Natur- und Wirtschaftsräume Taï und Comoé schützen und entwickeln

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Entwicklung der Natur- und Wirtschaftsräume Taï und Comoé in der Côte d’Ivoire (PROFIAB II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Côte d’Ivoire
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (MINADER)
Partner: Durchführungspartner: Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (MINSEDD), Wasser- und Forstministerium (MINEF), Ministerium für Tierproduktion und Fischerei (MIRAH), Branchenverband für Kaffee und Kakao (CCC), Branchenverband für Baumwolle und Cashew (CCA) Agrarberatungsdienst (ANADER), Parkverwaltungsbehörde (OIPR), Stiftung für Nationalparks und Schutzgebiete (FPRCI)
Entwicklungspartnerschaften mit: Centamin, Cocoanect
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Foto 1 PROFIAB - Parc national de Taï

Ausgangssituation

Im Agrarsektor sowie in vielen Schutzgebieten und Staatswäldern der Côte d’Ivoire sind die Auswirkungen der gesellschaftlichen Konflikte seit dem Ende der sozio-politischen Krise 2011 weiterhin sichtbar. Zwei der wichtigsten Schutzgebiete sind die Nationalparks Taï (größter intakter Regenwald Westafrikas) und Comoé (der größte Nationalpark der Region). Beide Nationalparks sind sowohl als Biosphärenreservat als auch als Weltnaturerbe anerkannt.

Die Ökosysteme der Parks, die Biodiversität und Naturressourcen sind Grundlage der Agrarwirtschaft. Rund um den Taï-Nationalpark werden etwa 15 Prozent der Weltproduktion an Kakao angebaut. Trotzdem zählt die Region zu den ärmsten des Landes. Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.

Der Agrarsektor als wichtigste Einkommensquelle des Landes nutzt und gefährdet gleichermaßen die von den Nationalparks erbrachten Ökosystemleistungen.

Im Zuge der sozio-politischen Unruhen wurden die Nationalparks vermehrt Ziel von Wilderern und Goldgräbern. Zudem sind die natürlichen Ressourcen und Biodiversität in und um die Parks gefährdet. Gründe sind Bevölkerungswachstum und Migrationsbewegungen, illegale Landnutzung oder Ausweitung der Export-Agrarproduktion und Viehzucht. Die unangepasste landwirtschaftliche Bewirtschaftung, die konkurrierenden Nutzungsansprüche der Bevölkerungsgruppen sowie unzureichendes Parkmanagement bedrohen die beiden Nationalparks. Und sie behindern das Potenzial zur Armutsbekämpfung in den Anrainerzonen der Parks.

Ziel

Akteure ausgewählter Wertschöpfungsketten in den Anrainerregionen der Nationalparks Taï und Comoé nutzen einkommenssteigernde, für die Biodiversität unbedenkliche sowie ökologisch nachhaltige und innovative Methoden der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung.

Die Parkverwaltungsbehörde und die Anrainerbevölkerung haben den Schutz, die Nachhaltigkeit der Ökosystemleistungen und die reglementierte wirtschaftliche Nutzung verbessert.

Foto 2 PROFIAB - Cobe de Fassa au Parc national de Comoé

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet gemeinsam mit Akteuren der Wertschöpfungsketten Kakao, Maniok, Cashew und Gemüse in den Anrainerzonen der Nationalparks. Es stärkt die Kapazitäten von Kleinbauern, das Schutzgebietsmanagement sowie staatliche Strukturen, Erzeugerverbände und Dachorganisationen.

Der Fokus liegt auf diesen Handlungsfeldern:

  • Verankerung von verbesserten, einkommenssteigernden und nachhaltigen Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsmethoden bei den zuständigen Institutionen,
  • bessere Agrarberatung zu Innovationen,
  • Aktionspläne für ein verbessertes Dienstleistungsangebot von bäuerlichen Organisationen für ihre Mitglieder,
  • Etablierung eines Monitorsystems zur Messung der methodischen, ökonomischen und ökologischen Wirkungen von Innovationen in den Wertschöpfungsketten,
  • Leistungsfähigeres und verbessertes Nationalpark-Management, auch durch Beteiligung der Anrainerbevölkerung.
Foto 3 PROFIAB - Produits manioc

Wirkung

  • Beratungsstrategien und -materialien zu nachhaltigen Anbau- und Geschäftspraktiken werden angewendet.
  • 45.000 Produzenten und etwa 10.000 Pilotbauern und Berater wurden zu Innovationen in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten geschult und haben ihre Einkommen verbessert.
  • Die in Public-Private Partnerships (PPP) eingebundenen Geschäftsmodelle haben kleinbäuerliche Betriebe gestärkt.
  • Das Management der Nationalparks wurde wesentlich professionalisiert.
  • Aktivitäten zu Biomonitoring und Vereinbarungen zur wirtschaftlichen Nutzung von Naturressourcen in den Anrainerzonen der beiden Schutzgebiete wurden begonnen.
  • Etwa 5.000 Hektar illegal bewirtschaftete Kakaoanbauflächen im Taï Nationalpark wurden regeneriert.
  • Das Welterbekomitee der UNESCO strich 2017 den Comoé-Nationalpark von der Liste der gefährdeten Schutzgüter. Der Grund dafür waren die erfolgreichen Naturschutzbemühungen der Côte d’Ivoire und seiner internationalen Partner.