Reproduktive Gesundheit und Familiengesundheit

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Reproduktive und Familiengesundheit
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Guinea
Politischer Träger: Ministère de la Santé
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017 

Ausgangsituation

Die Qualität der Gesundheitsdienste für reproduktive Gesundheit ist in Guinea sehr gering. Sie werden von der Bevölkerung nur wenig in Anspruch genommen. Weniger als die Hälfte der Geburten wird medizinisch betreut. Sieben von zehn Neugeborenen erhalten keinerlei medizinische Versorgung. Nur fünf Prozent der Frauen verwenden moderne Familienplanungsmethoden und nur zwölf Prozent der Menschen haben einen HIV-Test gemacht. Die Situation ist in den ländlichen Gebieten Guineas deutlich schlechter als in der Hauptstadt. Insgesamt nutzt die Bevölkerung besonders in ländlichen Regionen die Dienste für reproduktive Gesundheit zu wenig.

Ziel

Die Qualität von Dienstleistungen für reproduktive Gesundheit, einschließlich HIV, ist in den Gesundheitszentren und Krankenhäusern verbessert. Vor allem jüngere Frauen und Männer nehmen diese verstärkt in Anspruch.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in drei Handlungsfeldern.

  1. Verbesserung der Qualität von Dienstleistungen für reproduktive Gesundheit einschließlich HIV in den Gesundheitszentren und Krankenhäusern
    Die Dienste sollen den nationalen Mindeststandards entsprechen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die unterschiedlichen reproduktiven Gesundheitsdienste miteinander verknüpft werden.
  2. Stärkung der Aufsichts- und Steuerungsfunktionen im Gesundheitswesen
  3. Verbesserung des Angebots in Jugend- und Gesundheitszentren für junge Frauen und Männer
    Junge Frauen und Männer sollen leichter Zugang zu den Gesundheitsdiensten finden und beispielsweise dafür sensibilisiert werden, dass Frauen nicht zu jung heiraten und die weibliche Genitalien von Mädchen und Frauen nicht verstümmelt werden. Hierbei arbeitet das Vorhaben eng mit dem Grundbildungsvorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zusammen.

Die bisherigen Aktivitäten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit beziehen sich vor allem auf die Bereiche HIV und Qualitätsmanagement. Seit 2005 unterstützten die Vorläufervorhaben „Programm Ländliche Gesundheit und AIDS Bekämpfung“, „Reproduktive Gesundheit und Stärkung von Frauenrechten“ sowie „Bereitstellung von ARV-Medikamenten“ dabei, HIV-Infektionen in Mamou, Labé und Faranah zu diagnostizieren und zu behandeln. Durch Qualifizierungsmaßnahmen wurde die Diagnose- und Behandlungskompetenz der Mitarbeitenden in regionalen Krankenhäusern und in den Zentren für freiwillige HIV-Testung gestärkt. Die oben genannten Vorhaben haben außerdem dazu beigetragen, dass zahlreichen Akteure im Gesundheitsbereich besser qualifiziert sind. Außerdem wurde die Bildung von gemeindebasierten Versicherungen in ländlichen Regionen angeregt und unterstützt.