Stärkung des Privatsektors

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kapazitätsstärkung des Privatsektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Myanmar
Politischer Träger: Ministerium für Planung und Finanzen
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Myanmar. Eröffnung der Modell-Teefabrik im Shan State. © GIZ / Matthias Plewa

Ausgangssituation

Die allgemeinen Wahlen im November 2015 markierten einen Höhepunkt im vielschichtigen Reformprozess, den Myanmar seit Beginn der Öffnung 2011 eingeleitet hat. Privatwirtschaftsentwicklung und Handelsförderung als Instrumente der Armutsreduzierung haben bei der neuen Regierung politische Priorität. Allerdings fehlen der Regierung institutionelle, politische und fachliche Ressourcen, um die Rahmenbedingungen für Privatwirtschaftsentwicklung zu verbessern. Gerade kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) sowie Kleinproduzenten stehen notwendige Dienstleistungen und Fördermöglichkeiten nicht zur Verfügung, um die in verschiedenen Sektoren bestehenden Marktchancen für eine Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeiten nutzen zu können.

Ziel

Rahmenbedingungen und Dienstleistungsangebote für ein nachhaltiges Wachstum von KKMU und Kleinproduzenten in ausgewählten Sektoren sind verbessert.

Myanmar. Handelszentrum in Yangon. © GIZ / Andreas Hub

Vorgehensweise

Die Mitarbeiter des Projekts beraten die Regierung dabei, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen förderlicher zu gestalten und Dienstleistungen für KKMU zu entwickeln. Pilotmaßnahmen zur lokalen und regionalen Wirtschaftsförderung, vor allem im Agrar- und Tourismussektor, werden im größten Bundesstaat Myanmars, dem Shan State, umgesetzt. Seit Anfang 2015 wird über eine EU-Finanzierung die Beratung um das Thema „Reformen im Handels- und Exportförderungsbereich“ erweitert. Ziel ist es, die entstehenden Handelsopportunitäten für Produzenten, exportorientierte Unternehmen und öffentliche Akteure nutzbar zu machen.

Wirkungen

Wichtige Institutionen und Organisationen zur Förderung von KKMU werden bei ihren Bestrebungen zur Professionalisierung und Erweiterung ihres Dienstleistungsangebots national und regional unterstützt. Beispielsweise bemüht sich die KMU-Abteilung des Industrieministeriums intensiv um erleichterten Zugang zu Finanzen und Entrepreneurship-Trainings für KKMU. Die Abteilung für Investitionsförderung und Unternehmensverwaltung baut zwei neue Einheiten für Öffentlichkeitsarbeit und Personal auf, die KKMU klar strukturierte, verlässliche Informationen und Dienstleistungen bieten können. Verschiedene Informationsmaterialien sowie eine kontinuierlich aktualisierte Website erleichtern Investoren den Zugang zu Wissen über Rahmenbedingungen für Investitionen. Die Handelskammer und der Früchte- und Gemüseverband haben interne Strukturen und Prozesse angepasst, um Dienstleistungen für ihre Mitglieder effizienter und effektiver anbieten zu können.

Die Pilotaktivitäten im Shan State zur Förderung der Mango- und Teewertschöpfungskette und des Tourismus bauen auf den Erfolgen des Vorgängerprojekts auf. So werden erhöhte Produktivität und größere Gewinne für Bauern und Betreiber weiterverarbeitender Betriebe durch technische Modernisierung, Qualitätsverbesserungen und Kooperationsprojekte weiter ausgebaut. Die Partnerstrukturen im Shan State arbeiten beispielsweise an der Vervielfältigung einer im Vorgängerprojekt gebauten Teefabrik und eines Verpackungshauses für Früchte in der Region. Es gab erste Messebeteiligungen und die erste organische Zertifizierung für Teeprodukte steht an.

Im Tourismussektor arbeiten öffentliche und private Vertreter gemeinsam an Lösungen für konfliktsensible und umweltfreundliche Destinationsentwicklung für das Hauptreiseziel im Shan Staat, den Inle-See. Die Initiativen gehen Hand in Hand mit Bemühungen der Regionalregierung, die langfristige Wirtschaftsentwicklung partizipativ zu planen. Öffentlich-private Dialogformate werden eingeführt, um Angebote für KKMU nachfrageorientiert zu gestalten und Anpassungsbedarfe in den nationalen Politikdialog einfließen zu lassen.

Durch die EU-Kofinanzierung konnten private Hersteller und Inspektoren der Behörden zu Themen wie gute Praktiken in Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur sowie zur Klassifizierung von Gütern nach internationalen Standards geschult werden. Zusätzlich wurde eine Myanmar-EU-Informationsstelle für ausländische Märkte und deren Anforderungen sowie Matchmaking-Angebote in der myanmarischen Organisation für Handelsförderung in Yangon eröffnet. Das für Qualitätsstandards maßgebliche Lebensmitteltestlabor des Fischereiministeriums konnte mit Unterstützung des Projekts seine Akkreditierung bis 2018 erneuern und leistet so weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Exportförderung von Lebensmitteln.

Myanmar. Unternehmensregistrierung bei der Abteilung für Investitionsförderung und Unternehmensverwaltung (DICA). © GIZ / Giuseppe Salerno