Unterstützung des Ausbaus der Windkraft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Ausbaus der Windkraft in Vietnam
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Deutschen Klimatechnologie-Initiative (DKTI)
Land: Sozialistische Republik Vietnam
Politischer Träger: Ministry of Industry and Trade (MoIT)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

Vietnam. Überwachung des Betriebs eines Windkraftparks. © GIZ

Ausgangssituation

Vietnam ist eines der am schnellsten wachsenden Länder Asiens. Mit dem wirtschaftlichen Wachstum geht die Notwendigkeit einher, neue Energiequellen zu erschließen. Gemäß dem aktuellen nationalen Entwicklungsplan für den Elektrizitätssektor beabsichtigt Vietnam, seine installierten Stromerzeugungskapazitäten in den nächsten 15 Jahren zu verdreifachen. Neben dem Ausbau von thermischen Kraftwerken verfolgt die vietnamesische Regierung auch den Ausbau der netzgekoppelten Windenergie: Von heute 190 Megawatt (MW) soll die installierte Kapazität 2020 auf 800 MW und 2030 auf 6.000 MW ausgeweitet werden. Dadurch soll die Stromversorgung diversifiziert und im Zuge der Grünen Wachstumsstrategie Vietnams nachhaltig gestaltet werden.

Vietnam gilt als das Land mit dem größten Windpotenzial Südostasiens. Um dieses zu erschließen, hat Vietnam bereits 2011 eine Einspeisevergütung eingeführt, die nun marktorientiert überarbeitet werden soll. Der Ausbau der Windkraft erfordert ein gutes Investitionsumfeld. Dazu gehört ein windkraftspezifisches technisches, kaufmännisches und sozioökonomisches Verständnis der Projektentwickler, Investoren und Geldgeber sowie der politischen Entscheidungsträger und der öffentlichen Verwaltung. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kann das Ausbauziel nicht erreicht werden. Institutionen und Investoren fehlen die Voraussetzungen, um den Windenergiemarkt zu stimulieren und Projekte vorzubereiten und wirtschaftlich zu betreiben.

Darüber hinaus ist Vietnam stark vom Klimawandel bedroht. Der Einsatz von Windkraft, als Alternative zur CO2-intensiven Nutzung von Kohle und Gas zur Stromproduktion, verringert den Ausstoß von Treibhausgasen und trägt so zum Klimaschutz bei.

Ziel

Öffentliche und private Institutionen, Projektentwickler und Investoren finden verbesserte Voraussetzungen für die Vorbereitung und den Betrieb von Windenergieprojekten vor.

Vietnam. Aufbau einer Windkraftanlage. © GIZ

Vorgehensweise

Um den Ausbau der Windenergie zu fördern, arbeitet das Vorhaben in drei Handlungsfeldern:

  1. Verbesserung der planerischen, rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die Windenergienutzung

    Vor allem staatliche Entscheidungsträger werden mithilfe von Studien und Datenerfassung beraten, beispielsweise zur Einspeisevergütung oder zur Windmessung. Die Informationen unterstützen die Entscheidungsträger bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Ausbau des Windsektors.

  2. Aufbau von Fach- und Methodenwissen für private und staatliche Akteure

    Das spezifische Wissen soll langfristig im Land verankert werden. Das Vorhaben bildet beispielsweise vietnamesische Projektentwickler und Beratungsfirmen zu technischen Aspekten und Methoden des Windparkbaus weiter. Darüber hinaus werden lokale Banken zur Finanzierung von Windprojekten geschult.

  3. Unterstützung von Technologie- und Forschungskooperationen

    Der Prozess des Wissensaufbaus wird durch Technologie- und Forschungskooperationen im Privatsektor sowie zwischen Bildungs- und Forschungsinstitutionen in Vietnam und Deutschland gefördert. Das Vorhaben organisiert beispielsweise Austauschveranstaltungen für deutsche und vietnamesische Forschungsinstitutionen und unterstützt gemeinsame Forschungskooperationen.

Die Consultingfirma Lahmeyer International unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkungen

Auf Grundlage von Studien über die Kosten der Windenergieproduktion in Vietnam hat das Vorhaben das Ministerium für Industrie und Handel beraten, den bestehenden Einspeisetarif für Windkraft zu erhöhen, um die Investitionsbedingungen für Windenergie zu verbessern.

An 10 Standorten wurde eine Windmesskampagne durchgeführt, um das Windpotenzial zu bewerten und Gebiete für die Projektentwicklung zu ermitteln. Die gesammelten Daten wurden in der „World Bank Open Data Platform“ zugänglich gemacht, um die Planungsprozesse zur Skalierung von Windenergie zu erleichtern. Das Vorhaben hat außerdem Leitlinien veröffentlicht, in denen es Prozesse für die Entwicklung und Finanzierung von Windenergieprojekten in Vietnam darstellt.

Im Anschluss an eine Bedarfsanalyse wurde das Fachwissen über Windenergie von insgesamt 570 Interessenvertretern, darunter Entscheidungsträger, Projektentwickler, Banken und Beratungsunternehmen, in Weiterbildungsveranstaltungen gefördert. Darüber hinaus unterstützte das Vorhaben den vietnamesischen Netzbetreiber bei der Integration von erneuerbaren Energien in die Netzinfrastruktur.

Eine Sommerschule für vietnamesische und deutsche Studierende wurde organisiert. 30 zukünftigen Windexperten konnten sich umfassendes Wissen über Energiesysteme und Windenergie aneignen.

Das Vorhaben unterstützt drei gemeinsame Projekte vietnamesischer und deutscher Forschungsinstitute und verschaffte vietnamesischen und deutschen Unternehmen Chancen auf Geschäftspartnerschaften durch B2B-Veranstaltungen.

Vietnam. Windpark in der Provinz Can Tho. © GIZ