Initiative Sichere Schule

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Initiative Sichere Schule (SSI)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nigeria
Politischer Träger: Nationale Planungskommission
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Ausgangssituation

Der Nordosten Nigerias wird durch den Terror der islamistischen Gruppierung Boko Haram destabilisiert. Boko Haram strebt die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und die Errichtung eines Gottesstaates an, jegliche westliche Bildung soll verboten werden. Die Angriffe Boko Harams richten sich vor allem auf staatliche Einrichtungen wie Polizeistationen, Militärstandorte, Gefängnisse, Schulen und Universitäten sowie Dorfgemeinschaften und Städte.

Am 14. April 2014 wurden – den veröffentlichten Zahlen zufolge – 276 Mädchen im Alter von zwölf bis achtzehn Jahren aus einer weiterführenden Schule im Nordosten Nigerias entführt. Die Schule liegt in Chibok, Borno State. Dies hat weltweite Empörung und Solidarität hervorgerufen. Der Kampf gegen westliche Bildung durch Boko Haram gefährdet nicht nur die Bildungsziele der Regierung, sondern schränkt entscheidend das Menschenrecht auf Bildung einer großen Anzahl nigerianischer Mädchen und Jungen ein. Mitarbeiter in Schulen und Universitäten sind gefährdet und Bildungsinfrastruktur wird zerstört. Schätzungen zufolge sind in den drei am meisten betroffenen Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa etwa 300 Bildungseinrichtungen teilweise oder ganz zerstört. Infolgedessen erhalten 120.000 Schülerinnen und Schüler keinen regulären Schulunterricht mehr.

Die nigerianische Regierung hat im Mai 2014, gemeinsam mit dem Sondergesandten der Vereinten Nationen für Globale Bildung Gordon Brown und einem Zusammenschluss nigerianischer Wirtschaftsvertreter, die Initiative „Sichere Schule“ ins Leben gerufen.

Ziel

Der Schutz und die Sicherheit für Schüler, Schülerinnen, Familienangehörige und Lehrpersonal in Borno, Yobe und Adamawa sind erhöht und die Kinder besuchen die Schule kontinuierlich.

Vorgehensweise

Die Bundesregierung unterstützt die von Nigeria ins Leben gerufene Initiative „Sichere Schulen“ sowohl finanziell als auch mit Beratung und Unterstützung bei der Projektkoordinierung. Gemeinsam wollen die Partner die Infrastruktur an Schulen auch unter Sicherheitsaspekten im Nordosten Nigerias wieder aufbauen. Darüber hinaus sollen gemeinschaftsorientierte Sicherheitskonzepte an Schulen entstehen. Um auf die aktuelle Situation im Sinne der Schüler und Schülerinnen rasch zu reagieren, bietet die Initiative betroffenen Jugendlichen von weiterführenden Schulen aus Hochrisikogebieten an, freiwillig in Internate in sichereren Landesteilen Nigerias überzusiedeln. Dort sollen die Jugendlichen auch psychologisch betreut werden, um die erfahrenen Traumata zu bewältigen. Für die Kinder und Jugendlichen in Flüchtlingscamps und in Gemeinden mit einer hohen Anzahl an Flüchtlingen wollen die Partner der Initiative Schulunterricht anbieten. Mit doppelten Unterrichtseinheiten jeweils am Vormittag und am Nachmittag und zusätzlichen Lehrmaterialien können die Projektpartner eine größere Anzahl Schüler und Schülerinnen erreichen. Darüber hinaus wollen sie durch eine Mobilisierungs- und Ausbildungskampagne zusätzliche Lehrer und Lehrerinnen als freiwillige Helfer gewinnen, die mit den Jugendlichen arbeiten. Für den Unterricht richten die Projektpartner temporäre Klassenräume ein.

Das deutsche Team ist Teil der Steuerungsgruppe und des Technischen Komitees der Initiative.

Wirkungen

Die Vorbereitung der Initiative läuft seit Sommer 2014. Im November 2014 hat die Finanzministerin Nigerias den Startschuss für den Transfer von Schülern in Internate angekündigt. 750 Schülerinnen und Schüler sind bis März 2015 an Internate in sicheren Landesteilen übergesiedelt und haben dort den Schulunterricht fortsetzen können.