Ernährungssicherheit durch Kleinbewässerung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Nationalen Programms zur Kleinbewässerung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mali
Politischer Träger: Ministère de l‘Agriculture
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

Cages Flottantes

Ausgangssituation

Die Hälfte der ländlichen Bevölkerung Malis lebt unterhalb der Armutsgrenze und ist unter- oder mangelernährt. Der herkömmliche Regenfeldbau schafft es aufgrund der klimatischen Veränderungen und des starken Bevölkerungswachstums nicht, Einkommen und Ernährung der Bevölkerung zu sichern. Mali verfügt jedoch über große Wasserreserven, die sich für den Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft nutzen lassen. Schwerpunkt dabei ist die sogenannte Kleinbewässerung, bei der einfache, lokal herstellbare Bewässerungssysteme zum Einsatz kommen. Die landwirtschaftliche Produktion kann dadurch weiter ausgebaut werden, um Einkommen zu steigern und die Ernährungssituation zu verbessern. Trotz einer verbesserten Koordinierung der Akteure in der Kleinbewässerung ist die landwirtschaftliche Abteilung des malischen Landwirtschaftsministeriums vor allem bei der Planung und der Nutzung von Kleinbewässerungsanlagen nicht genügend beteiligt. Voraussetzungen für einen effizienten und umweltschonenden Einsatz der Anlagen werden deshalb nicht genügend berücksichtigt. Unzureichende Organisation der Wassernutzer*innen führt zu Mängeln in der Instandhaltung der Bewässerungsinfrastruktur sowie zu ineffizienter Wassernutzung und wenig angepassten Bewässerungsmethoden. Auch die Nachbereitung der Ernte ist nicht angemessen und führt zu hohen Verlusten. Davon betroffen sind Ernteverfahren, Konservierung sowie Lagerung und Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Fehlende Kenntnisse in der Vermarktung der Produkte führen zu Einkommensverlusten. 

Ziel

Die planerischen, produktiven, ernährungssensitiven Rahmenbedingungen für eine in der Kleinbewässerungslandwirtschaft tätige Bevölkerung sind verbessert.

SRI

Vorgehensweise

Die Bundesregierung fördert den Ausbau der Bewässerungsinfrastruktur: Kleinstaudämme und Bewässerungsflächen sind vorgesehen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt das Vorhaben die Nutzung der geschaffenen Anbauflächen.

Das Projekt berät und unterstützt das malische Landwirtschaftsministerium bei der Erarbeitung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Koordination des nationalen Programms für Kleinbewässerung. Es schult Mitarbeiter*innen des Ministeriums und von nachgeordneten Behörden, damit Normen und Standards bei Bau und Betrieb der Bewässerungsinfrastruktur besser eingehalten werden. 

Das Projekt arbeitet vor allem mit Bäuerinnen und Bauern aus dem Binnendelta des Niger in den Regionen Timbuktu und Mopti, im Dogonland und in den Regionen Koulikoro/Bélédougou sowie Sikasso. 2017 kamen Maßnahmen in den Regionen Kayes und Gao hinzu. Die Bäuerinnen und Bauern lernen, Flächen umweltgerecht zu bewirtschaften, landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Reis und Gemüse fachgerecht zu lagern, zu verarbeiten und zu vermarkten und ihre Ernährung zu verbessern. Durch Schulungen erhält die Bevölkerung das entsprechende Wissen. 

Wirkung

  • 22 Lehrpläne zu 233 Unterrichtseinheiten sind entstanden. Sie sind die Grundlage eines hochwertigen Aus- und Fortbildungsangebots, das die zentralen Bereiche der Kleinbewässerungslandwirtschaft umfasst. Das Projekt arbeitete dazu mit fünf regionalen landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildungszentren in den Regionen Kayes, Koulikoro, Mopti, Ségou und Sikasso zusammen. 
  • Mehr als 4.000 Produzent*innen wurden in verbesserten Techniken des Reis- und Gemüseanbaus, Nacherntetechnologie, landwirtschaftlichem Unternehmertum und in Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse geschult. Zu etwa 60 Prozent haben Frauen teilgenommen. 
  • Über 90 Prozent der Bewässerungsanlagen werden von kleinbäuerlichen Familienbetrieben intensiv genutzt. Die Gewinne der Hauptanbaukulturen konnten in mehreren Regionen deutlich gesteigert werden. 
  • In Gao wurden zwölf Kleinunternehmen gegründet, die Gemüse produzieren. Im ersten Anbauzyklus wurden mehr als 120 Tonnen Kartoffeln, Zwiebeln und Schalotten im Wert von fast 61.000 Euro produziert. 
  • In Kayes wurden 120 Jugendliche in landwirtschaftlichem Unternehmertum geschult und 60 weitere junge Menschen in Techniken der Fischzucht. 40 schwimmende Käfige wurden installiert. Zusätzlich wurden Frauengruppen mit insgesamt 450 Mitgliedern auf fünf Anbauflächen im Gartenbau unterstützt. 

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