Integriertes Ressourcenmanagement in asiatischen Städten: der urbane Nexus

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integriertes Ressourcenmanagement in asiatischen Städten: der urbane Nexus
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung (BMZ)
Länder: China, Indien, Indonesien, Mongolei, Philippinen, Thailand, Vietnam
Politischer Träger: United Nations Economic and Social Commission Asia Pacific (UN ESCAP)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Ausgangssituation

Das fortschreitende Bevölkerungswachstum asiatischer Städte führt zu einer zunehmenden Belastung natürlicher Ressourcen und birgt die Gefahr von Versorgungsengpässen. Das betrifft vor allem die Bereiche Wasser- und Sanitärversorgung, Energieversorgung sowie Bodennutzung und Ernährungssicherung. Da die asiatischen Städte und die Stadtverwaltungen, städtische Versorger sowie nationale und regionale Planungsstellen in der Regel nicht in ausreichendem Maße bereichsübergreifend planen, berücksichtigen sie die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Bereichen und die damit einhergehenden Potenziale für gemeinsame Projekte nicht.

Der Urbane „Nexus“ in asiatischen Städten ist ein Konzept zur Gestaltung von nachhaltigen Stadtentwicklungslösungen. Der Nexus Ansatz unterstützt die Akteure darin, mögliche Synergien zwischen den Sektoren Wasser, Energie und Ernährungssicherung in Städten zu identifizieren. Integriertes und gemeinsames Planen und Managen erhöht die Erfolge einer langfristig nachhaltigen Entwicklung asiatischer Städte.

Der Nexus Ansatz ist eingebettet in die internationale Diskussion um die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung und Habitat III, die dritte Konferenz der Vereinten Nationen zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Besonders im Fokus stehen die Themen Urbanisierung und integriertes Ressourcenmanagement.

Ziel

Nexus-Konzepte werden in ausgewählten asiatischen Städten und von relevanten Akteuren verstärkt berücksichtigt.

Vorgehensweise

Das Projekt arbeitet mit bis zu zwölf asiatischen Städten in sieben Ländern – China, Indien, Indonesien, Mongolei, Philippinen, Thailand, Vietnam – zusammen. Städtepartner sind dabei: Rizhao (2.880.000 Einwohner) und Weifang / Entwicklungszone Binhai (9.000.000/ 1,000.000 Einwohner), China; Nagpur (2,400,000 Einwohner) und Rajkot (1,200.000 Einwohner), Indien; Pekanbaru (1.000.000 Einwohner) und Tanjungpinang (230.000 Einwohner), Indonesien; Ulan Bator (1.200.000 Einwohner), Mongolei; Naga City (180.000 Einwohner) und Santa Rosa (330.000 Einwohner), Philippinen; Chiang Mai (150.000 Einwohner) und Nakhon Ratchasima (Korat) (180,000), Thailand sowie Da Nang (1,000.000 Einwohner), Vietnam.

Die Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und Pazifik der Vereinten Nationen (UN ESCAP) bringt den Nexus-Ansatz in die Diskussion mit den Partnerländern ein. ICLEI ist ein weltweiter Verband von Städten, Gemeinden und Landkreisen für Nachhaltigkeit. Das Projektteam arbeitet mit den zuständigen ICLEI-Verbänden in Südostasien und Südasien. Diese speisen die Nexus-Herangehensweise in die vom Verband unterhaltenen Städtenetzwerke ein.

Das Projektteam organisiert regionale Dialogformate wie Workshops und Peer-to-peer-Veranstaltungen. Sie dienen den Partnerstädten als Plattform, um ihre Erfahrungen mit Nexus-Pilotvorhaben sowie positive Beispiele und Erfolge auszutauschen.

Um den Ansatz des Nexus und Erfolge auf nationaler Regierungsebene, in Kommunen, Provinzen, der Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu verbreiten, veranstaltet das Vorhaben Dialogveranstaltungen, in denen alle Akteure zusammenkommen und sich austauschen. Die Verbreitung des Nexus-Ansatzes erfolgt außerdem über nationale und regionale Multiplikatoren wie Koordinierungs- und Planungsministerien, Umwelt- und Energieministerien, Städteverbände in Asien sowie internationale, lokale und regionale Organisationen wie die Asiatische Entwicklungsbank, Weltbank, KfW Entwicklungsbank und Provinzverwaltungen, die das Konzept in ihren Netzwerken bekannt machen.

Die Kooperation mit der Privatwirtschaft, im Rahmen von Pilotmaßnahmen und Trainings, ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

Wirkungen

Das Projektteam hat mit den Partnerstädten 28 Pilotprojekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 300 Millionen Euro geplant. Der Schwerpunt liegt dabei auf den Bereichen „Abfall zu Energie und Wasser“, „Abwasser für Energieerzeugung“, „Wasserwiederverwendung und Nährstoffe für die Landwirtschaft“, „Ersatz von veralteten Wasserpumpen durch energieeffiziente Pumpen“, „Reduzierung von Wasserverlusten“ und „Energieeffizienz von Gebäuden durch thermo-technische Sanierung und den Einsatz von Erneuerbaren Energien“. Mit den Partnern hat das Projektteam innovative, bereichsübergreifende Ingenieurslösungen erarbeitet, die die Investitions-, Betriebs- und Unterhaltungskosten berücksichtigen. Die ausgewählten Technologien wie die Vakuumabwasserentsorgung, die dezentrale biologische Abwasserbehandlung und die Maxim Yield Technology, bei der das das maximale Energie- und Rohstoffpotential aus Resthausabfällen gewonnen wird, berücksichtigen die Wiederverwendung von Rohstoffen und die Landnutzung.

Der Landbedarf für innovative Technologien sollte so gering wie möglich sein, da „Land Gold Wert ist“ und die Städte über zunehmend weniger Land verfügen.

Nexus Infrastrukturprojekte werden im Rahmen einer „Kreislaufwirtschaft“ betrachtet, die auf der Trennung von Energie- und Stoffströmen basiert und auf die Wiederverwendung oder Inwertsetzung von recycelten, knapper werdenden Ressourcen setzt.
Den Entscheidungsträgern in den Nexus Städten ist inzwischen bewusst, dass sowohl Abfall als auch Abwasser nicht eine „Last“ darstellen, sondern dass sie eine Quelle sind, um zusätzliches Einkommen zu erzielen.

Die Projekte, die gemeinsam mit den Stadtverwaltungen, der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor erarbeitet werden, fördern die kommunale Autonomie und haben das Wissen der Städte beim Umgang mit Infrastrukturproblemen verbessert.

Von den 28 Nexus Initiativen haben 12 Infrastrukturprojekte Umsetzungsreife erlangt oder sind bereits in Durchführung. Drei Vorhaben sind bereits umgesetzt.

Fach- und bereichsübergreifend zusammengesetzte Nexus Task Forces in den Nexus Partnerstädten begleiten proaktiv die Ausarbeitung der Infrastrukturprojekten.

In den Dialogforen werden Mandatsfragen, technologische Lösungen und dezentrale Infrastrukturansätze diskutiert und haben zu einem besseren gegenseitigen Verständnis geführt.

Kommunen arbeiten bei Infrastrukturprojekten – vor allem im integrierten Abfallmanagement – immer häufiger zusammen, vor allem bei Projekten, die größere Stückzahlen benötigen, um ökonomisch zu sein. Peer-to-peer learning hat zu einem Erfahrungsaustausch bezüglich gemeinsamer Probleme und Lösungen geführt, die jeweils „maßgeschneidert“ sind.