Abwasser dezentral sammeln, aufbereiten und sinnvoll wiederverwenden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Dezentrales Abwassermanagement zur Anpassung an den Klimawandel
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministry of Water and Irrigation
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2020

Picture 1 - Capacity Development Planning Workshop (taken by GIZ)

Ausgangssituation

Jordanien gehört zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Starkes Bevölkerungswachstum, wirtschaftliche Entwicklung sowie regionale Migration – vor allem durch die syrische Flüchtlingskrise – erhöhen zunehmend den Druck auf die Wasserressourcen. Gleichzeitig ist Jordanien stark vom Klimawandel betroffen. Das Wasser muss deshalb möglichst effizient genutzt werden. Eine Möglichkeit ist, geklärtes Abwasser wiederzuverwenden.
Bislang sind nur etwa zwei Drittel aller Haushalte an die Kanalisation angeschlossen. Im dezentralen, auf Wiederverwendung ausgerichteten Abwassermanagement liegt daher großes Potenzial – vor allem in Gegenden, die nicht kosteneffizient an zentrale Kläranlagen angeschlossen werden können. Mittels dezentraler Lösungen kann das Abwasser in diesen Gebieten vor Ort aufbereitet und wiederverwendet werden. Die dafür erforderlichen Kenntnisse der jordanischen Akteure, eine soziale Akzeptanz sowie förderliche Rahmenbedingungen sind jedoch noch ungenügend.

Ziel

Akteure der Wasserwirtschaft integrieren Strategien für die dezentrale Sammlung, Aufbereitung und Wiederverwendung von Abwasser zunehmend in die nationale Rahmenplanung. Sie setzen entsprechende Maßnahmen um und sind mit Betreibermodellen für dezentrales Abwassermanagement vertraut.

Picture 2 - Pilot Decentralized Wastewater Treatment Plant - system (©BO...

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt jordanische Partnerinstitutionen dabei, Strategien zur dezentralen Abwasseraufbereitung und zur effizienten Nutzung verfügbarer Wasserressourcen zu entwickeln und umzusetzen. Zentrale Themen des Projekts sind Anpassung an den Klimawandel, Wiederverwendung aufbereiteter Abwässer sowie die Erarbeitung zweckmäßiger Betreibermodelle. Die deutsche Nichtregierungsorganisation BORDA trägt als Kooperationspartner zur Umsetzung verschiedener Aktivitäten bei. Die jordanische Consultingfirma Al-Lamar unterstützt die Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen. Das Land Nordrhein-Westfalen finanziert einige Projektaktivitäten im Rahmen des Bund-Länder-Programms.
Das Vorhaben unterstützt das Ministerium für Wasser und Bewässerung sowie die jordanische Wasserbehörde dabei, Konzepte für dezentrales Abwassermanagement zu entwickeln, sie in die nationale Wasserstrategie zu integrieren und umzusetzen.

Im Biosphärenreservat Dana wird ein ganzheitliches Konzept zur regionalen Behandlung und Wiederverwendung der Abwässer eines Ökohotels umgesetzt. Der halbstaatliche Hoteleigentümer und der private Betreiber werden in Betrieb und Wartung geschult.

Im Norden Jordaniens erprobt das Projekt ein innovatives Verfahren zur Behandlung von Klärschlamm. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, wird auch hier der Anlagenbetreiber in Betrieb und Wartung geschult.

Alle Pilotmaßnahmen demonstrieren angepasste Technologien für dezentrales Abwassermanagement sowie für eine naturnahe und wartungsarme Behandlung von Klärschlamm. Sie ebnen so den Weg für eine Einführung innovativer Managementansätze.

Neben den Pilotaktivitäten führt das Vorhaben verschiedene Maßnahmen durch, um Kompetenzen und Leistungsfähigkeit der Akteure der jordanischen Abwasserwirtschaft zu verbessern, darunter Ferienkurse, E-Learning-Angebote und Workshops. Außerdem fördert das Projekt das Bewusstsein für das Thema Abwasserwiederverwendung durch gezielte Maßnahmen, wie etwa die Erstellung eines Kurzfilms.

Wirkung

Bisher wurde eine Kleinkläranlage mit Wiederverwendungssystem für ein Ökohotel gebaut. Das Demonstrationsprojekt war maßgebliches Entscheidungskriterium für klimarelevante Auszeichnungen bei den World Responsible Tourism Awards. Eine innovative Klärschlammbehandlungsanlage befindet sich im Bau.

Verschiedene Aktivitäten haben jordanischen Akteuren unter anderem gezeigt, wie förderliche Rahmenbedingungen für regionales Abwassermanagement geschaffen werden. Zuvor wurde der Trainingsbedarf analysiert.

Strategiepapiere wurden erstellt, unter anderem zur Anpassung an den Klimawandel durch dezentrales Abwassermanagement sowie zur Abwasserwiederverwendung. Das Vorhaben hat die Erarbeitung einer nationalen Strategie für dezentrales Abwassermanagement unterstützt. Verschiedene bewusstseinsbildende Maßnahmen wurden durchgeführt, etwa die Erstellung eines Kurzfilms.

gizIMAGE-abwassermanagement-jordan

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