Stabilisierung der Lebensgrundlagen von Rückkehrenden, Binnenvertriebenen und ortsansässiger Bevölkerung in den Equatorias und Greater Pibor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“: Unterstützung und Stabilisierung der Lebensgrundlagen von Rückkehrenden, Binnenvertriebenen und ortsansässiger Bevölkerung in den Equatorias und der Greater Pibor Administrative Area
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südsudan
Politischer Träger: Ministry of Agriculture and Food Security
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Ausgangssituation

Anhaltende interne Konflikte haben im Südsudan zu einer Unterbrechung der ökonomischen Kreisläufe geführt. Landesweit sind Millionen Menschen aufgrund von Vertreibung, Flucht, Verlust ihrer Produktionsmittel oder unproduktiver landwirtschaftlicher Methoden von Nahrungsmittelmangel betroffen. Fast zwei Millionen Menschen gelten derzeit als Binnenvertriebene.
Nahrungsmittelmangel herrscht auch in der Projektregion, die neben den Equatorias, Central, Eastern und Western Equatoria, das Verwaltungsgebiet Greater Pibor Administrative Area umfasst. Die erneute Konflikteskalation hat die Ernährungssituation inzwischen weiter verschlechtert und in Teilen des Südsudans sogar zu einer Hungersnot geführt.

Ziel

Die Lebensgrundlagen der Rückkehrenden, Binnenvertriebenen und der ortsansässigen Bevölkerung in den Equatorias und in der Greater Pibor Administrative Area sind stabilisiert.

Vorgehensweise

In den Equatorias werden Kleinbauern dabei unterstützt, die Produktion der wichtigsten Grundnahrungsmittel und von Gemüse zu steigern. Die Bauern erlernen in Feldschulen innovative Anbaumethoden sowie Methoden zur Verringerung von Nachernteverlusten. Sie erhalten Saatgut sowie Kleinwerkzeuge und erlernen Techniken der lokalen Saatgutvermehrung. Sie werden auch dabei unterstützt, sich in Produktionsvereinigungen zu organisieren.

In der Greater Pibor Administrative Area spielt Viehwirtschaft für die Sicherung der Lebensgrundlagen eine herausragende Rolle. Es werden Impfkampagnen durchgeführt, Gemeindehelfer für Tiergesundheit geschult und Wasserstellen für die Rinder auf den Weidegründen wiederhergestellt. Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung wird durch Wiederherstellung und Bohren von (Tief-)Brunnen verbessert. Zudem soll die landwirtschaftliche Produktion gesteigert und ein vielfältiger Anbau von Gemüse und Grundnahrungsmitteln gefördert werden.

Das Projekt ist Teil der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“. Das BMZ stellt darin seit 2014 Mittel bereit, um kurzfristig Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden zu unterstützen sowie langfristig strukturelle Fluchtursachen, wie Armut, Ungleichheit oder Ernährungsunsicherheit, zu beseitigen. Finanziert werden in erster Linie Projekte in Entwicklungsländern, die von Flüchtlingskrisen besonders stark betroffen sind.

Wirkungen

  • In den Equatorias wurden die Feldschulen für Bauern reorganisiert und unter die Obhut sogenannter Lead Farmer gestellt. Diese „besten Bauern“ eines Dorfes wurden wegen ihrer landwirtschaftlichen Kompetenz und Akzeptanz von den Kleinbauern gewählt. Die Eigenverantwortung der Kleinbauern für die Feldschulen hat sich dadurch deutlich verbessert und in den Gemeinden konnte ein nachhaltiges, unabhängiges System landwirtschaftlicher Beratung und Wissensvermittlung etabliert werden.
  • Durch den verstärkten Einsatz von Pflügen konnten Brachflächen wieder landwirtschaftlich genutzt und die Qualität der Bodenbearbeitung deutlich verbessert werden.
  • Durch die Vernetzung der kleinbäuerlichen Haushalte mit landwirtschaftlichen Dienstleistern, insbesondere Saatguthändlern, wird die landwirtschaftliche Produktion gestärkt. Durch die Verbindung mit lokalen Saatguthändlern haben die ländlichen Gemeinden vermehrt Zugang zu Qualitätssaatgut sowie zu fachkundiger Beratung durch die Händler.
  • Im Rahmen eines Finanzierungsvertrags mit der Welthungerhilfe wurden bis zu 10.000 Gutscheine für landwirtschaftliche Dienstleistungen und Produkte verteilt. So wird die landwirtschaftliche Produktion nachhaltig gesteigert und die lokale Ökonomie durch zusätzliches Geld gefördert.
  • Im Auftrag der GIZ konnten von der Welthungerhilfe mit Trainingsmaßnahmen im Gemüseanbau 1.371 kleinbäuerliche Haushalte erreicht werden.
  • In Greater Pibor konnte die Trinkwasserversorgung durch 8 neu gebohrte und 42 instand gesetzte (Tief-)Brunnen verbessert werden. Rund 9.500 Haushalte mit etwa 66.000 Menschen nutzen die Brunnen. Die Maßnahme wurde von der polnischen Nichtregierungsorgansation Polska Akcja Humanitarna im Rahmen eines Finanzierungsvertrags umgesetzt.
  • Tierärzte ohne Grenzen hat im Auftrag der GIZ rund 68.000 Tiere, Rinder, Ziegen und Schafe, geimpft und rund 93.000 Tiere veterinärmedizinisch behandelt. Diese Maßnahmen und die Ausbildung von 31 Gemeindehelfern für Tiergesundheit tragen zur Verbesserung der Tiergesundheit und damit zur Stabilisierung der Lebensgrundlagen bei.