Gedenkstätte für die Opfer des bewaffneten Konflikts

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Bau und Betrieb einer Gedenkstätte für die Opfer des bewaffneten Konflikts in Peru
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Peru
Politischer Träger: Ministerio de Relaciones Exteriores del Perú in Zusammenarbeit mit der Comisión de Alto Nivel
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2015

Ausgangssituation

Peru wurde ab 1980 besonders durch Aktivitäten der Guerillaorganisation „Leuchtender Pfad“ (Sendero Luminoso) von einer Welle der Gewalt heimgesucht. Laut der peruanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission kamen dabei bis 2000 mehr als 70.000 Menschen ums Leben. Viele waren den Gewalttaten schutzlos ausgesetzt; die Ereignisse haben bis heute tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. Die individuelle und kollektive Aufarbeitung und Aufklärung der von Gewalt geprägten Vergangenheit ist deshalb eine wichtige Aufgabe in Peru.

Zwei zentrale Empfehlungen der peruanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission zur Aufarbeitung des zwanzigjährigen Konflikts sind:

  • die Menschenrechtsverletzungen aus dieser Zeit gerichtlich zu verfolgen,
  • der Opfer, auch durch symbolische Erinnerungsakte, öffentlich zu gedenken.

Ziel

Auf der Grundlage von Empfehlungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission ist eine nationale Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des bewaffneten Konflikts errichtet. Sie trägt zur Aufarbeitung der vergangenen Gewalttaten sowie zur Respektierung und Sicherung der Menschenrechte, zur Förderung interkultureller Toleranz und zu einer Friedenskultur in der peruanischen Gesellschaft bei.

Vorgehensweise

Das Vorhaben konzentriert sich auf drei Aufgaben und handelt flexibel und ergänzend zu anderen internationalen Gebern:

  1. Beratung und Unterstützung der Comisión de Alto Nivel bei Planung, Bau und Inbetriebnahme der Gedenkstätte „Lugar de la Memoria, la Tolerancia y la Inclusión Social“ in Lima und bei der Geberkoordinierung
  2. Kofinanzierung des Baus der Gedenkstätte
  3. Teilfinanzierung der Betriebskosten der Gedenkstätte ab Fertigstellung

Die Gedenkstätte wird Teile der permanenten Fotoausstellung Yuyanapaq (Quechua für „Erinnern“) beherbergen und weitere, zeitlich begrenzte Ausstellungen zum Gedenken an die Gewaltopfer.

Wirkungen

Das Vorhaben erfährt höchste Aufmerksamkeit in Öffentlichkeit und Politik, wodurch eine dauerhafte gesellschaftliche Debatte über die Gewalttaten und deren Aufarbeitung in Gang gesetzt wurde.

Bisher wichtigstes Ergebnis ist ein gesellschaftlicher und politischer Konsens zur Förderung der demokratischen Kultur des Landes, um die Wiederholung von terroristischer Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.

Der Bau der Gedenkstätte ist abgeschlossen. Die Ausstellungsinhalte werden zurzeit abgestimmt und entwickelt beziehungsweise zusammengestellt. Die Gedenkstätte bietet schon jetzt einen Rahmen für Koordination und Kommunikation von Aktivitäten zur Vergangenheitsbearbeitung und dient als Treffpunkt gesellschaftlicher Initiativen für Wiedergutmachung und Aussöhnung. So werden Bevölkerungsgruppen, die mit der Gewalt der Vergangenheit bisher nicht konfrontiert waren, für die Leiden der Opfer sensibilisiert.