Bodenschutz und Bodenrehabilitierung für Ernährungssicherung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm "Bodenschutz und Bodenrehabilitierung für Ernährungssicherung"
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Überregional: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien, Kenia
Politischer Träger: Je nach Land unterschiedlich; meist das Landwirtschaftsministerium
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Ausgangssituation
Böden sind eine nicht erneuerbare und nicht vermehrbare Ressource. Übernutzung oder falsche Nutzung der Böden führen zu Nährstoffverarmung, Erosion und anderen Formen der Degradation. Der Klimawandel verstärkt diese Dynamik, zum Beispiel durch Dürreperioden oder vermehrten Starkregen in manchen Weltregionen. Pro Jahr werden auf diese Weise weltweit rund sechs Millionen Hektar Boden zerstört, das entspricht etwa der zweifachen Fläche Belgiens. Konkret verringert sich die Produktivität der Böden, sodass die landwirtschaftlich nutzbare Fläche abnimmt. Gleichzeit aber steigt die Zahl der Menschen, die ernährt werden müssen. Dies führt zu enormem Druck auf die noch vorhandenen Acker- und Weideflächen.

Vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Entwicklungsländern erleben die Folgen dieser Entwicklung unmittelbar, denn die Bodendegradierung hat direkte Auswirkung auf ihr Einkommen und ihre Ernährung. Konnte eine Familie vor einem Jahrzehnt vielleicht noch drei Hektar Maniok anpflanzen, so kann sich die nutzbare Anbaufläche heute schon halbiert haben – und damit auch die Ernte.

Trotzdem erhält der Bodenschutz in vielen Ländern nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Politische Institutionen greifen das Thema oftmals nicht adäquat auf. Außerdem fehlen wirtschaftliche Anreize für Firmen oder Kleinbäuerinnen und -bauern, damit sie Böden nachhaltig – also schonend und umweltfreundlich – nutzen. Gute Praxisbeispiele für eine nachhaltige Landnutzung, die erprobte Technologien nutzen, gibt es bereits. Leider ist die Verbreitung schwierig. Und so fehlt den Kleinbauern das Wissen oder das Geld, manchmal beides, um solche bodenschonenden Anbaumethoden in ihren Kleinbetrieben anzuwenden. Landwirtschaftliche Beratungsdienste, die es in vielen Entwicklungsländern gibt, sind technisch schlecht ausgestattet und die verantwortlichen Akteure oftmals nicht gut ausgebildet, um das Wissen über Bodenrehabilitierung und Bodenerhalt zu verbreiten.

Auch der Zugang zu landwirtschaftlichen Betriebsmitteln ist ein Problem in vielen ländlichen Gebieten. Um Böden wieder nutzen zu können, sind vielfach hohe Investitionen erforderlich. Doch in der Regel verfügen weder die Landwirte und Agrarbetriebe noch die jeweiligen Regierungen über die nötigen finanziellen Ressourcen.

Ziel
Nachhaltige Ansätze, um Bodenschutz und Rehabilitierung degradierter Böden zu fördern, sind in fünf Partnerländern bekannt gemacht und umgesetzt.

Vorgehensweise
Das Programm arbeitet in Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien sowie Kenia und stimmt sich vor Ort mit den zuständigen Ministerien ab. Um schnellere Erfolge zu erzielen, ist das Programm jeweils an bestehende bilaterale Programme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit angebunden.

Das Programm fördert einen nachhaltigen Ansatz der Landnutzung. Dieser Ansatz beruht im Wesentlichen auf der aktiven Teilnahme und Teilhabe der betroffenen Kleinbäuerinnen und -bauern, die Hauptzielgruppe sind. Aber auch weitere Akteure aus dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft sowie von staatlichen Stellen sind an den Maßnahmen beteiligt. Ein Teil der Leistungen wird mit der Consultingwirtschaft sowie mit nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen erbracht. Aktivitäten mit der Zielgruppe erfolgen partizipativ, werden also gemeinsam geplant und umgesetzt. Ziel ist, die Selbsthilfekapazitäten der Kleinbäuerinnen und -bauern unmittelbar zu stärken. Diese Stärkung erfolgt dadurch, dass die Landwirtinnen und Landwirte Unterstützung dabei erhalten, bewährte Praktiken des Bodenschutzes zu nutzen.

Nichtstaatliche Akteure sind ein wichtiger Teil fachlicher Wissensnetzwerke, die ebenfalls durch das Programm gefördert werden. Sie bringen über ihre Fachleute entsprechendes Wissen ein. Hier spielen vor allem die Wissenschaft und die Begleitforschung der Programme eine zentrale Rolle.

Auf politischer Ebene berät das Vorhaben die Partnerregierungen bei der Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen. Die Regierungen müssen Anreize für Landwirtinnen und Landwirte sowie kleinere Betriebe schaffen, damit diese eine nachhaltigere Bodennutzung verfolgen. Zur Unterstützung dieser nationalen Aktivitäten organisiert das Programm internationale Foren, die dem systematischen Austausch von Lernerfahrungen dienen.

Die Consultingfirma GOPA unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.

Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“. Ein junger Mann wässert ein Feld mit einer Gießkanne. (Bild: Klaus Wohlmann) © GIZ