Nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensfinanzierung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Stärkung einer nachhaltigkeitsorientierten Unternehmensfinanzierung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministry of Finance
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016 

Ausgangssituation

Indien will bis 2017 ein „schnelleres, nachhaltigeres und breitenwirksameres Wachstum“ erreichen. Da jedes Jahr 12-13 Millionen Jugendliche zusätzlich auf den Arbeitsmarkt kommen, müssen bis 2025 120-130 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Treibende Kraft soll hierbei der indische Mittelstand mit seinen kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) werden.

Die 44 Millionen Kleinstunternehmen, ebenso wie mehrere Hunderttausend kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), haben eine enorme wirtschaftliche, soziale und ökologische Wirkung. Der internationale Wettbewerb und der Druck, nachhaltig mit natürlichen Ressourcen umgehen zu müssen, sind große Herausforderungen. Durch technische Modernisierung sowie „grüne“ und breitenwirksame Innovationen kann Indiens Mittelstand wirtschaftliche Potenziale erschließen und langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu entfalten, brauchen KKMU, Start-ups und Sozialunternehmen Zugang zu finanziellen Dienstleistungen. Die Finanzinstitutionen können jedoch den Bedarf nicht decken. Es mangelt besonders an Finanzprodukten, die Anreize für technische Modernisierung mit Blick auf mehr Ressourcen- und Energieeffizienz setzen. Das Vorhaben trägt dazu bei, dass indische Finanzinstitutionen soziale und Umweltkriterien in Kreditvergabe- und Investitionsentscheidungen integrieren und so die Nachhaltigkeit des gesamten Mittelstandes fördern. Zudem fördert das Vorhaben gezielt Sozialunternehmen und Gründer, die Arbeit und Einkommen in ländlichen Räumen schaffen oder arme Bevölkerungsgruppen mit grundlegenden Dienstleistungen in Bereichen wie Gesundheit, Wasser oder Energie versorgen.

Ziel

Mittelständische Unternehmen sowie Sozialunternehmen erhalten ein verbessertes Angebot an Risikokapital und Krediten für Nachhaltigkeitsinvestitionen.

Vorgehensweise

Die GIZ arbeitet mit der indischen KKMU-Förderbank SIDBI (Small Industries Development Bank of India) zusammen, um Neuerungen zur Mittelstandsfinanzierung in das Finanzsystem einzubringen. In Zusammenarbeit mit SIDBI unterstützt die GIZ Banken und Investoren dabei, Umwelt- und Sozialstandards in ihre Finanzierungsentscheidungen zu integrieren. Dazu gehören auch die Einführung eines Instruments zur Berücksichtigung von Umweltrisiken und sozialen Risiken bei Investitions- und Kreditentscheidungen sowie die Schulung der Banken für die Nutzung dieses Instruments.

Das Vorhaben unterstützt Banken dabei, neue Kreditprodukte und Dienstleistungsangebote einzuführen, die Nachhaltigkeitsinvestitionen fördern, Partnerschaften mit Technologieanbietern, Kammern und weiteren Dienstleistungsanbietern ermöglichen und KKMU bei der Erfüllung der Anforderungen von Finanzinstitutionen unterstützen. So fördert die GIZ die Entwicklung eines Energieeffizienz-Dienstleistungsangebots zur Analyse, Einführung und Validierung von Energieeinsparungen in Unternehmen.

Die GIZ unterstützt Gründer und Sozialunternehmen, die innovative Lösungen für ärmere Bevölkerungsgruppen anbieten, beim Zugang zu Risikokapital. Dabei kooperiert das Vorhaben mit Akteuren aus der Gründungsszene wie Inkubatoren sowie Banken, Investoren und Business Angels.

Auf nationaler Ebene unterstützt die GIZ die Entwicklung und Einführung freiwilliger Nachhaltigkeitsrichtlinien. Finanzinstitutionen werden sensibilisiert, ökologische und soziale Wirkungen der eigenen Banktätigkeit, etwa CO2-Emissionen, zu ermitteln und die Wirkungen der angebotenen Bankprodukte, beispielsweise kreditfinanzierte Investitionen, zu erfassen.

Wirkungen

Zahlreiche Vertreter des Bankensektors und der indische Bankenverband arbeiten in themenspezifischen Arbeitsgruppen mit, in denen sie freiwillige Richtlinien für mehr Nachhaltigkeit im Bankensektor erarbeiten und Maßnahmenpläne verabschieden.

Im Bereich Risikokapital für Sozialunternehmen hat das Vorhaben den Aufbau einer virtuellen Inkubationsplattform (http://www.startupwave.co) für Sozialunternehmen und Start-ups unterstützt. Bislang haben mehr als 200 Sozialunternehmen die Plattform in Anspruch genommen.