Mahatma-Gandhi-Beschäftigungsprogramm: Positive Wirkungen auf Umwelt und Klimawandelanpassung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umweltwirkungen und Anpassung an den Klimawandel durch das Mahatma Gandhi Beschäftigungsprogramm
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministry of Rural Development (MoRD), Government of India
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Indien. Fast die Hälfte der Leistungsempfänger des MGNREGA sind Frauen. © GIZ

Ausgangssituation

Das Nationale Mahatma Gandhi Beschäftigungsgarantieprogramm für die ländliche Bevölkerung (Mahatma Gandhi National Rural Employment Guarantee Act, MGNREGA) ist ein Schlüsselelement der indischen Sozialpolitik. Das Programm wurde 2006 begonnen. Der auf Menschenrechten basierende Ansatz garantiert bis zu 50 Millionen Familien von unterbeschäftigten Landarbeitern ein Grundeinkommen. Erreicht wird dies durch mindestens 100 Tage bezahlter Arbeit pro Jahr. Fast die Hälfte der Leistungsempfänger sind Frauen.

Ein Kernziel des Programms und des zugrundeliegenden Gesetzes ist es, dazu beizutragen, dass natürliche Ressourcen in ihrer Bedeutung für das Ökosystem und die Landwirtschaft nachhaltig genutzt und erhalten bleiben. So werden langfristig die Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung gegen die Folgen des Klimawandels abgesichert.

Die Arbeiten von MGNREGA werden jedoch häufig nicht ausreichend technisch geplant und durchgeführt. So mangelt es ihnen oftmals an Dauerhaftigkeit. Wasserrückhaltebecken verlieren beispielsweise ihre Speicherkapazität durch natürliche Ablagerungen (Sedimentation) oft in nur einer Regenzeit. Aufforstungsmaßnahmen schlagen wegen mangelnder Wasserversorgung für die Bäume fehl und junge Vegetation wird von grasenden Tieren zerstört. Häufig werden die Anlagen nicht instand gehalten, da die Besitzverhältnisse unklar sind und Anreize fehlen.

Ziel

Dorfräte (Gram Panchayats) implementieren MGNREGA-Maßnahmen in guter Qualität und mit nachhaltiger Wirkung.

Indien. Regenwasserauffangbecken versorgen Mensch, Tier und Vegetation © GIZ

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt das indische Ministerium für ländliche Entwicklung und die Regierungen der Bundesstaaten Andhra Pradesh, Chhattisgarh und Rajasthan dabei, das enorme Potenzial der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zum Nutzen für die Umwelt und zur Absicherung gegen Folgen des Klimawandels freizusetzen sowie die technische Qualität der Arbeiten und ihre Instandhaltung zu verbessern. Das Vorhaben zielt auf die drei Dimensionen der natürlichen Ressourcen: Wasser, Boden und Vegetation. Damit unterstützt es die indische Regierung dabei, Umweltaspekte in Planung und Auswahl der Arbeiten zu integrieren, sie umzusetzen und instand zu halten. Außerdem soll das MGNREGA-Managementinformationssystem verbessert werden. Die Maßnahmen beteiligen die lokalen Verwaltungen, die Regierungen der beteiligten Bundesstaaten und die Zentralregierung sowie andere staatliche Institutionen und zivilgesellschaftliche Organisationen.

Die GIZ, gemeinsam mit ihren Partnern;

  • fördert den Wissensstand und die Sensibilisierung über mögliche Umweltauswirkungen von MGNREGA,
  • entwickelt das technische Design und die Richtlinien weiter,
  • verbessert die Organisation der Instandhaltung von MGNREGA-Arbeiten,
  • integriert die Überwachung von Umwelt- und Genderaspekten in das Managementinformationssystem des Programms,
  • schult die Hauptakteure.

Das Programm testet Neuerungen für verbesserte technische Entwürfe, Richtlinien und Auswahlkriterien in ländlichen Gebieten der beteiligten Bundesstaaten.

Indien. Wiederbegrünung von Brachland in Rajasthan. © GIZ

Wirkungen

Die Arbeiten bewirken, dass Grundwasserspiegel langsam ansteigen und Landbau ermöglichen. Landschaftsgestaltende Maßnahmen und neue Vegetationsflächen verringern die Bodenerosion. Die Bodenfruchtbarkeit erhöht sich indem organische Materie eingebracht wird. Das ermöglicht es den Menschen, in ihren Ursprungsregionen zu bleiben und nicht in die Megastädte abwandern zu müssen.

Die GIZ schloss die Bestandsaufnahme der Ausgangssituation im September 2014 in allen drei Bundesstaaten ab. Sie unterstützt ihre Partner bei weiterführenden Arbeiten in folgenden Bereichen:

  • Schulung von Dorfbewohnern, Mitarbeitern nichtstaatlicher Organisationen und Beamten im Schutz natürlicher Ressourcen
  • Kategorisierung, Planung und Umsetzung von durch MGNREGA geförderten Maßnahmen und ihre Wirkungen auf natürliche Ressourcen
  • Erstellung von aussagekräftigem Kartenmaterial in den Pilotregionen
  • Förderung der Informationsvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit zu MGNREGA und dessen Umweltwirkungen