Ziviler Friedensdienst: Dialogförderung und Gewaltminderung – Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm Ziviler Friedensdienst: Dialogförderung und Gewaltminderung – Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2018

Partner präsentieren ihre Ideen während eines Workshops © ZFD/GIZ

Ausgangssituation

Die Mehrheit der kenianischen Bevölkerung lebt trotz des hohen Wirtschaftswachstums in Armut. Hohe sozioökonomische Ungleichheit und Jugendarbeitslosigkeit sowie die ungerechte Verteilung natürlicher Ressourcen führen zu Gewalt. Die Konflikte verlaufen häufig entlang ethnischer Linien und werden oftmals zusätzlich durch politische Interessen und Machtmissbrauch geschürt. Große Teile des Landes sind von Unsicherheit und Kriminalität geprägt. Einen Höhepunkt der Konflikte markierten die Nachwahlunruhen von 2007/08 mit etwa 1200 Toten und 600 000 Binnenvertriebenen. Während die anschließenden Reformprozesse sich auf die neue Verfassung (2010) und die Justiz konzentrierten, blieben Sicherheits- und Landreformen weitgehend aus. Seit 2013 ist außerdem eine Zunahme an Repressionen gegen politisch oppositionelle, zivilgesellschaftliche Organisationen und Menschenrechtsverteidiger zu beobachten.

Ziel

Die Ursachen gewaltsam ausgetragener Konflikte werden bearbeitet: Dies stärkt den kenianischen Versöhnung-, Friedens- und Demokratisierungsprozess.

Jugendliche diskutieren Machtbegriffe © ZFD/GIZ

Vorgehensweise

Das Programm Ziviler Friedensdienst (ZFD) in Kenia startete als Reaktion auf die die gewalttätigen Ausschreitungen nach den Wahlen von 2007/. Seitdem unterstützt der ZFD seine Partnerorganisationen, um den   Austausch und Dialog zwischen verschiedenen Akteuren anzustoßen und den gewaltfreien Umgang mit Konflikten zu fördern. Konkret heißt das eine integrierende Identitätsbildung,  zu fördern,  die Vergangenheit aufzuarbeiten, Einstellungen und Haltungen positiv zu verändern sowie sozioökonomische Gerechtigkeit zu fördern.  Darüber hinaus setzt sich der ZFD dafür ein, dass Medien neutral berichten und Gewaltopfer besser psychologisch betreut werden.

Partner sind in erster Linie zivilgesellschaftliche Organisationen.

Gemeinsame Projekte ermöglichen es der Bevölkerung, sich über Konfliktlinien hinweg zu organisieren, friedlich miteinander auszutauschen und Konflikte gemeinsam zu lösen. Die Idee dahinter: Integrative und partizipative Meinungsbildungsprozesse führen zu transparenten Entscheidungen. Positive Erfahrungen regen dazu an, Erreichtes beizubehalten und weiterzuführen.

Capacity-building Workshop für Community Radio Journalisten/innen © ZFD/GIZ

Wirkungen

Kituo cha Sheria ist eine der führenden kenianischen Organisationen im Bereich Übergangsjustiz und Opferbegleitung. So bietet die Organisation unter anderem kostenfreie Rechtsberatung und -begleitung für marginalisierte Bevölkerungsgruppen an. Viele der Klienten sind durch Flucht und Vertreibung traumatisiert. Mit Hilfe des ZFD hat Kituo cha Sheria eine Abteilung für psychosoziale Beratung von Geflüchteten aufgebaut. Zudem gab es Mitarbeitertrainings zu Traumafolgestörungen, Basisversorgung von traumatisierten Menschen sowie von Binnengeflüchteten.

  • Etwa 78 Prozent der kenianischen Bevölkerung sind jünger als 35 Jahre. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit sowie der ungerechten Ressourcenverteilung im Land macht sich unter Jugendlichen oftmals Perspektivlosigkeit breit. Häufig haben sie einen Schulabschluss, finden jedoch keine Weiterbildungs- oder Arbeitsmöglichkeit. Vor diesem Hintergrund bietet die Organisation Haki Yetu mit Unterstützung des ZFD für Jugendliche Trainings zur Stärkung des Selbstbewusstseins an.

Das Radio ist ein einflussreiches Medium im Land. Das „Radio for peace“-Programm des Kenya-Community-Media-Network (KCOMNET) unterstützt Gemeinden und ihre Radiosender (Community Radios) dabei, gemeinsam Programme zu konzipieren und das Radio als offene Dialogplattform zu nutzen. Außerdem werden die Community-Radiojournalisten geschult, wie sie objektiv berichten.