Unterstützung des Programms für Infrastrukturentwicklung in Afrika (PIDA)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Programms für Infrastrukturentwicklung in Afrika (PIDA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Alle Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union
Politischer Träger: Kommission der Afrikanischen Union (AUK), NEPAD Planungs- und Koordinierungsagentur (NPCA)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2017

Ausgangssituation

Infrastrukturentwicklung ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des gesamten afrikanischen Kontinents. Durch eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Länder und die Integration des Kontinents in die Weltwirtschaft wird ein nachhaltiges und sozial inklusives Wirtschaftswachstum gefördert. Auch wenn die Afrikanische Union und die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (New Partnership for Africa’s Development, NEPAD) seit Anfang 2000 schon viel für eine Verbesserung von Infrastruktur und Vernetzungsfähigkeit getan haben: Im Hinblick auf Zugänglichkeit und Qualität sind auf dem ganzen Kontinent und in sämtlichen Sektoren nach wie vor erhebliche infrastrukturelle Defizite vorhanden. So haben lediglich 38 Prozent der afrikanischen Bevölkerung Zugang zu Elektrizität. Nicht einmal 10 Prozent haben Zugriff auf das Internet. Nur ein Viertel des afrikanischen Straßennetzes besteht aus befestigten Straßen, obwohl der schlechte Zustand von Straßen, Schienen und Hafenanlagen die Kosten für gehandelte Waren in Afrika nachweislich um bis zu 40 Prozent erhöhen (Weltbank). Dies beeinträchtigt die Entwicklung des Privatsektors und schmälert Direktinvestitionen aus dem Ausland, behindert das Wirtschaftswachstum und sorgt dafür, dass die Produktivitätsraten trotz allen Reichtums an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen teilweise zu den niedrigsten der Welt gehören. In der schwachen Infrastruktur liegt dennoch auch eine wesentliche Chance, da die Infrastrukturentwicklung, gestützt durch intraregionalen Handel, eine wichtige Rolle bei der Armutsbekämpfung spielt und zur Schaffung von Wohlstand in der Bevölkerung beitragen kann.

Entsprechend verabschiedeten die afrikanischen Staats- und Regierungschefs im Januar 2012 das Programm für Infrastrukturentwicklung in Afrika (PIDA) als Konzept für die regionale und kontinentale Infrastrukturentwicklung bis 2040. Es besteht aus 51 grenzüberschreitenden Programmen in den Sektoren Energie, Transport, Informations- und Telekommunikation (ICT) sowie für grenzüberschreitendes Wassermanagement. Die Entwicklung der Infrastruktur ist ein gemeinsames Anliegen, und entsprechend sind an PIDA mehrere afrikanische Organisationen beteiligt, zum Beispiel die Kommission der Afrikanischen Union (AUK), die NEPAD Planungs- und Koordinierungsagentur (NPCA), die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) und die UN-Wirtschaftskommission für Afrika. Jede Organisation leistet einen Beitrag zur übergeordneten Institutionellen Architektur für Infrastrukturentwicklung in Afrika (IAIDA).

Nachdem der strategische und institutionelle Rahmen für PIDA festgelegt wurde, brauchen die AUK und die NPCA als wichtigste Akteure jetzt Unterstützung bei der Entwicklung zusätzlicher Ressourcen, damit sie ihrem Mandat als PIDA-Koordinatoren für den gesamten Kontinent in der Umsetzungsphase des Projekts gerecht werden können.

Ziel

Die am Programm für Infrastrukturentwicklung in Afrika beteiligten Organisationen haben ihre Leistungsfähigkeit erweitert und können besser für die zügige Umsetzung von Infrastrukturprojekten sorgen.

Vorgehensweise

Auf Wunsch der AU-Kommission und der NPCA arbeitet das Unterstützungsprogramm der GIZ in fünf Säulen an einer nachhaltigen Stärkung der Leistungsfähigkeit beider Institutionen in unterschiedlichen Bereichen:

  1. PIDA-Monitoring, Evaluierung und Berichtswesen. Die GIZ unterstützt ihre Partner bei der Entwicklung und Einführung eines Monitoring-, Evaluierungs- und Berichtssystems. Zu den wichtigsten Instrumenten für die Dokumentation des Fortschritts der PIDA-Projekte gehört das Virtual PIDA Information Centre (VPiC, siehe www.au-pida.org), das auf die afrikanische Infrastrukturdatenbank mit Informationen zu grenzüberschreitenden Projekten zugreifen wird. Das System für Monitoring und Evaluierung gewährleistet die regelmäßige Berichterstattung zu den Umsetzungsbemühungen und liefert die Basis für weitere Interventionen und Finanzierungen.

  2. PIDA-Information, Kommunikation und Marketing. Aktivitäten zur Stärkung von Kommunikation und Marketing für PIDA einschließlich der Durchführung von Investment-Foren, Roadshows und Produktion von Informationsmaterial, wie Projektpakete und PIDA-Erfolgsgeschichten. Die Aktivitäten sensibilisieren die Zielgruppen, von der breiten Öffentlichkeit über mögliche Investoren bis zu Gebern und nationalen Politikern.

  3. Unterstützung bei der PIDA-Projektvorbereitung. Die GIZ unterstützt die NEPAD-Agentur bei der Errichtung eines PIDA-Zentrums für technische Unterstützung, was die Vorbereitung der PIDA-Projekte beschleunigen dürfte. Das Zentrum soll den unterschiedlichen zentralen Akteuren im PIDA-Prozess, insbesondere den regionalen Wirtschaftsgemeinschaften, den Mitgliedsstaaten und Sonderorganisationen wie den „Power Pools“ Berater zur Seite stellen, die sie in der frühen Projektvorbereitungsphase beratend unterstützen.

  4. Peer-to-Peer-Learning (Personalentwicklung). Peer-to-Peer-Learning-Aktivitäten ermöglichen den Teilnehmenden, eigene Erfahrungen und gute Beispiele in der Vorbereitung und Strukturierung grenzüberschreitender Infrastrukturprojekte an andere weiterzugeben. In enger Zusammenarbeit mit den wichtigsten Akteuren organisiert die GIZ Trainingskurse, Studienreisen und andere Lernformate zu Themen wie institutionellen Strukturen für regionale Projektvorbereitungs- und Managementeinheiten oder Engpässen bei Transaktionsprozessen und regulatorischen Rahmenbedingungen.

  5. Institutionelle Stärkung und Organisationsentwicklung. Der Schwerpunkt liegt auf der Planung und Einrichtung wichtiger Kooperationsmechanismen unter Einbeziehung der IAIDA-Akteure. Ein koordinierter Ansatz, basierend auf einer eindeutigen Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, einschließlich eines zweckmäßigen „IAIDA-Handbuches“, ist für den Erfolg der PIDA-Projekte maßgeblich.