Stärkung der Resilienz durch Wertschöpfungsketten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Resilienz durch Wertschöpfungsketten im Süden und Südosten Madagaskars
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); Europäische Union (EU)
Land: Madagaskar
Politischer Träger: Ministère de l’Agriculture
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2017

Madagaskar. Extraktion des Honigs nach EU-Normen. © GIZ

Ausgangssituation

Der Süden und Südosten Madagaskars zählen zu den ärmsten Gebieten des Landes. Landwirtschaftliche Güter der Region gelangen aufgrund der schlechten Infrastruktur oftmals nicht auf die Märkte. Zudem fehlt es an verlässlichen Informationen über Marktpreise und die aktuelle Güternachfrage. Die Produkte werden unzureichend kommerzialisiert: Viele Bauern haben keinen Kontakt zu Unternehmen, die als Partner in Frage kämen, und finden nur schwer Abnehmer.

Für die Unternehmen bedeutet dies, dass die Qualität und die Quantität der Produkte schwer zu steuern ist. Die Bauern sind gezwungen, niedrige Preise für ihre Agrarprodukte in Kauf zu nehmen. Diese Umstände behindern die wirtschaftliche Entwicklung der Region und tragen dazu bei, dass große Teile der Bevölkerung in Armut leben.

Ziel

Die Ernährung der ländlichen Bevölkerung im Süden und Südosten von Madagaskar ist gesichert, auch vor dem Hintergrund der sich ändernden klimatischen Bedingungen. Die Erträge der Produktion von Rizinusöl, Honig, Bohnen und Ziegenfleisch sind gestiegen. Haushalte, die von Frauen geführt werden, sind in die Wertschöpfungsketten integriert.

Madagaskar. Traditionelle Bienenzucht in einem Baumstamm und moderne Bienenzucht in einem Bienenstock. © GIZ

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt aussichtsreiche Branchen und schafft so die Voraussetzungen für eine bessere Ausschöpfung des landwirtschaftlichen Potenzials. Es fördert gleichzeitig Bauern und Unternehmen. Anders als in den klassischen Ansätzen zur Bekämpfung von Ernährungsunsicherheit stellt die Analyse der letzten Komponente der Wertschöpfungskette (Konsum und Vertrieb des Endproduktes) in diesem Vorhaben den ersten Schritt zur Einkommenssteigerung dar.

Auf der Grundlage von Studien zu verschiedenen Wirtschaftsbranchen und eingereichten Vorschlägen vonseiten der Unternehmen und Bauernvereinigungen wurden vier Wertschöpfungsketten zur Förderung ausgewählt: Rizinusöl, Honig, Bohnen und Ziegenfleisch.

Für eine bessere Verknüpfung zwischen den unterschiedlichen Akteuren einer Branche organisiert das Vorhaben einen regelmäßigen Interessenaustausch. Erste geschäftliche Verbindungen zwischen Bauern und Unternehmen, die als potenzielle Abnehmer ihrer landwirtschaftlichen Produkte in Frage kommen, werden etabliert. Eine umfängliche Beteiligung regionaler Behörden und aller Stakeholder bei der Formulierung von Entwicklungsplänen für die Wertschöpfungsketten ist ein weiterer Erfolgsfaktor. So können unterschiedliche Visionen miteinander vereinbart und Zuständigkeiten abgestimmt werden. In den Entwicklungsplänen werden die verschiedenen Bedürfnisse einzelner Wirtschaftsgruppen definiert und die notwendigen Maßnahmen zum Aufbau einer Wertschöpfungskette bestimmt.

Madagaskar. Honig zum Verkauf. © GIZ

So wurden beispielsweise Bauern und Bäuerinnen in verbesserten Produktionsweisen von Rizinusöl und Honig geschult. Sie können ihre Produktion nun besser an die Bedürfnisse der Unternehmen anpassen, erschließen dadurch neue Absatzmöglichkeiten und können dank eines gesteigerten Produktionsvolumens sowie einer höheren Produktqualität ein höheres Einkommen erzielen.

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