Förderung von Kompetenzentwicklung im öffentlichen Dienst

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung von Kapazitäten im Bereich öffentlicher Dienst mit Schwerpunkt EU-Angelegenheiten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Aserbaidschan
Politischer Träger: Kommission für den öffentlichen Dienst unter dem Präsidenten der Republik Aserbaidschan (Civil Service Commission, CSC)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2015

Ausgangssituation

Angestellte im öffentlichen Dienst haben in Aserbaidschan einen Anspruch auf Fort- und Weiterbildung. Bisher gibt es jedoch keinen strategischen Ansatz für die Entwicklung und Umsetzung von Capacity-Development-Maßnahmen. Infolgedessen werden Fort- und Weiterbildungsaktivitäten dezentral und unkoordiniert durchgeführt. Fehlende nationale Qualitätsstandards oder ein Mechanismus zur Qualitätssicherung erschweren die Situation noch weiter.

Die Nachfrage nach Fort- und Weiterbildungen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmen, wenn sich die Beziehungen zwischen der Europäischen Union (EU) und Aserbaidschan weiter vertiefen. Der öffentliche Dienst des Landes sollte deshalb so schnell wie möglich von den umfassenden Qualifizierungsrahmen profitieren können, die von der EU zur Verbesserung personeller und institutioneller Leistungsfähigkeit eingeführt wurden.

Ziel

Die Kommission für den öffentlichen Dienst (CSC) wird als führende Organisation für die Fort- und Weiterbildung von Angestellten im öffentlichen Dienst anerkannt. Kompetenzen und Leistungsfähigkeit für das Management und die Koordination von Fort- und Weiterbildungen in allen staatlichen Institutionen sowie die Entwicklung und Umsetzung einer Fort- und Weiterbildungsstrategie und einschlägiger Regelwerke sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben wird durch die Europäische Union und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kofinanziert. Es zielt darauf ab, dass Verständnis der öffentlichen Bediensteten in der Kommission für den öffentlichen Dienst und anderen stattlichen Institutionen für die Bedeutung von Capacity Development für eine Effizienzsteigerung im öffentlichen Dienst zu verbessern.

Dies wird durch die Umsetzung einer schlüssig verknüpften Folge von Maßnahmen in drei wichtigen Bereichen erzielt: 1) Entwicklung und Einführung einer nationalen Fort- und Weiterbildungsstrategie für den öffentlichen Dienst, 2) Entwicklung und Validierung von standardisierten Schulungsunterlagen für EU-bezogene und andere prioritäre Bereiche, 3) Aufbau eines Pools zertifizierter Trainer für die Durchführung von Kursen in EU-bezogenen und anderen prioritären Bereichen.

Für die Dauer des Projekts wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie ist ein zentrales Gremium und dient als Forum für die breitere Beteiligung anderer aserbaidschanischer Institutionen.

Wirkung

Im Rahmen des Projekts wurden eine Studienreise nach Polen und Deutschland sowie eine internationale Konferenz organisiert, um die Formulierung und Umsetzung einer nationalen Fort- und Weiterbildungsstrategie für den öffentlichen Dienst in Aserbaidschan zu unterstützen. Die Konferenz bot eine hervorragende Plattform für die Evaluation und Dokumentation von Best Practices und zum Wissensaustausch über internationale Erfahrungen.

Die Arbeit am Entwurf für die Fort- und Weiterbildungsstrategie wurde bereits aufgenommen. Begleitend werden die rechtlichen Grundlagen und die aktuellen Herausforderungen im Sektor eingehend geprüft. Sobald ein fertiger Entwurf der Strategie vorliegt, ist geplant, ihn in einem umfassenden Konsultationsverfahren zu diskutieren und schließlich im Rahmen von Erstmaßnahmen in ausgewählten Verwaltungsorganen versuchsweise zu testen.

Die gemeinsame Arbeitsgruppe hat bereits eine Reihe wertvoller Beiträge zur Entwicklung der Strategie und der Schulungsmodule geliefert. Es wurden Kernbereiche identifiziert, die von dem Entwurf der Fort- und Weiterbildungsstrategie angesprochen werden sollen. Zudem erfolgte eine Überprüfung der Verwaltungsgesetze und Vorschriften für Fort- und Weiterbildungen von Angestellten im öffentlichen Dienst. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe werden derzeit im Hinblick auf eine Aufnahme in einen nationalen Kodex über den öffentlichen Dienst geprüft.

Zur Ermittlung des Sachstandes wurde eine Expertenmission durchgeführt und vorhandene Schulungsvorschriften überprüft. Damit wird die Entwicklung eines Verfahrens zur Bedarfsanalyse im Bereich der Fort- und Weiterbildung im öffentlichen Dienst unterstützt. Die Kommission für den öffentlichen Dienst und andere staatliche Einrichtungen werden diese Methoden umsetzen, um den Fort- und Weiterbildungsbedarfe ihrer Mitarbeitenden zu ermitteln.

Eine vorläufige Liste prioritärer Bereiche für die Entwicklung von Curricula und E-Learning-Modulen für öffentliche Bedienstete wurde bereits erstellt. Der Entwicklungsprozess ist mit den Ergebnissen einer modellhaften Bedarfsanalyse verbunden, damit bedarfsgerechte Module für die Angestellten im öffentlichen Dienst entwickelt werden können.