Unterstützung institutioneller Strukturen für die Förderung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung institutioneller Strukturen für die Förderung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz in der Karibik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Alle CARICOM-Mitgliedstaaten und die Dominikanische Republik
Politischer Träger: Caribbean Community and Common Market (Caricom) Sekretariat
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2016

Karibik. Solar-Bushaltestelle in Barbados (Foto: Glynn Morris) © GIZ

Ausgangssituation
Mehr als 95 Prozent des kommerziellen Energieverbrauchs in den karibischen Ländern basieren auf Mineralölprodukten. Die starke Abhängigkeit der karibischen Länder von erdölbasierten Brennstoffen und die damit verbundenen hohen Stromerzeugungskosten beeinträchtigen die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und gefährden die Umwelt. Mineralölimporte führen zudem in den meisten Ländern zu steigenden Verschuldungsquoten.

Trotz großer Potenziale werden kostengünstigere und umweltverträglichere Lösungen wie der Einsatz regenerativer Energien (RE) oder Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz (EE) kaum genutzt. Die regionalen und nationalen Akteure im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz sind noch nicht in der Lage, den politischen, organisatorischen und fachlichen Anforderungen eines wachsenden Marktes gerecht zu werden. Zudem besteht ein Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften in privaten und staatlichen Institutionen, um energiepolitische Rahmenbedingungen zugunsten von RE und der EE zu verbessern und konkrete Projekte planen zu können.

Ziel
Regionale und nationale Akteure im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz werden den politischen, organisatorischen und fachlichen Anforderungen eines wachsenden Marktes in der Karibik zunehmend gerecht.

Vorgehensweise
Der Schwerpunkt der Beratung zu RE und EE (Renewable Energy and Energy Efficiency Technical Assistance, REETA) liegt darin, eine regionale Energiestrategie zu entwickeln, regionales Know-how zu schaffen und die Vernetzung der Akteure zu fördern.

Auf der nationalen Ebene unterstützt die GIZ die Länder dabei, die regionalen politischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu verbessern und stärkt die Energieeinheit des Sekretariates der Karibischen Staatengemeinschaft (Caribbean Community, CARICOM) hinsichtlich seiner Koordinierungsfunktion. Regionale Fachinstitutionen werden fachlich qualifiziert, institutionell weiter entwickelt und mit anderen vernetzt. Zudem werden Aus- und Fortbildungsangebote im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz an Universitäten und Technikerschulen erweitert. Auf der lokalen Ebene werden Modellprojekte gefördert und für die weitere Verbreitung dokumentiert. Das Vorhaben leistet damit einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur langfristigen Stabilisierung der Strompreise in der Karibik.

Wirkung
Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit wurden folgende Wirkungen erzielt

  • Im Rahmen des CARICOM Energie-Programmes wurde im Juni 2013 die „Caribbean Sustainable Energy Roadmap and Strategy“ verabschiedet.
  • REETA unterstützt die Energieeinheit der CARICOM sowohl fachlich als auch durch Zuschüsse für Veranstaltungen und Programmen der Mitgliedsstaaten sowie zur Öffentlichkeitsarbeit. Es wurden bereits zwei Koordinierungsrunden, die sowohl Mitgliedstaaten, regionale Institutionen sowie auch internationale Geber umfassen, geschaffen.
    Die Runden haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einem wichtigen Gremium entwickelt, an dem alle Sektorakteure mit größtem Interesse teilnehmen.
  • Als Grundlage für künftige Politikentscheidungen hat CARICOM erkannt, dass ein regionales Energieinformationssystem etabliert werden muss. Hier hat REETA mit einer Konferenz und einem Workshop in Jamaika Ende 2013 eine Kooperation mit CARICOM begonnen, die in Zusammenarbeit mit der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) fortgesetzt wird.
  • Eine aktualisierte Übersicht der Geber wird regelmäßig erstellt und den Beteiligten zur Verfügung gestellt. Dies ist ein erster Schritt, um die Informationsarbeit der Energieeinheit zu verbessern.
  • Die meisten CARICOM-Staaten haben mittlerweile nationale Energiepolitiken verabschiedet, die auf eine stärkere Nachhaltigkeit und eine Abkehr von einer fast ausschließlichen fossilen Energieversorgung setzen.
  • Bereits seit einigen Jahren unterstützt das CARICOM-Sekretariat die Mitgliedsländer bei der Durchführung der jährlichen Caribbean Energy Week. REETA hat die Unterstützung übernommen, um die alle zwei Jahre stattfindende CARICOM-Konferenz „Caribbean Sustainable Energy Forum“ (CSEF) durchzuführen.
  • REETA trägt in Kooperation mit anderen Gebern dazu bei, verschiedene Weiterbildungsangebote im Bereich RE und EE in die Programme zu integrieren. Einzelne Kurse wurden bereits implementiert und ausgebaut.
Karibik. Gebäude in Guyana (Foto: Glynn Morris) © GIZ

Kontakt

Andreas Christian Taeuber
andreas.taeuber@giz.de