International Water Stewardship Programme (IWaSP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: International Water Stewardship Programme (IWaSP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Grenada, Kenia, Pakistan, Saint Lucia, Sambia, Südafrika, Tansania, Uganda
Politischer Träger: Grenada: Ministry of Agriculture, Lands, Forestry and Fisheries; Kenia: Ministry of Water and Irrigation; Pakistan: Ministry of Textile Industry; Saint Lucia: Caribbean Community and Common Market (CARICOM); Sambia: Ministry of Energy and Water Development; Südafrika: Department of Water Affairs; Tansania: Ministry of Water; Uganda: Ministry of Water and Environment
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2019

Ausgangssituation
Die weltweite Nachfrage nach Wasser – unverzichtbares Gut nicht nur in unzähligen wirtschaftlichen Prozessen – steigt rasant an. Durch eine schnell wachsende Bevölkerung und stetiges Wirtschaftswachstum übersteigt der Bedarf zunehmend die verfügbare Menge. Verstärkt durch den Klimawandel wird 2030 fast die Hälfte der Weltbevölkerung in Gebieten mit hohem Wasserstress leben. Wirksame Ansätze sind nötig, die alle Interessenvertreter, vor allem die Privatwirtschaft, einbeziehen und sie befähigen, gemeinsam Maßnahmen zu Minderung von Wasserrisiken zu ermitteln und umzusetzen.

Ziel
Öffentliche, privatwirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure tragen vermehrt zur Wassersicherheit bei, vor allem im Kontext des Klimawandels. Bis Ende 2018 profitieren mehr als eine Million Menschen von verbesserter Wassersicherheit.

Vorgehensweise
Wasser Stewardship bedeutet, dass alle Wassernutzer Verantwortung für ihren jeweiligen Einfluss auf die gemeinsam genutzte Ressource übernehmen und für ein nachhaltiges Wirtschaften zusammenzuarbeiten. Das Konzept spiegelt die Erkenntnis wider, dass Wasserproblematiken nicht von einzelnen Akteuren gelöst, sondern nur im abgestimmten, gemeinsamen Handeln bewältigt werden können.

Das International Water Stewardship Programme (IWaSP) ist eine Initiative der Bonn2011 Nexus-Konferenz. Die GIZ führt das sechsjährige länderübergreifende Multigeberprogramm der deutschen Entwicklungszusammenarbeit durch. Sie koordiniert das Programm, übernimmt das zentrale Monitoring und die Abstimmungen mit bilateralen und regionalen Partnern. Projekte werden entsprechend dem „Water Risk and Action Framework (WRAF)“-Ansatz umgesetzt: Multilaterale Partnerschaften werden methodisch und mit praktischen Beispielen begleitet, um Wassersicherheit zu verbessern. Zusammen mit Partnern aus Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft werden Maßnahmen ermittelt, entwickelt und durchgeführt, um gemeinsame Wasserrisiken zu reduzieren. Der Privatsektor beteiligt sich finanziell an der Umsetzung.

Das Vorhaben übernimmt die Vermittlerrolle, schafft eine Vertrauensbasis zwischen den Beteiligten und verbessert Voraussetzungen und Bedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Maßnahmen werden in enger Kooperation mit den bilateralen und regionalen Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in den derzeit neun beteiligten Ländern umgesetzt. Das britische Department for International Development (DFID) ist an der Finanzierung beteiligt.

Wirkungen
Das International Water Stewardship Programme (IWaSP) kooperiert bisher mit 33 Unternehmen in 21 trilateralen Partnerschaften. Beteiligt sind unter anderem Coca-Cola, Total, SAB Miller, inzwischen Teil von AbinBev, Marks and Spencer’s, Heineken, Kinyara Sugar und Olam, aber auch nationalen Unternehmen wie Woolworths South Africa, der südafrikanische Versicherer Santam oder Sasol.
Im Beratungsprozess hat IWaSP es erreicht, dass der Privatsektor Sach- und Geldleistungen in Höhe von mehr als 2,3 Millionen Euro, und der öffentliche Sektor mehr als 1,3 Millionen Euro im Rahmen der Partnerschaften bereitstellt.

Mehr als 300.000 Menschen haben bisher direkt von den Aktivitäten des Programms profitiert. Sie variieren aufgrund der verschiedenen Wasserrisiken in den jeweiligen Partnerschaften. IWaSP kooperiert beispielsweise mit Blumenfarmen, deren europäischen Händlern, öffentlichen Institutionen, Wassernutzerorganisationen und Anwohnern des Naivashasees. Maßnahmen dienen unter anderem der Schaffung nachhaltiger Beschäftigungsmöglichkeiten, der Stärkung der staatlichen Kontrolle von Wasserentnahmen, verbesserter Landbewirtschaftung, der Einrichtung von Schutzzonen und der Verringerung der Wasserverschmutzung. Vom gemeinsamen Engagement profitieren Kleinbauern, Anwohner und Unternehmen.