Minderung von Treibhausgasen in der MENA-Region

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Politikdialog und Wissensmanagement zu Niedrigemissionsstrategien, insbesondere zu erneuerbaren Energien, in der MENA Region
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau u. Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Ägypten, Algerien, Jordanien, Libyen, Marokko, Tunesien
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

Ausgangssituation

In den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas, der MENA-Region, wird es in den kommenden Jahrzehnten weiterhin einen starken Bevölkerungsanstieg bei gleichzeitig stabil wachsender Wirtschaftsleistung geben. Diese Entwicklung steigert den Energie- und Ressourcenbedarf erheblich. Nationale Subventionspolitiken fördern den Energieverbrauch durch Bezuschussung von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zusätzlich. Dadurch steigen Treibhausgasemissionen weiter an und der Druck auf Ökosysteme und natürliche Ressourcen nimmt zu.

Entsprechend dem globalen Klimaabkommen von Paris (2015) sind auch die MENA-Länder aufgefordert, ihre nationalen Beiträge zur Senkung der Treibhausgasemissionen zu leisten. Bestehende Niedrigemissionsstrategien und Maßnahmen müssen konkretisiert und umgesetzt werden.

Bisher konzentrieren sich die MENA-Länder beim Klimaschutz darauf, den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung zu erhöhen. Dort wird der größte Nutzen erwartet, unter anderem als Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Reduzierung der Subventionen. Einzelne Länder haben begonnen, Fördermechanismen und Minderungsaktivitäten im Energiesektor und darüber hinaus zu entwickeln; die energie- und volkswirtschaftlichen Auswirkungen sind bislang jedoch kaum abgeschätzt. Der regulatorische Rahmen und die Integration der erneuerbaren Energien in bestehende Energiesysteme behindern oftmals die Umsetzung. Die Nutzung weiterer klimafreundlicher Technologien ist bislang marginal. Kooperationen zwischen den Ländern und regionaler Austausch zu klima- und energiepolitischen Themen finden noch wenig statt.

Ziel

Ansätze zur Minderung von Treibhausgasemissionen in Ländern der MENA-Region sind regional übertragen und überregional verbreitet.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt die Umsetzung von Niedrigemissions- und Energiestrategien sowie die Gestaltung geeigneter Instrumente. Die Arabische Liga wird bei der Erarbeitung von Planungs- und Berichterstattungsstandards für erneuerbare Energien unterstützt. Regionale Fachforen ermöglichen das Lernen der zuständigen Fachbehörden voneinander sowie mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Erfahrungen aus Deutschland einbringt. Das Vorhaben arbeitet regionale Lernerfahrungen mit Niedrigemissionsstrategien auf und erschließt sie weltweit für Projekte der von Deutschland finanzierten Internationale Klimainitiative (IKI).

Das Projektteam arbeitet mit nationalen Institutionen in ausgewählten Partnerländern sowie mit regionalen Organisationen zusammen. Die Beratung zur Stärkung der Klima- und Energiepolitiken orientiert sich an den aktuellen Bedarfen und Entwicklungen der Länder. Neben Beratern bringen Experten aus Deutschland und Consultingunternehmen ihr fachspezifisches Know-how ein.
Das Projekt kooperiert durch Erfahrungsaustausch und gemeinsames Wissensmanagement mit ebenfalls von Deutschland finanzierten IKI-Projekten sowie der Deutschen Klimatechnologieinitiative (DKTI).

Wirkungen

Marokko erarbeitet langfristige Energieszenarien unter der Leitfrage, wie ein nachhaltiges Energiesystem auf Basis steigender Anteile erneuerbarer Energie entstehen kann. Die Ergebnisse unterstützen die Partner bei der mittel- bis langfristigen Energieplanung und befähigen sie, kosteneffiziente sowie technisch zweckmäßige Ausbaupläne für erneuerbare Energien zu entwickeln.

Mit Unterstützung des Projekts arbeitet Marokko darüber hinaus an den rechtlichen Voraussetzungen des Netzzugangs von dezentralen erneuerbaren Energien. Ein Rahmengesetz für die Einspeisung von erneuerbaren Energien in das Niederspannungsnetz wurde im Dezember 2015 verabschiedet.

Die Aktualisierung des tunesischen Solarplans als Grundlage der nationalen Beiträge zur Treibhausgasminderung wurde verabschiedet. 30 Prozent des Strombedarfs sollen demnach bis 2030 durch erneuerbare Energien abgedeckt werden.
Das jordanische Umweltministerium entwickelte 2016, unterstützt durch einen Organisationsentwicklungsprozess, eine Strategische Vision 2025.

Die deutsch-iranische Zusammenarbeit im Umwelt-, Klima- und Energiesektor wurde 2015 erneuert. Bei zahlreichen Treffen tauschten sich seitdem iranische und deutsche Experten über Klima- und Energiepolitik, Wasserressourcenmanagement, Stadtentwicklung und Naturschutz aus.

Im September 2014 wurde das Arab Renewable Energy Framework als regionale Leitlinie zur Nutzung erneuerbarer Energien von der Arabischen Liga verabschiedet. Die Mitgliedsstaaten erarbeiten auf dieser Basis nationale Aktionspläne und Fortschrittsberichte.
Die 2015 gegründete transregionale Plattform zu Solargroßkraftwerken bietet hochrangigen politischen Entscheidungsträgern ein Forum zum Austausch untereinander sowie mit Vertretern aus Privatsektor und Wissenschaft an.