Aufbau der Institution „Biodiversity Partnership Mesoamerica“

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Aufbau der Institution „Biodiversity Partnership Mesoamerica“
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Zentralamerika und Dominikanische Republik
Politischer Träger: Secretaría General del Sistema de la Integración Centroamericana (SG-SICA)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

Biodiversität in Mittelamerika. Vulkan Arenal. © GIZ / E. Müller

Ausgangssituation

Die Landfläche Zentralamerikas umfasst nur 0,5 Prozent der Erdoberfläche, beherbergt jedoch mehr als 7 Prozent der weltweiten Biodiversität. Diese einzigartige Biodiversität ist durch fortschreitende Umwandlung natürlicher Ökosysteme, Entwaldung, Raubbau und den Klimawandel stark gefährdet. Naturkatastrophen hinterlassen in immer kürzeren Abständen Schäden an der ländlichen Produktionsinfrastruktur.

Die zentralamerikanischen Staaten haben auf die Herausforderungen des Klimawandels und die Gefährdung der Biodiversität reagiert und wichtige institutionelle Voraussetzungen auf nationaler und regionaler Ebene geschaffen. Der angestrebte Wandel kann jedoch nicht durch öffentliche Programme allein erreicht werden. Eine aktivere Beteiligung der Privatwirtschaft ist unabdingbar. Die Bereitschaft der Unternehmen, Produktionsmethoden nachhaltig zu gestalten, steigt zunehmend – nicht zuletzt, weil durch die Integration von Biodiversitätsaspekten Kosten gesenkt und die Akzeptanz der Produkte auf amerikanischen und europäischen Märkten gesteigert werden können. Entscheidend hierfür sind jedoch fachliches Wissen, die Fähigkeit, potenzielle private und öffentliche Partner zu identifizieren, und ein hoher Grad an Koordination zwischen einzelnen Projekten.

Ziel

Die Privatwirtschaft engagiert sich im Rahmen der Plattform „Biodiversity Partnership Mesoamerica“ verstärkt für die nachhaltige Nutzung der Biodiversität.

Biodiversität in Mittelamerika: Krokodil in Costa Rica, Biodiversität in Mittelamerika. Kolibri in Sarapiquí. © E. Müller

Vorgehensweise

Um die Privatwirtschaft systematischer am Biodiversitätsschutz zu beteiligen und unterschiedliche Akteure zu vernetzen, wurde im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft zwischen den Firmen REWE, Chiquita und Corbana sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im April 2012 die regionale Plattform „Biodiversity Partnership Mesoamerica“ (BPM) gegründet. Ihre Mitglieder sind internationale Konzerne, Unternehmen aus der Region, Organisationen der Zivilgesellschaft, Finanzierungsfonds, wissenschaftliche und staatliche Institutionen.

Das Regionalvorhaben unterstützt die Plattform bei

  1. der Organisationsentwicklung: Die BPM schafft ein Dienstleistungsangebot, das vom Privatsektor für die Entwicklung und Koordinierung von Projekten zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität nachgefragt wird.
  2. der Identifizierung und Entwicklung von Finanzierungsmechanismen: Mitglieder der BPM erhalten Zugang zu Finanzierungsmechanismen.
  3. der Entwicklung von Qualitätskriterien: Die BPM entwickelt Qualitätskriterien, die internationalen Standards entsprechen.
  4. Monitoring und Wissensmanagement: Die BPM entwickelt ein Wissensmanagementsystem für ihre Mitglieder und etabliert sich in Zentralamerika als ein Referenzzentrum für den Austausch über die nachhaltige Nutzung von Biodiversität.

Wirkungen

  • Die BPM ist anerkannter Referenzrahmen für die Umweltbehörde CCAD der SICA (Comisión Centroamericana de Ambiente y Desarrollo) bei Fragen des privatwirtschaftlichen Engagements im Umweltbereich. In diesem Zusammenhang hat die BPM die Beratungen der CCAD mit dem Privatsektor zur regionalen Umweltstrategie 2015–2020 für die Region Zentralamerika und Dominikanische Republik unterstützt.
  • Die BPM konnte weitere Mitglieder gewinnen: C-Fela, ein Forstunternehmen mit Sitz in Costa Rica, CONABIO (Comisión Nacional para el Conocimiento y Uso de la Biodiversidad) aus Mexico, DIGECOOM, die Behörde für multilaterale Projekte aus der Dominikanischen Republik, und den internationalen Obstgroßhändler UNIVEG.
  • Den Mitgliedern der BPM steht in Costa Rica ein Inventar von Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mechanismen zur Anbindung von Crowdfunding an die Projekte der Mitglieder sind erarbeitet.
  • Die BPM ist aus einer strategischen Allianz der Unternehmen REWE, Chiquita und Corbana im Grenzgebiet zwischen Panama und Costa Rica hervorgegangen. In diesem Projekt wurden von den Projektpartnern und vielen Freiwilligen unter anderem auf über 1.000 Hektar mehr als 10.000 Bäume gepflanzt. Über 4.000 Menschen erhielten Fortbildungen zu Umweltthemen. Außerdem wurden Schildkrötennester vor natürlichen Feinden und Wilderern geschützt. So konnten fast 30.000 der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten nach ihrer Brutzeit das Meer erreichen.
  • Mitglieder der BPM haben Projekte zur Wiederaufforstung, zur Einrichtung von Biokorridoren und zur Energiegewinnung durch Biomasse begonnen.
  • Die BPM wurde in das Executive Committee der Global Partnership for Business and Biodiversity gewählt (ab Ende 2015). Diese globale Initiative wirkt im Rahmen der Biodiversitätskonvention. Dieses internationale Umweltabkommen hat 193 Vertragspartner und wurde von 168 Staaten ratifiziert; sie ist damit eine wichtige Plattform für den Wissensaustausch und die Kommunikation der Aktivitäten der BPM-Mitglieder.

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