Energising Development (EnDev) Malawi

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energising Development (EnDev) Malawi
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Malawi
Politischer Träger: Energieministerium
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2019

A woman cooking with an improved stoves provided through the Energizing Development Programme in Malawi. © GIZ

Ausgangssituation

Malawi ist ein flächenmäßig kleines Land. Da seine stetig wachsende Bevölkerung auf Holz als Brennstoff angewiesen ist, steht die Energieversorgung zunehmend unter Druck. Der Gesamtenergiebedarf Malawis wird zu mehr als 90 Prozent mit Feuerholz und Holzkohle gedeckt, die hauptsächlich aus eigens zu diesem Zweck gefällten Bäumen, und daher nicht nachhaltig, erzeugt wird. Dieser Umstand lässt, zusammen mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum, den Druck auf die Wälder des Landes steigen: Waldzerstörung und eine Entwaldungsrate von jährlich 2,6 Prozent sind die Folge. Feuerholz wird überwiegend in offenen Drei-Steine-Feuern verwendet, selbst in städtischen Räumen. Mit diesem sehr ineffizienten Verfahren werden wertvolle Waldressourcen vergeudet. Zudem gefährden offene Feuer und Rauch die Gesundheit der Menschen, besonders der Frauen und Kinder.

Weniger als 2,3 Prozent des nationalen Gesamtenergiebedarfs werden mit Strom gedeckt und nur knapp 7 Prozent der 14 Millionen Einwohner sind an das Stromnetz angeschlossen. Im Vergleich zu seinen Nachbarn steckt Malawis Markt für Solarleuchten und kleine Solarbeleuchtungssysteme noch in den Kinderschuhen. Bislang sind hier schätzungsweise 62.000 Pico-PV-Systeme (Photovoltaik) verkauft worden. Das entspricht gerade mal einem Prozent des Gesamtmarktpotenzials. Die meisten Haushalte setzen immer noch auf teure, gefährliche und nicht nachhaltige Beleuchtungsquellen wie Kerosin und Trockenbatterien.

Ziel

Rund 625.000 Menschen, in erster Linie in Städten und ihrem Umland, verfügen mit dem „Chitetezo Mbaula“, dem sogenannten schützenden Herd, über einen energiesparenden Kochherd. Die Einführung der neuen Herde koordiniert die National Cookstove Taskforce unter Leitung des Energieministeriums.

Malawi. A boy making improved cooking stoves, supported by the Energizing Development Programme in Malawi © GIZ

Vorgehensweise

Dieses Vorhaben ist Teil des globalen Programms Energising Development (EnDev), das von Australien, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen und der Schweiz kofinanziert wird. In Malawi fördert es einen finanziell selbsttragenden Markt für verbesserte Kochherde in Städten und ihrem Umland. Hierzu werden Maßnahmen ergriffen, die sowohl das Angebot als auch die Nachfrage stärken.

Auf Nachfrageseite geht es vor allem darum, das Interesse der Nutzer am mit Holz befeuerten Tonherd „Chitetezo Mbaula“ zu steigern. Auf der Angebotsseite erlernen Männer und Frauen im Rahmen von EnDev Malawi die handwerklichen Fähigkeiten, die sie zur Herstellung des Herdes benötigen. MAEVE, eine lokale Nichtregierungsorganisation, bringt Angebot und Nachfrage zusammen, indem sie den Kontakt zwischen kleinen Herdherstellern und großen Verkaufsstellen, wie Supermärkten und Tankstellen in Städten, herstellt.

Die geplanten EnDev-Maßnahmen sollen das Einatmen von Rauch, dem überwiegend Frauen und Kinder ausgesetzt sind, in 140.000 städtischen Haushalten vermeiden und die Waldzerstörung um 65.000 Tonnen Holz reduzieren. Das entspricht einer Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes (CO2e) um jährlich 50.000 Tonnen. Außerdem entstehen mit der Produktion des Herdes neue Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten in ländlichen Räumen.

Die Regierung von Malawi hat eine Initiative gestartet, mit der bis 2020 an die zwei Millionen energiesparende Herde in malawischen Haushalten installiert sein sollen. EnDev Malawi berät die National Cookstove Taskforce in Fragen der praktischen Umsetzung.

In einer separaten Komponente von EnDev soll in einer landesweiten Aufklärungskampagne die Akzeptanz hochwertiger Solarbeleuchtungsprodukte, das heißt Leuchten und Beleuchtungssysteme, gesteigert werden. Die Zielgruppe zählt 125.000 Menschen, überwiegend im ländlichen Raum. Hiervon erwartet man sich großen Nutzen: Der Verbrauch schwer zu entsorgender Trockenbatterien geht zurück, die Ausgaben für Kerosin und Batterien sinken, Brandgefahr und Gesundheitsrisiken nehmen ab.

Wirkungen Im Rahmen des Vorhabens haben bis Juni 2014 knapp 47.000 Menschen Zugang zu verbesserten Energiequellen zum Kochen erhalten. Die Zahl der Herde – hergestellt von 21 Produzentengruppen und auf von EnDev geschaffenen Vertriebswegen verkauft – ist auf 8.000 gestiegen. Allein im ersten Halbjahr 2014 hat die Produktion der Herde Arbeitsplätze für rund 200 Frauen und 60 Männer geschaffen.