Stärkung der Vernetzung der Waldökosysteme im Gebiet Taï-Grebo-Sapo in Côte d’Ivoire und Liberia

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der ökologischen Konnektivität im Gebiet Taï-Grebo-Sapo in Côte d’Ivoire und Liberia (TGS-FL)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Politischer Träger: Côte d’Ivoire: Ministère de la Salubrité, de l’Environnement et du Développement Durable (MINSEDD); Liberia: Ministry of Planning and Economic Affairs (MPEA)
Land: Côte d’Ivoire, Liberia
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Gebiet Tai-Grebo-Sapo in Côte d’Ivoire und Liberia. Frauen überqueren den Fluss Cavally zwischen Côte d’Ivoire und Liberia mit dem Kanu, um Palmöl, Reis und anderes am gegenüberliegenden Ufer zu vermarkten. © GIZ

Ausgangssituation

Die westafrikanischen Länder Côte d’Ivoire und Liberia sind reich an Artenvielfalt und Rohstoffen. Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und zunehmende landwirtschaftliche Aktivitäten erhöhen den Druck auf die natürlichen Wälder und sogenannte Brennpunkte der Biodiversität, das heißt Regionen mit zahlreichen endemischen und potenziell gefährdeten Pflanzen- und Tierarten.

Das Projektgebiet erstreckt sich von der westlichen Grenze des Taï-Nationalparks in Côte d’Ivoire über den angrenzenden Grebo-Forst bis zum Sapo-Nationalpark in Liberia und beherbergt den größten noch verbliebenen Regenwald in Westafrika. Die Waldflächen sind überwiegend als Schutzgebiete ausgewiesen und zeichnen sich durch eine einzigartige Biodiversität mit vielen endemischen Arten aus. Unzureichende organisatorische Leistungsfähigkeit und personelle Ressourcen, schwache Regierungsstrukturen sowie zunehmendes Bevölkerungswachstum und Rohstoffabbau gefährden den Erhalt der Biodiversität. Zugleich erschweren sie die Vernetzung der Schutzgebiete. Bislang arbeiten weder die staatlichen Institutionen noch die lokalen Akteure gemeinsam an einer Vernetzung der Waldökosysteme in der Grenzregion Taï-Grebo-Sapo.

Ziel

Staatliche Institutionen und lokale Akteure arbeiten gemeinsam an der Vernetzung der Waldökosysteme in der Grenzregion Taï-Grebo-Sapo.

Gebiet Tai-Grebo-Sapo in Côte d’Ivoire und Liberia. Der Fluss Cavally zwischen dem Taï-Nationalpark und dem Grebo-Krahn-Nationalpark. Der Fluss und der Waldrand verbinden zwei geschützte Gebiete miteinander. © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt Kompetenzen und Leistungsfähigkeit für das gemeinsame Management von natürlichen Ressourcen und Biodiversität und damit die dauerhafte, verbesserte Vernetzung von Ökosystemen und Schutzgebieten. Es arbeitet im Grenzgebiet zwischen Liberia und Côte d’Ivoire und fördert vor allem die grenzübergreifende Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch von lokalen und nationalen Akteuren sowie die Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen. Das Vorhaben konzentriert sich auf vier Handlungsfelder:

  1. Die Bevölkerung im Gebiet des Taï-Grebo-Korridors wird über die Planung von Nutzungsentscheidungen informiert und daran beteiligt.
  2. Die abgestimmten Entscheidungen werden in regionale Raumordnungspläne aufgenommen, mit denen mittelfristig das nachhaltige Management des Gebietes gesteuert werden kann.
  3. Kompetenzen und Leistungsfähigkeit aller Akteure werden weiterentwickelt, damit sie an Planung und Umsetzung der nationalen und grenzübergreifenden Maßnahmen sachkundig mitwirken können.
  4. Die liberianische Forstbehörde Forest Development Authority (FDA) wird bei der rechtlichen Ausweisung des Grebo-Krahn-Nationalparks unterstützt.

Das Vorhaben ergänzt sich konzeptionell mit einem Partnervorhaben der KfW Entwicklungsbank zum Schutz der Biodiversität im Taï-Grebo-Sapo-Regenwaldkomplex.

Durchführungspartner in Côte d’Ivoire sind die Schutzgebietsbehörde (OIPR) und die Abteilung für Ökologie und Naturschutz (DEPN) im Umweltministerium. Eingebunden sind außerdem die Stiftung für Nationalparks und Schutzgebiete (FPRCI) und die internationale Nichtregierungsorgansation Wild Chimpanzee Foundation (WCF). Durchführungspartner in Liberia sind die Forstentwicklungsbehörde (FDA), vor allem die Abteilung Naturschutz. Auch hier ist die internationale Nichtregierungsorgansation Wild Chimpanzee Foundation (WCF) beteiligt.

Gebiet Tai-Grebo-Sapo in Côte d’Ivoire und Liberia. Ein blauer Riesenturaco (Corythaeola cristata) im Taï-Grebo-Sapo-Waldkomplex. Der Vogel ist das Emblem des Sapo-Nationalparks in Liberia. © GIZ

Wirkungen

Die Einrichtung eines Korridors ist vom Umweltministerium in Côte d’Ivoire anerkannt. Das Ministerium hat 2016 ein nationales Steuerungskomitee eingerichtet, seine Funktionskosten werden vom nationalen Haushalt getragen. Das Komitee tagt regelmäßig. Mitglieder sind das Landwirtschafts- und das Forstministerium und andere Ministerien, weitere ministerielle Mitgliedschaften sind geplant, außerdem lokale Territorialverwaltungen und Gebietskörperschaften.

Eine Roadmap für die Deklarierung und das Management des Grebo-Forsts als Nationalpark Grebo-Krahn und die Aufnahme des Gebietes in das Netz der geschützten Waldgebiete wurde erarbeitet und umgesetzt. Der Grebo-Krahn-Nationalpark wurde Mitte 2017 in Liberia ausgewiesen.