Stärkung der ökologischen Konnektivität im Gebiet Tai-Grebo-Sapo in Côte d’Ivoire und Liberia

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländliche Wirtschaftsentwicklung und Biodiversität in Côte d’Ivoire: Stärkung der ökologischen Konnektivität im Gebiet Taï-Grebo-Sapo in Côte d’Ivoire und Liberia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Côte d’Ivoire, Liberia
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Ausgangssituation

Die westafrikanischen Länder Côte d’Ivoire und Liberia sind reich an Rohstoffen und verfügen über eine große Artenvielfalt. Beides gilt als Basis für eine wirtschaftliche Entwicklung. Jahrelange Bürgerkriege haben jedoch dazu geführt, dass beide Länder im großen Ausmaß instabil geworden sind. Ausgelöst durch ein starkes Bevölkerungswachstum und eine schwache wirtschaftliche Entwicklung stehen vor allem die natürlichen Wälder unter Druck. Die dort befindlichen Rohstoffe werden durch landwirtschaftliche Aktivitäten und Ausbeutung bedroht. Im Projektgebiet, das sich vom Taï-Nationalpark in der Côte d’Ivoire über den Grebo-Forst bis hin zum Sapo-Nationalpark in Liberia erstreckt, liegt unter anderem der größte noch verbliebene Regenwald in Westafrika. Viele endemische Arten sind dort beheimatet. Demzufolge ist der größte Teil des Projektgebietes als Schutzgebiet deklariert. Durch den Prozess der Rohstoffausbeutung wird der Wald fragmentiert und der natürliche Lebensraum verknappt.

Hinzu kommen schwache Regierungsstrukturen in den betroffenen Ländern sowie mangelnde Personal- und Organisationsressourcen. Dies erschwert, dass die Waldökosysteme untereinander vernetzt werden können, und führt dazu, dass sich weder staatliche Institutionen noch lokale Akteure der Probleme annehmen.

Ziel

Staatliche Institutionen und lokale Akteure in der Côte d’Ivoire und Liberia arbeiten gemeinsam erfolgreich an der Vernetzung der Waldökosysteme in der Grenzregion Taï-Grebo-Sapo.

Vorgehensweise

Das Vorhaben zielt darauf, die Leistungsfähigkeit der beteiligten Institutionen für das gemeinsame Management von natürlichen Ressourcen und Biodiversität zu stärken. Gleichzeitig sollen die Ökosysteme und Schutzgebiete besser vernetzt werden. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit beider betroffenen Länder gestärkt.

Das Vorhaben verfolgt drei verschiedene Handlungsstränge:

  • Ein ökologischer Korridor zwischen dem Taï-Nationalpark und dem Grebo-Forst soll von nationalen Behörden in Côte d’Ivoire geschaffen werden. Dazu werden das OIPR (Office Ivorien des Parcs et des Reserves) und relevante politische Institutionen unterstützt – darunter unter anderem das Planungs-, Landwirtschafts- und Forstministerium –, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Zudem werden regelmäßige Kommunikations- und Austauschforen eingerichtet, die die Zusammenarbeit der politischen Akteure auf nationaler Ebene fördern.
  • Außerdem soll die Leistungsfähigkeit der ortsansässigen ivorischen und liberianischen Partner verbessert werden. Ein gemeinsames grenzübergreifendes Management soll bewirken, dass die ökologischen Korridore besser geschützt werden. Unterstützend dazu soll ein Netzwerk aller Schutzgebiete errichtet werden. Der Wissensaustausch zwischen allen Partnern, die in das Projekt auf liberianischer und ivorischer Seite eingebunden sind, führt dazu, dass die gesamte Region stabiler und sicherer wird, um den beschriebenen Problemen entgegenwirken zu können.
  • Der Grebo-Forst soll als Nationalpark ausgewiesen werden, um sicherzustellen, dass die damit verbundenen Schutzgebiete und Pufferzonen besser vernetzt werden. Die GIZ unterstützt hierzu nationale Behörden dabei, Managementressourcen im Bereich Biodiversität und Schutzgebiete aufzubauen. Zusätzlich werden Studien zu Themen wie Landnutzung, Umweltnutzung und Nutzung von natürlichen Ressourcen durchgeführt. Des Weiteren werden Konsultationen mit der lokalen Bevölkerung und Nichtregierungsorganisationen ausgeführt, um den Änderungsprozess von einem Schutzstatus hin zu einem Nationalpark zu unterstützen.