Beitrag zur Förderung der nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktivität

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beitrag zur Förderung der nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktivität in Äthiopien
Auftraggeber: Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Äthiopisches Landwirtschaftsministerium
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Ausgangssituation

Große Landesteile Äthiopiens bieten sehr günstige klimatische Bedingungen für die landwirtschaftliche Produktion, vor allem im Hochland. Dieses Potenzial wird bei weitem nicht ausgeschöpft. Unvorteilhafte Produktionsbedingungen und rückständige Bewirtschaftungsmethoden erlauben nur Flächenerträge, die selbst im afrikanischen Vergleich niedrig sind.

Bis zu zehn Millionen Menschen sind von regelmäßiger Nahrungsmittelhilfe abhängig. Aufgrund der stetig wachsenden Bevölkerung ist das Land auf eine zunehmende Einfuhr von Grundnahrungsmitteln angewiesen. Gleichzeitig bringen Exporte einzelner Agrarerzeugnisse dringend benötigte Devisen ein.
Der Agrarsektor bildet die Basis der äthiopischen Wirtschaft, in dem rund 80 Prozent der Bevölkerung beschäftigt sind und fast die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet wird.

Ziel

Die Bedingungen für die Produktion im Agrar- und Ernährungssektor in Äthiopien werden durch eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und den gezielten Einsatz von Betriebsmitteln verbessert.

Vorgehensweise

In drei Handlungsfeldern wird ein Beitrag zur nachhaltigen Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität in Äthiopien geleistet

Im Handlungsfeld Fachdialog Agrar berät die GIZ die äthiopische Regierung zu prioritären Themen ihres Plans zur Verbesserung des Sektors. Dazu zählen beispielsweise Kooperativen und Verbände weiter zu entwickeln und ein Qualitätssystem für die Saatguterzeugung und Sortenzulassung aufzubauen. Der Austausch mit deutschen Behörden wie dem Deutschen Bundessortenamt und Unternehmensverbänden leistet dabei einen wichtigen Beitrag. Zudem sichert die damit verbundene bessere internationale Vernetzung von äthiopischen Entscheidungsträgern deren Wissen über moderne Produktionsmethoden im Agrarbereich.

Für die Stärkung des Saatgutsektors und die Erhaltung genetischer Ressourcen werden äthiopische Institutionen gefördert, die dafür zuständig sind, genetische Ressourcen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen sowie Saatgut zu züchten und zu verbreiten. Dazu werden Forscher, Züchter und Techniker weitergebildet und Institutionen mit Geräten ausgestattet. Zudem wird der Züchtungsprozess durch den Austausch von Weizen- und Gerstensorten mit deutschen Partnern beschleunigt. Kleinbauern erhalten einen besseren Zugang zu neuen Sorten durch kleinbäuerliche Saatgutvermehrung und -verbreitung. Außerdem wird die Regierung Äthiopiens unterstützt, die internationale Vereinbarung zur Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen umzusetzen.

Für die Aus- und Weiterbildung in nachhaltigen Produktionsverfahren werden Bauern und landwirtschaftlichen Fachkräften Wissen und Können im Hinblick auf landwirtschaftliche Mechanisierung und moderne Anbauverfahren vermittelt. Im Deutsch-Äthiopischen Landwirtschaftlichen Weiterbildungszentrum (Ethio-German Agricultural Training Center, ATC) werden Bearbeitungstechniken erprobt und demonstriert, die die Bodenfruchtbarkeit erhalten. Darüber hinaus findet eine Wissensvermittlung zwischen dem ATC und Forschungsinstituten, Universitäten und landwirtschaftlichen Berufsschulen statt, so dass das Know-how über moderne, nachhaltige landwirtschaftliche Produktion weit verbreitet ist. Die Absolventen des ATC wenden moderne, nachhaltige Produktionsmethoden und betriebswirtschaftliche Ansätze an und bieten entsprechende Dienstleistungen für Kleinbauern an, die sich moderne Maschinen nicht leisten können. Dadurch werden Ernteerträge und Einkommen der in der Landwirtschaft Beschäftigten erhöht.