Information Matters: Ambitionierte Klimaberichterstattung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Information Matters – Kapazitätsaufbau für ambitionierte Berichterstattung und Förderung internationaler gegenseitiger Lernprozesse durch Austausch
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Ägypten, Chile, Dominikanische Republik, Georgien, Ghana, Kolumbien, Philippinen, Vietnam
Politischer Träger: Ägypten: Ministry of State for Environmental Affairs, Egyptian Environmental Affairs Agency (EEAA); Chile: Ministerio de Medio Ambiente (MMA); Dominikanische Republik: Consejo Nacional para el Cambio Climático y el Mecanismo de Desarrollo Limpio (CNCCMDL); Georgien: Ministry of Environment and Natural Resources Protection (MoENRP); Ghana: Environmental Protection Agency (EPA); Kolumbien: Ministerio de Ambiente y Desarrollo Sostenible (MADS); Philippinen: Climate Change Commission (CCC); Vietnam: Ministry of Natural Resources and Environment (MONRE)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2019

Ausgangssituation

Im Zuge der Verhandlungen unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) wurde das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu beschränken. Dazu ist es notwendig, die weltweiten Treibhausgas-Emissionen erheblich zu verringern. Um die Fortschritte aller Ländern bei der Minderung ihrer Treibhausgase verfolgen zu können, sollen alle Länder im Zweijahresrhythmus Berichte zum Stand und zur Entwicklung ihrer Treibhausgas-Emissionen sowie zu den nationalen Klimaschutzaktivitäten beim Sekretariat der UNFCCC einreichen. Viele Entwicklungsländer verfügen jedoch nicht über die dafür notwendigen personellen, finanziellen und institutionellen Ressourcen.

Ziel

Die Partnerländer sind dauerhaft in der Lage, die zweijährigen Berichte in hoher Transparenz und Qualität einzureichen, so dass sie den aktuellen Anforderungen der Klimarahmenkonvention entsprechen. Sie kennen die entsprechenden Richtlinien und Instrumente und können sie selbstständig anwenden. Die Partnerländer sind damit auch auf die zukünftigen Berichtspflichten des erweiterten Transparenzrahmens unter dem Pariser Klimaabkommen vorbereitet.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit den Partnern vor Ort analysiert das Vorhaben das bestehende Berichterstattungssystem und die zuständigen institutionellen Strukturen. In enger Abstimmung mit allen Beteiligten entsteht ein an die jeweiligen Ausgangsbedingungen und landesspezifischen Situationen angepasster Plan, um ein transparentes, nachhaltiges und informatives Berichtssystems aufzubauen.

In mehreren nationalen Workshops bildet das Projekt die verantwortlichen Fachkräfte und Mitarbeiter fort. Fachliche Unterstützung bieten dabei internationale Experten in der Thematik aus Think Tanks und Beratungsunternehmen.

Beschäftigte der Partnerorganisationen erhalten Beratung zu Detailfragen und Hilfestellung. Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in allen Partnerländern begleiten diesen Prozess und informieren über den aktuellen Bedarf der Partnerländer. Weiterhin unterstützt das deutsche Umweltbundesamt (UBA) das Projekt mit deren langjährigen Expertise in der Berichterstattung unter der UNFCCC.

Ein Leitfaden hilft Experten dabei, eine Bestandsaufnahme zum jeweils bestehenden Berichtserstattungssystem zu erstellen und Verbesserungsvorschläge abzuleiten. In regionalen Veranstaltungen können die Partner außerdem Erfahrungen, gewonnene Erkenntnisse und identifizierte Erfolgsfaktoren mit den Kollegen aus anderen Ländern austauschen.

Über die Zusammenarbeit mit den Partnerländern hinaus, bietet das Information Matters Projekt im Rahmen der so genannten flexiblen „Ad-hoc Fazilität“ Unterstützung für weitere Länder an. Dabei werden kurzfristige Bedarfe zur Verbesserung der nachhaltigen Berichterstattung. durch verschiedene punktuelle Aktivitäten wie z.B. einmalige Workshops oder Experteneinsätze gedeckt.

Wirkungen

Chile hat als eines der ersten Entwicklungsländer einen Zweijahresbericht in 2014 eingereicht und an der ersten Runde des Überprüfungsprozesses in 2016 teilgenommen. Im November 2016 reichte das Land den zweiten Zweijahresbericht ein. Um die regionale Vernetzung und den Austausch voranzutreiben, hat das chilenische Umweltministerium 2016 das lateinamerikanische Treibhausgasinventar-Netzwerk ins Leben gerufen. Die GIZ, insbesondere Information Matters, unterstützt das Netzwerk fachlich.

Die Dominikanische Republik hat erstmalig als Teil des dritten Nationalberichts ein Treibhausgasinventar durch eigene personelle Ressourcen erstellt und verbesserte die institutionellen Rahmenbedingungen.

Ghana reichte seinen ersten Zweijahresbericht im Juli 2015 ein und schloss den damit verbundenen Überprüfungsprozess im Mai 2016 ab.

Georgien durchlief den Überprüfungsprozess zu seinem ersten Zweijahresbericht in 2017. Die Arbeit zum zweiten Zweijahresbericht wurde im September 2017 aufgenommen. Dessen Fertigstellung ist für das Jahr 2018 geplant.

Kolumbien arbeitet mit Unterstützung von Information Matters daran, einen sich in den Institutionen der Regierung regelmäßig wiederholenden Prozess der Berichterstellung zu etablieren.

In den Philippinen nimmt ein nationales Klimadatenmanagementsystem demnächst seinen Betrieb auf.

Vietnam reichte im November 2017 seinen zweiten Zweijahresbericht beim Klimasekretariat ein.

Die Projektaktivitäten in Ägypten rund um die Erstellung des ersten Zweijahresberichts durch Information Matters stehen noch aus.

Die aktiven Pilotländer haben inzwischen die Voraussetzungen geschaffen, auch die zukünftigen Berichte mit steigender Qualität und eigenen Ressourcen zu erstellen. Neben der Unterstützung auf Länderebene wurden auf Basis der Erfahrungen aus den Pilotländern Wissensprodukte erstellt, welche anderen Entwicklungsländern wichtige Kenntnisse vermitteln und Instrumente näherbringen.

 

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Über die acht Partnerländer hinaus haben auch andere Länder von den Ergebnissen und Produkten profitiert: So konnten Israel, Jordanien, Kasachstan, Kirgisistan, Libanon, Malaysia, Mauretanien, Namibia, Paraguay und Sambia auf die Erfahrungen der Partnerländer zurückgreifen.