Aufbau und Nutzung von Erfahrungen in der Anwendung von REDD+ im Himalaya

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm REDD+ Himalaya: Aufbau und Nutzung von Erfahrungen in der Anwendung von REDD+ im Himalaya
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Länder: Nepal, Bhutan, Indien, Myanmar
Politischer Träger: International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2019

Ausgangssituation

Die internationalen Verhandlungen zur Ausgestaltung von REDD+ dauern an. Gleichzeitig gibt es in vielen Ländern – auch in der Himalaya-Region – bereits Programme, um die politischen, institutionellen und technischen Rahmenbedingungen für die REDD-Umsetzung zu schaffen. Wichtiger Teil hiervon ist die Erarbeitung nationaler Aktionspläne und der Aufbau institutioneller und technischer Voraussetzungen.

Grundidee von REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) ist es, über Anreizzahlungen und die Vergütung von Emissionsreduktionen (Kohlenstofffinanzierung) ökonomische Anreize zum Walderhalt zu schaffen. Der REDD-Prozess geht nach Beschlusslage der Klimakonferenz von Cancún derzeit in eine zweite Phase, in der die Aktionspläne mit Unterstützung internationaler Finanzierung implementiert und Demonstrationsprojekte umgesetzt werden.

Die nationalen Forstbehörden und Waldnutzergruppen der Länder des Himalayas sind noch nicht ausreichend in der Lage, die Voraussetzungen für die Implementierung von REDD+ zu schaffen und REDD+-Projekte umzusetzen. Auch fehlen transparente und effektive Anreize für nationale und subnationale Akteure der Waldwirtschaft, in REDD+ zu investieren. Regional fehlt die zwischenstaatliche Abstimmung insbesondere bei Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) und im Erkennen von möglichen Verlagerungseffekten.

Ziel

Die Rahmenbedingungen für eine klimawirksame, sozial und ökologisch ausgerichtete REDD-Phase in vier Staaten des östlichen Himalayas sind verbessert. Klimarisiken werden systematisch besser berücksichtigt, Anpassungspotenziale werden verstärkt genutzt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben greift in den Partnerländern Nepal, Bhutan, Indien und Myanmar aktuelle Aspekte im REDD+-Prozess auf. Förderkomponenten sind der Aufbau von Kompetenzen, Fortbildungen, Fach- und Organisationsberatung sowie die Entwicklung von Methoden für die Messung, Berichterstattung und Verifizierung der Kohlenstoffspeicherung. Die GIZ stellt durch Beratung die konzeptionelle Ausrichtung und thematische Weiterentwicklung des Vorhabens sicher sowie die strategische Einbindung der Arbeitsergebnisse in die Formulierung der nationalen REDD+-Entwicklungsstrategien. Das International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) hat die Aufgabe, das Wissensmanagement in den Teilnehmerländern und den Informationsaustausch zwischen den Partnern zu verbessern.

ICIMOD verfügt über erste Erfahrungen mit REDD+ in Nepal und wurde von den Himalaya-Staaten um umfassende Unterstützung zu diesem Thema gebeten. Als „regionales Zentrum des Lernens“ ist ICIMOD ein leistungsfähiger Multiplikator mit dem Mandat, den Wissensaustausch und die Verbreitung innovativer Ansätze in der Region zu unterstützen. Das Projekt leistet einen direkten Beitrag zum von den Ländern der Region gemeinsam vereinbarten „Transboundary Landscape Regional Programme“. Der regionale Ansatz des REDD-Fördervorhabens unterstützt dessen Hauptziel, die Landschaften des Himalayas grenzüberschreitend so zu schützen und zu nutzen, dass sie nachhaltig Produkte und Dienstleistungen für die Bevölkerung der Region bereitstellen können.