Schutz und Rehabilitierung von Böden - Grundlage für Ernährungssicherung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Bodenschutz und Bodenrehabilitierung für Ernährungssicherung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Überregional: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien, Kenia, Madagaskar, Tunesien
Politischer Träger: Je nach Land unterschiedlich; meist das Landwirtschaftsministerium
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2023

Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“. Ein junger Mann wässert ein Feld mit einer Gießkanne. (Bild: Klaus Wohlmann) © GIZ

Ausgangssituation

Die Entstehung von Böden benötigt Jahrtausende. Gleichzeitig ist dieser Rohstoff endlich. Eine Übernutzung kann zur Nährstoffverarmung und Verlust von Bodensubstanz bis hin zur vollständigen Zerstörung führen. Der Klimawandel verstärkt diese Dynamik, zum Beispiel durch Dürreperioden oder vermehrten Starkregen. Pro Jahr werden auf diese Weise weltweit rund zehn Millionen Hektar Boden zerstört, das entspricht etwa einem Drittel der Fläche Deutschlands. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche nimmt ab, gleichzeitig aber steigt die Zahl der Menschen, die ernährt werden müssen.

Vor allem Kleinbäuerinnen und -bauern in Entwicklungsländern erleben die Folgen unmittelbar. Die sogenannte Bodendegradierung hat direkte Auswirkung auf ihr Einkommen und ihre Ernährung. Konnte eine Familie vor einem Jahrzehnt vielleicht noch drei Hektar Maniok anpflanzen, so kann sich die nutzbare Anbaufläche heute schon halbiert haben – und damit auch der Umfang und die Qualität der Ernte.

Böden sind außerdem neben den Ozeanen der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher der Erde. In ihnen befindet sich mehr CO2 als in allen Wäldern und der Atmosphäre zusammen. Bodendegradierung setzt jedoch große Mengen CO2 aus Böden frei. Jedes Jahr gehen rund 24 Milliarden Tonnen Boden allein über Abtragung verloren, zum Beispiel durch Wind und Wetter oder Wasser. Das hat massive Folgen für Landwirtschaft und Klima. Während Kohlenstoff als organische Materie in Böden zentral für deren Fruchtbarkeit ist, verstärkt es als CO2 in der Atmosphäre die Erderwärmung. 

Gute Praktiken für eine nachhaltige Landnutzung sind bekannt. Sie sind wirtschaftlich sinnvoll. Trotzdem werden sie nur auf begrenzten Flächen angewandt. Die Verbreitung dieser Praktiken ist schwierig. Bodenschutz erhält in vielen Ländern nicht die notwendige politische Aufmerksamkeit. Die zuständigen Institutionen greifen das Thema oftmals nicht angemessen auf. Daher fehlen Anreize wie zum Beispiel sichere Landrechte für landwirtschaftliche Betriebe, damit sie Böden schonend und umweltverträglich nutzen. Vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verfügen häufig nicht über das Wissen um bodenschonende Anbaumethoden auf ihren Flächen anzuwenden oder ihnen fehlt das Geld für anfängliche Investitionen.

Ziel

Ansätze zu dauerhaftem Bodenschutz und der Rehabilitierung von Böden sind in ausgewählten Partnerländern breitenwirksam umgesetzt.

Vorgehensweise

Das Programm stimmt sich in den Einsatzländern mit den zuständigen Ministerien ab. Es fördert nachhaltige Landnutzung, vor allem durch eine Teilhabe der betroffenen Kleinbäuerinnen und -bauern. Diese sind die primäre Zielgruppe und erhalten Beratung in agrarökologischen Praktiken. Solche Praktiken tragen dazu bei, organische Substanz (Humus) aufzubauen sowie die Fruchtbarkeit und die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, zu erhöhen. Der unmittelbare Vorteil sind steigende Erträge. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verbessern damit ihre Ernährungssituation und erschließen sich neue Einkommensquellen. 

Neben kleinbäuerlichen Betrieben und den zuständigen staatlichen Stellen sind weitere Akteure aus der Wissenschaft, der privaten Wirtschaft, der Zivilgesellschaft sowie von staatlichen Stellen an den Maßnahmen beteiligt. 

Das Programm berät die Partnerregierungen bei der Verbesserung von politischen und institutionellen Rahmenbedingungen. Die Regierungen müssen Anreize für Landwirtinnen und Landwirte schaffen, damit diese eine schonendere Landnutzung praktizieren. Zur Unterstützung des Wissens- und Erfahrungsaustauschs organisiert das Programm nationale und internationale Foren, bei denen die betroffenen Akteure zusammenkommen.

Über ein Klimamonitoringsystem werden die Beiträge des Bodenschutzes zu Klimaanpassung und Minderung gemessen. Dies ist ein erster Schritt, um über Klimafinanzierungen Bodenschutz zu fördern. 

Wirkung

  • Das Programm konnte seit Beginn knapp 166.000 Hektar Land schützen oder wieder nutzbar machen. Damit stehen etwa eine Viertelmillion Fußballfelder wieder einer produktiven Landwirtschaft zur Verfügung. 
  • Auf dieser Fläche erzielten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern durchschnittlich 40 Prozent höhere Erträge. Die Ernährungssituation von fast 1,8 Millionen Menschen wird so verbessert

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