Afrikanische Union: Regionale Infrastruktur verbessern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Programms für Infrastrukturentwicklung in Afrika (PIDA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union
Politischer Träger: Kommission der Afrikanischen Union (AUK), Durchführungspartner: NEPAD Agentur
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2018

Ausgangssituation

Nur 38 Prozent der afrikanischen Bevölkerung haben Zugang zu Elektrizität; während nur knapp zehn Prozent auf das Internet zugreifen können. Nur ein Viertel des afrikanischen Straßennetzes besteht aus befestigten Straßen. Der schlechte Zustand von Straßen, Schienen und Hafenanlagen erhöht die Kosten für gehandelte Waren in Afrika um bis zu 40 Prozent.

Um diesen Defiziten zu begegnen, verabschiedeten die afrikanischen Staats- und Regierungschefs im Januar 2012 das Programm für Infrastrukturentwicklung in Afrika (PIDA) als kontinentales Strategierahmenwerk für Infrastrukturentwicklung bis 2040. Der Prioritäre Aktionsplan von PIDA (PIDA-PAP), der bis 2020 umgesetzt werden soll, besteht aus 51 grenzüberschreitenden Großprogrammen mit mehr als 400 Einzelprojekten in den Sektoren Energie, Transport, Informations- und Kommunikationstechnik und Wasser. Um die PIDA-Implementierung zu unterstützen, verabschiedete der Gipfel der Afrikanischen Union außerdem eine Institutionelle Architektur für Infrastrukturentwicklung in Afrika (IAIDA), die Rollen und Verantwortlichkeiten auf kontinentaler, regionaler und nationaler Ebene klärt. Gemäß dieser Architektur soll die Kommission der Afrikanischen Union den PIDA-Prozess politisch steuern und koordinieren, während sich die NEPAD-Agentur (New Partnership for African Development) um die Implementierung von PIDA kümmert.

Ziel

Die Kapazitäten der Afrikanischen Union und der NEPAD-Agentur sind nachhaltig gestärkt, um die Umsetzung der 51 Infrastrukturprogramme voranzutreiben.

Vorgehensweise

Das PIDA-Vorhaben stärkt die Infrastrukturabteilungen ihrer Hauptpartner der Afrikanischen Union und NEPAD-Agentur in den folgenden fünf Handlungsfeldern:

  • Information, Monitoring und Berichtswesen: Das gemeinsam erarbeitete Virtuelle PIDA-Informationszentrum, die dahinter liegende afrikanische Infrastrukturdatenbank (AID) sowie das PIDA-Monitoring & Evaluation (M&E)-System ermöglichen eine systematische Berichterstattung zum PIDA-Implementierungsfortschritt. Aktuell unterstützt das Vorhaben bei der Erweiterung des PIDA-M&E-Systems, um messen zu können, wie viele Arbeitsplätze durch die PIDA-Infrastrukturprojekten geschaffen werden.
  • PIDA-Kommunikation und Projektvermarktung: Das Vorhaben unterstützt die Partner bei der Öffentlichkeitsarbeit zu PIDA als kontinentalem Infrastrukturrahmen, zum Beispiel durch den Aufbau eines Journalistennetzwerks. Die einzelnen Projekte werden unter anderem über das PIDA Continental Business Network (CBN) vermarktet, dem rund 30 Mitglieder aus dem Privatsektor angehören. Außerdem fungiert das CBN als eine Plattform, die Empfehlungen des Privatsektors zur Verbesserung des Infrastrukturinvestmentklimas an politische Entscheidungsträger kommuniziert.
  • Integrierte und koordinierte Projektvorbereitung: Eine zentrale Herausforderung bei der Umsetzung von PIDA-Projekten ist der Mangel an Fachwissen, das für die frühe Projektvorbereitung gebraucht wird. Deshalb errichtete die NEPAD-Agentur mit GIZ-Unterstützung den PIDA Service Delivery Mechanism (SDM), der notwendige Kapazitäten für die frühe Projektvorbereitung bereitstellt um Projekte soweit zu bringen, dass Machbarkeitsstudien beginnen können.
  • Wissen und Lernen: Das Vorhaben erstellt Wissensprodukte und bietet Trainings zur verbesserten Vorbereitung von Infrastrukturprojekten an. Aktuell wird beispielsweise ein PIDA Job Creation Online Toolkit entwickelt, das zeigt, wie Arbeitsmarkteffekte bei der Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten optimiert werden können.
  • Koordination: Bei der Umsetzung von regionalen Großprojekten ist eine effiziente Koordination erfolgsentscheidend. Das Vorhaben trug zur Verabschiedung und Operationalisierung der Institutionellen Architektur für Infrastrukturentwicklung in Afrika bei. Diese legt die Verantwortlichkeiten auf kontinentaler, regionaler und nationaler Ebene fest, koordiniert durch das halbjährlich tagende multi-institutionelle PIDA-Steuerungskomitee.

Wirkung

Dank des etablierten PIDA M&E Systems ist nun eine aggregierte Fortschrittsberichterstattung möglich. Demnach sind bereits 30 PIDA-Projekte operativ, 54 befinden sich in der Bauphase und für 27 Projekte konnte die Finanzierung gesichert werden. Diese Berichterstattung ist essentiell, um die PIDA-Implementierung weiter zu fördern und zu steuern.

Das Vorhaben entwickelte eine ökonometrische Methode, um Arbeitsmarkteffekte von PIDA-Projekten schätzen zu können. Valide Aussagen, wie viele und welche Arten von Arbeitsplätzen durch Infrastrukturprojekte geschaffen werden können, veranschaulichen die sozioökonomische Wirkung von PIDA und helfen bei der politischen und finanziellen Projektvermarktung. So hat zum Beispiel das Wasserkraftwerk Ruzizi III das Potenzial rund 25.000 Arbeitsplätze während der Konstruktion, und 103.700 Jobs als Folge der verbesserten Energieversorgung, zu schaffen.

Der PIDA Service Delivery Mechanism beriet die Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (Economic Community of West African States, ECOWAS) bei der Einrichtung einer grenzüberschreitenden Projektmanagement-Autorität, um den PIDA-Abidjan-Lagos-Transportkorridor als SDM-Pilotprojekt gemeinsam zu implementieren. Dadurch wird eine strukturierte, gemeinsame Umsetzung der 1.028 Kilometer langen Autobahn ermöglicht, die 75 Prozent aller gehandelten Waren Westafrikas durch die fünf Küstenstaaten transportiert.