent Reisbäuerinnen – sind verbessert. Signifikante Einkommenssteigerungen sind erreicht.

Vorgehensweise

Zur Unterstützung der Reisbauern und -bäuerinnen fördert das Vorhaben eine nachhaltige Intensivierung kleinbäuerlichen Reisanbaus und den Aufbau inklusiver Geschäftsmodelle. Inklusive Geschäftsmodelle verbessern den Zugang zu Betriebsmitteln und Dienstleistungen und schaffen einen stabileren Absatzmarkt. Abnehmerinnen und Abnehmer profitieren durch eine effizientere Beschaffung und von einer höheren Reisqualität. Das Vorhaben berücksichtigt unterschiedliche Geschäftsmodelle, um breitenwirksame Einkommenseffekte zu erzielen.

Die parallele Förderung des Gemüseanbaus schafft Produktdiversität. Ernährungssituation, Einkommen und Liquidität werden dadurch zusätzlich verbessert, das Produktionsausfallrisiko für Produzentinnen und Produzenten sinkt. Zu den zentralen Aktivitäten von CARI gehören außerdem die Aus- und Fortbildung über Farmers‘ Business Schools, die Bereitstellung von Fortbildungs- und Kommunikationsmaterialien sowie innovative Lösungen für die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT).

CARI arbeitet in enger Kooperation mit einem breit aufgestelltem Konsortium aus dem öffentlichen und privaten Sektor, aus der Forschung sowie mit nationalen und internationalen Stiftungen, Nichtregierungsorgansationen und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit.

Wichtigste Leistung des Programms sind ergänzende Zuwendungen, sogenannte Matching Grants, an Organisationen und Unternehmen, die eigene Mittel für die von CARI vorgesehenen Aktivitäten einsetzen. Der Zuwendungsfonds wird mit Geldern der Bill & Melinda Gates Stiftung ausgestattet. Das Vorhaben wird durch ein regionales Koordinierungsbüro gesteuert, mit Sitz in Abuja, der Hauptstadt Nigerias.